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Zuger Comeback unter Druck

Zug gewinnt in Bern in der Verlängerung mit 2:1. Der Playoff-Final, der bereits entschieden schien, ist wieder offen.
Klaus Zaugg, Bern

Zug schien besiegt. Der Final entschieden. Der SC Bern hatte am Samstag auch die zweite Partie in Zug gewonnen und führte 2:0. Aber Trainer Harold Kreis sagte, man müsse nur so weitermachen wie bisher. Verteidiger Timo Helbling blieb zuversichtlich und ging davon aus, dass seine Mannschaft bei gleicher Leistung die nächste Partie gewinnen würde. Und er sagte, Bern spiele mit seinem destruktiven Defensivhockey mit dem taktischen Feuer. Es war offensichtlich: Die Zuger hatten auch das zweite Final-Spiel, aber nicht den Mut verloren.

Harold Kreis und Timo Helbling haben Recht bekommen. Zug ist unter spektakulären Umständen in den Final zurückgekehrt. Natürlich ist es ein Sieg der Mannschaft. Aber es gibt zwei Helden, die wir ganz besonders zu loben haben: Lino Martschini und Tobias Stephan.

Es war, als sei der Geist Arnolds von Winkelried, der mythischen Gestalt der helvetischen Geschichte, in Martschini gefahren. So wie die alten Eidgenossen zu Sempach keinen Weg durch die dichten Reihen der Habsburger fanden, verzweifelten und sich schliesslich Arnold von Winkelried ein Herz fasste und die gegnerischen Reihen durchbrach, so überwand Zugs offensiver Zauberzwerg das Bollwerk der Berner. Sein Schuss fuhr ins Berner Netz. Sein erster Treffer in diesem Playoff, sein erstes Tor nach 1030 Minuten. Nach 55 Minuten und 9 Sekunden glich der EV Zug zum 1:1 aus. Bestrafte Bern für sein Spiel mit dem taktischen Feuer. Für das – aus neutraler Sicht – unsäglich langweilige Resultathockey.

Zugs Immonen bekommt einen Restausschluss

In der Verlängerung war es wieder Martschini, der den Siegestreffer einfädelt. Er hatte es versucht und versucht und versucht, nie den Mut verloren, und nun hat er gleich eine Lawine losgetreten: das Spiel mit seinem Treffer zum 1:1 ausgeglichen und das Siegestor eingefädelt. Und Tobias Stephan hielt in diesem Final erstmals nicht bloss wie ein sehr, sehr guter, sondern wie ein grosser, wie ein Meistergoalie.

Bern hätte es wagen können, den Zugern mit einem offensiven Feuerwerk die Hoffnung zu nehmen. Aber Trainer Kari Jalonen scheute das Risiko. Er wollte wieder Hockey-Schach spielen. Warum auch nicht? Gegen Biel und gegen Lugano ist sein Spiel mit dem taktischen Feuer aufgegangen. Und alles schien erneut für sein Team zu laufen. Zugs Jarkko Immonen rumpelte David Jobin hinter dem Berner Tor in die Bande und wurde unter die Dusche geschickt. Elf Sekunden vor Ablauf der Strafzeit traf Andrew Ebbett zum 1:0. Dieser Treffer schien die Entscheidung zu sein. Aber dieses 1:0 war Berns Verhängnis. Aus Selbstsicherheit wurde Arroganz und bei den Zugern erwachte jene Leidenschaft, die nur erwacht, wenn alles verloren scheint.

Klaus Zaugg, Bern

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