Zuger wollen Halbfinal-Trauma ablegen

Der EV Zug ist das einzige Team, das seit 2009 stets die Playoff-Viertelfinals überstanden hat. Danach war aber jeweils Endstation. Der 8:2-Sieg gegen den SC Bern zeigt, dass für Zentralschweizer in diesem Jahr mehr drinliegt.

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Doug Shedden, Trainer EVZ (Bild: ky/Sigi Tischler)

Doug Shedden, Trainer EVZ (Bild: ky/Sigi Tischler)

EISHOCKEY. Doug Shedden und die Playoff-Halbfinals sind bisher keine Freunde geworden. Seit der Kanadier das Traineramt beim EV Zug im Jahr 2008 übernommen hat, reichte es zwar immer für den Halbfinal, aber nie für eine Finalqualifikation. Auch in diesem Jahr setzte es im ersten Spiel gegen die Berner gleich eine Niederlage ab. Die Reaktion darauf war jedoch eindrücklich. Mit dem 8:2 feierten die Gastgeber ihren zweithöchsten Playoff-Sieg nach dem 11:4 gegen Davos im Jahr 1998. Damals gewannen die Zuger ihren einzigen Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Dass die Zuger überhaupt in den Halbfinals stehen, hatten ihnen nach den Abgängen der Lockout-Spieler Henrik Zetterberg, Damien Brunner und Rafael Diaz nur wenige zugetraut. Viele prophezeiten gar den totalen Einbruch.

Nach dem Lockout in Form

Zu jenen Spielern, die danach aufgeblüht sind, gehört auch Reto Suri, der auf diese Saison hin von den Rapperswil-Jona Lakers zu den Zugern gewechselt hatte. Der Sohn von U20-Teammanager Bruno Suri schoss 15 seiner 20 Saisontreffer nach dem Ende des Lockouts. Zuvor war er den Erwartungen nicht gerecht geworden.

Suri, der im Viertelfinal gegen Lugano mit sechs Toren und zwei Assists entscheidenden Anteil am Weiterkommen hatte, wollte den deutlichen Erfolg vom Donnerstag nicht überbewerten. «Wenn es am Samstag weitergeht, interessiert es gar nicht mehr, was war.» Vieles sei am Donnerstag für sie gelaufen. «Wenn die Berner in den richtigen Momenten das Tor geschossen hätten, wäre dieser Match vielleicht ganz anders ausgegangen.» Damit spielt er auf die Startphase an, in der die Gäste dominant waren und Tristan Scherwey einen Penalty verschossen hatte.

Ausgeglichene Blöcke als Vorteil

In den letzten Jahren sind die Zentralschweizer auch deshalb jeweils bereits in den Halbfinals gescheitert, weil die Schlüsselspieler in der Runde zuvor stark forciert worden waren. Nun gibt es keinen alles überragenden Block mehr – acht Spieler haben in den ersten neun Playoff-Spielen fünf Skorerpunkte und mehr erzielt.

Zudem scheint der finnische Torhüter Jussi Markkanen endlich auch in den Playoffs jener Rückhalt zu sein, den es für den Erfolg in der entscheidenden Meisterschaftsphase braucht. In seinen ersten sieben Playoff-Einsätzen brachte er es auf eine Fangquote von 92,76 Prozent. (si)

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