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ZURÜCKGEKEHRT: 123 144 Stunden von Federer bis Federer

Zum vierten Mal übernimmt Roger Federer am Montag die Führung in der Weltrangliste. 14 Jahre und 17 Tage nach seinem erstmaligen Vorstoss an die Spitze des ATP-Rankings wird der 36-Jährige wieder die Nummer 1.
Julien Oberholzer/sda

Julien Oberholzer/SDA

Roger Federer ist ab Montag wieder die Nummer 1 der Welt. Der Baselbieter qualifizierte sich in Rotterdam für die Halbfinals und sammelte damit genügend Punkte, um Rafael Nadal an der Spitze des ATP-Rankings abzulösen.Nach dem Belgier Ruben Bemelmans und dem Deutschen Philipp Kohlschreiber schlug Federer auch den Niederländer Robin Haase (ATP 42). In der ausverkauften Ahoy Arena bewältigte er die letzte Aufgabe auf dem Weg zurück an die Weltranglistenspitze nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem 4:6, 6:1 6:1. Er musste zum ersten Mal in dieser Woche seinen Service und einen Satz abgeben. Haase konnte sich aber nicht zum Spielverderber aufschwingen, weil Federer sich steigerte und der Einheimische stark nachliess. Die letzten beiden Sätze dominierte der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger uneingeschränkt.

«Ich kann es nicht glauben», sagte Federer nach dem historischen Match. Über fünf Jahre ist es her, seit der Schweizer letztmals die Weltrangliste anführte. Nun kehrt er am Montag als ältester Spieler seit der Einführung des ATP-Rankings 1973 auf den Tennisthron zurück. Mit 361/2 Jahren ist er über drei Jahre älter als Andre Agassi, als dieser im September 2003 letztmals die Nummer 1 war. Zudem setzt Federer eine weitere Bestmarke: Kein anderer Spieler eroberte nach einer so langen Absenz – am Montag werden es fünf Jahre und 106 Tage sein – die Spitze der Weltrangliste zurück. Seit er im Februar 2004 erstmals die Nummer 1 der Welt war, sind über 14 Jahre vergangen – genau genommen 123 144 Stunden. Den Rekord an Wochen als Weltranglistenerster wird Federer weiter ausbauen – bisher stand er 302 Wochen an der Spitze. Pete Sampras kam auf 286 Wochen, Novak Djokovic steht bei 223 und Rafael Nadal bei 167 Wochen. Wie lange sich der Baselbieter auf der Topposition halten kann, ist völlig offen und hängt nicht zuletzt von den Leistungen von Rafael Nadal ab, dessen Rückkehr auf die Tour übernächste Woche in Acapulco geplant ist.

Zwölf Turniere für Platz 1

Klar ist, dass für Federer das Halten der Nummer 1 keine Priorität haben wird. Das würde seinem primären Ziel, seine Karriere noch möglichst lange und ­erfolgreich weiterzuführen, zuwiderlaufen. Dass er überhaupt ­nochmals die Möglichkeit hatte, das ATP-Ranking anzuführen, ist ­erstaunlich und auch auf die gesundheitlichen Probleme seiner ärgsten Konkurrenten zurückzuführen. Federer hat in den letzten 365 Tagen zwar Aussergewöhnliches geleistet, aber wenige Turniere bestritten. Am Montag wird er Punkte von lediglich zwölf Events in der Weltranglisten-wertung haben. Unter anderem trat er in Roland Garros und bei drei Masters-1000-Turnieren (Madrid, Cincinnati, Paris-Bercy) nicht an. Zum Vergleich: Nadal, der sich in dieser Woche für seine Stiftung in Amsterdam aufhielt, hat derzeit 16 Turniere in seiner Wertung. Am Wochenende kann Federer seinen Vorsprung auf Nadal in der Weltrangliste noch ausbauen und vor allem seinen 97. ATP-Titel, den dritten in Rotterdam, gewinnen. Im Halbfinal trifft er entweder auf den Italiener Andreas Seppi (ATP 81) oder den Russen Daniil Medwedew (ATP 57), die sich am späteren Freitagabend gegenüberstanden. Gegen Medwedew hat er noch nie gespielt, gegen Seppi wäre es schon das 15. Duell. Eines hat Federer verloren: bei den Australian Open 2015 im Sechzehntelfinal. Ansonsten gab er gegen den Südtiroler nur einen Satz ab.

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