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Zug fehlt die Durchschlagskraft

Bern schlägt in einem einseitigen Spitzenspiel Zug zu Hause 3:0. SCB-Goalie Leonardo Genoni kommt gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber bereits zu seinem vierten Saison-Shutout.
Klaus Zaugg, Bern
Kein Durchkommen für Reto Suri gegen die Berner Yanik Burren (links) und Goalie Leonardo Genoni. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 12. Oktober 2018))

Kein Durchkommen für Reto Suri gegen die Berner Yanik Burren (links) und Goalie Leonardo Genoni. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 12. Oktober 2018))

Eine Niederlage ist im Teamsport rein statistisch immer ein Rückschritt. Ein Ärgernis. Aber manchmal gibt es Ausnahmen. Wie gestern Abend in Bern. In Zug zählt ja nicht nur das «Tagesresultat». Die Zuger denken im grossen Rahmen. Das längerfristige Ziel ist die zweite Meisterschaft nach 1998. Und so gesehen bringt diese Niederlage die Zuger eben weiter. Mit David McIntyre, Garrett Roe und Dario Simion fehlte ein Stürmertrio, das bei jeder Mannschaft der Liga die erste Angriffsreihe bilden könnte. Auch «Verteidigungsminister» Raphael Diaz stand nicht zur Verfügung. Ein Grund zu tiefer Beunruhigung über den Tag hinaus sind diese Absenzen allerdings nicht. Sportchef Reto Kläy sagt, dass ausser Garret Roe spätestens am nächsten Freitag fürs Heimspiel gegen Langnau alle Blessierten wieder einsatzfähig sein sollten.

Die Ausfälle gaben Trainer Dan Tangnes die Möglichkeit, die «Hinterbänkler» laufen zu lassen. Und die machten ihre Sache recht gut. Fabian Haberstich, Sven Leuenberger kamen zu mehr als fünf, Thomas Thiry und Yannick Zehnder sogar zu mehr als zehn Minuten Einsatzzeit. «Die Jungen können sich nur entwickeln, wenn sie spielen. So bekommen wir Breite im Kader», sieht Reto Kläy einen positiven Effekt der zahlreichen Absenzen.

Selbst ein «EVZ im Westentaschenformat» vermochte den grossen SCB zwei Drittel lang zu fordern. Aber die Intensität grosser Partien fehlte. Die Absenz von «Quarterback» (Spielmacher) Raphael Diaz an der blauen Linie schwächte die offensive Durchschlagskraft. Wir haben typisches Herbsthockey mit einem «Spektakel-Torschussverhältnis» von 42:28 gesehen. Tobias Stephan hat gestern eine der besten Partien seiner Karriere gespielt. Einfach unglaublich, was er alles abwehrte und am Schluss konnte er sich die fabelhafte Fangquote von 95,24 Prozent notieren lassen.

Reto Suri auch in Bern wieder ein Teamleader

Mit einem «Lottergoalie» hätte es bei Spielhälfte 6:0 oder 7:0 stehen können. «Tobias hat uns im Spiel gehalten. Aber wir haben viel zu wenig daraus gemacht», sagte Reto Suri selbstkritisch. Er war neben dem Torhüter der Hauptdarsteller der Zuger. Im gelben Ehrengewand des besten Skorers. Er kann sich nicht mehr genau erinnern, wann er zum letzten Mal Topskorer seines Teams gewesen war. «Das war wohl in der Saison 2013/14, als wir die Playoffs nicht erreichten.» Reto Suri war dominant wie in seinen allerbesten Zeiten als silberner WM-Held (2013) und ist definitiv wieder ein Zuger. Es hat ja ein bisschen Unruhe gegeben, als er im letzten Frühjahr aus einem laufenden Vertrag heraus nach Lugano wechseln wollte. Aber Zug verweigerte die Freigabe. Reto Kläy sagt: «Es ist einfach so, dass es manchmal notwendig ist, hart zu sein und nicht gleich nachzugeben.»

Für Reto Suri ist die ganze Angelegenheit längst vorbei. Seit die Lage geklärt sei, gebe es für ihn kein anderes Ziel, als seiner Mannschaft zu helfen. Für Zug alles zu geben. Sein Vertrag läuft Ende Saison aus, vor der Weihnachtspause will er seine Zukunft regeln. Es hat schon einen Grund, warum wir den «Fall Suri» bei dieser Gelegenheit wieder einmal aufwärmen. Wenn die Zuger eines Tages wieder Meister werden wollen, dann brauchen sie Spieler wie Reto Suri, die jederzeit aus dem Windschatten der Stars heraustreten und die Mannschaft führen können. Item, so sehr es letztlich schmerzen mag, dass kein Treffer gelungen ist – einen Trost gibt es: Leonardo Genoni, der Mann, der keinen Puck passieren liess, steht ja nächste Saison nicht mehr beim SCB, sondern bei Zug im Tor.

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