Zürich ist hinter den grossen Tieren der Liga her

Als Ziel für die Saison 2015/16 geben die ZSC Lions den Playoff-Halbfinal heraus. Gemessen an den Ambitionen steht aber fest: Nur der Meistertitel ist gut genug für die Stadtzürcher. Darauf zielt auch eine Plakataktion. Mit dieser fordert der Finalverlierer der vergangenen Saison Meister Davos einmal mehr heraus.

Matthias Hafen
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EISHOCKEY. In der NLA messen sich die Zürcher Löwen mit allerlei Tieren: Bären, Drachen, Adlern. Ganz besonders intensiv ist die Rivalität mit den Steinböcken, dem Wappentier des HC Davos. Und offensichtlich hallt in Zürich die Niederlage im vergangenen Playoff-Final gegen die Bündner noch immer nach. Anders ist die aktuelle Werbekampagne für die Saisonabonnemente nicht zu deuten.

Zu sehen ist ein Steinbock im Visier eines Feldstechers. Darüber steht: Die Jagd ist eröffnet. Die Stichelei ab den Plakatwänden hat dazu beigetragen, dass die ZSC Lions schon über 7000 Saisonkarten verkauft haben. «Die Kampagne ist sehr gut angekommen», sagt Kommunikationsleiter Roger Gemperle. «Sogar aus Davos erhielten wir positive Reaktionen. Vor allem natürlich, weil das Bündner Wappentier so prominent zu sehen ist.»

Nur sechs Abgänge im Sommer

Die grosse Popularität in der grössten Stadt der Schweiz erlaubt es den ZSC Lions, auch in der kommenden Saison mit der grossen Kelle anzurühren. Das Budget, das auf rund 20 Millionen Franken geschätzt wird, gehört mit jenem des SC Bern und jenem des HC Davos zu den grössten der NLA. Weil die Zürcher seit Jahren konstant auf hohem Niveau spielen, halten sich die Wechsel im Kader in Grenzen. Den lediglich sechs Abgängen im Sommer stehen gleich viele Zuzüge gegenüber.

Nicht mehr im Kader sind unter anderen Luca Boltshauser, der zu Kloten wechselte, Mark Bastl, der zu Ambri zog, und Andri Stoffel, der den Rücktritt erklärte. Mit dem Frauenfelder Fabrice Herzog (von Zug), Phil Baltisberger (von Guelph Storm) und vor allem Auston Matthews (vom nationalen Ausbildungsteam der USA) haben die ZSC Lions in erster Linie junge Hoffnungsträger verpflichtet. Sie bilden mit den Routiniers der Mannschaft um Captain Mathias Seger eine hochkarätige Mischung. Der erst 17jährige Matthews benötigt eine Ausländerlizenz, gilt jedoch als höchstdotierter Spieler für den NHL-Draft des kommenden Jahres.

Für ein Spiel in Grün-Weiss

Wie jede Saison tragen die ZSC Lions auch 2015/16 ein Retro-Spiel aus. Dieses Jahr, am 25. Oktober gegen Langnau, treten die Zürcher in Grün-Weiss an. Das Trikot aus der Saison 1973/74 war in den Köpfen vieler Anhänger fast vergessen und ist nicht zuletzt aufgrund seiner Farben nicht sonderlich beliebt.