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ZELLIS EM-GRÄTSCHE: Mehr laufen und kompakter stehen

Marc Zellweger ist ein FCSG-Urgestein und hat 13 Spiele für die Schweizer Nati bestritten. Für das St.Galler Tagblatt analysiert er in seiner Kolumne "Zellis EM-Grätsche" die Schweizer Partien. Heute: Rumänien gegen die Schweiz.
Marc Zellweger
Marc Zellweger analysiert für Tagblatt Online die Schweizer EM-Partien. (Bild: Benjamin Manser)

Marc Zellweger analysiert für Tagblatt Online die Schweizer EM-Partien. (Bild: Benjamin Manser)

1:0 gegen Albanien – erstes Spiel gewonnen, Pflicht erfüllt. Man könnte sagen, die Schweiz habe alles richtig gemacht. Doch die Mannschaft kann sich bei ihrem Torhüter Yann Sommer für dessen Leistung bedanken. Bedanken dafür, dass er die gefährlichen Schüsse der albanischen Spieler auf das Tor entschärft hat. Wie etwa Shkelzen Gashis Chance in der 87. Minute - Sommer lenkte den Ball mit den Händen über die Latte und verhinderte mit seiner Parade das 1:1.

In den ersten 20 Minuten haben die Schweizer ein gutes Spiel gezeigt. Wäre die Leistung über 90 Minuten so gewesen, hätten wir mindestens zwei Tore mehr erzielt. Leider haben wir es nicht geschafft, weiter aufzutrumpfen. Besonders nachdem der albanische Captain Lorik Cana eine rote Karte kassiert hatte und Petkovics Team mit einem Mann mehr auf dem Platz stand. Hier hätte allenfalls der eine oder andere Wechsel neue Impulse gebracht. Petkovic hat erst in der 62. Minute gewechselt – meiner Meinung nach zu spät.

Djourou, Schär und Seferovic
Statt Tempo drauf zu legen, haben viele Spieler einen Gang runtergeschaltet. "Wir führen, sind ein Mann mehr auf dem Feld, jetzt können wir es gelassener angehen" – derartige Überlegungen sind gefährlich. Ich will auch niemandem unterstellen, diese Gedanken gehabt zu haben. Aber im Unterbewusstsein war dies beim einen oder anderen Spieler der Fall. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso die Leistung derart abnahm.

Die Albaner ihrerseits haben nach der roten Karte weiter ihren Willen gezeigt. Sie haben noch härter um den Ball gekämpft, waren läuferisch stärker und deshalb besser als die Schweiz. Das Team kann Yann Sommer dankbar sein, hat es nicht noch den Ausgleichstreffer kassiert. Ansonsten haben mir Stephan Lichtsteiner und Granit Xhaka gut gefallen. Ricardo Rodriguez bot eine solide Leistung. Von Xherdan Shaqiri hätte ich mehr erwartet. Er sah gegen die Albaner blass aus. Seine Zeit wird aber kommen. Ich bin überzeugt, dass er bereits gegen Rumänien besser spielen wird.

Besser werden sollte auch Haris Seferovic. Gegen Albanien hat er einige Chancen vergeben. Zudem muss die Innenverteidigung zwingend konstanter werden. Johan Djourou war zu instabil, man sah seine Unsicherheit auf dem Platz. Anders Fabian Schär. Sein Auftritt war sicherer. Der Wiler ist offensiv stark und mit seinem Tor hat er wieder einmal seine Kopfballstärke unter Beweis gestellt. Für die noch kommenden Spiele müssen sich beide aber nochmals deutlich steigern. Sie müssen als untrennbarer Block agieren.

Schweiz im Vorteil
Für das Spiel gegen Rumänien erwarte ich nun aber keine Wechsel. Ich denke, dass Petkovic die gleiche Startformation wie gegen Albanien aufstellen wird. Gegen die Tricolorii - wie die Rumänen genannt werden - liegen wir im Vorteil. Da wir bereits einen Sieg in der Tasche haben, können wir das zweite Gruppenspiel befreiter angehen. Die Rumänen hingegen stehen unter Zugzwang. Gegen Gastgeber Frankreich setzte es eine 1:2-Niederlage ab. Will das Team um Trainer Anghel Iordanescu im EM-Turnier noch mitmischen, muss zwingend ein Sieg her.

Um sich die ersten drei Punkte zu sichern, werden die Tricolorii gegen uns Vollgas geben. Sie werden als geschlossenes Team auftreten, viel laufen und füreinander kämpfen. Ihre Stärke liegt in der Defensive - hier stehen sie besonders kompakt.

Wollen wir gegen die Rumänen bestehen, müssen auch wir hinten kompakter stehen und noch mehr laufen. Es braucht von jedem mehr als 100 Prozent. Wir müssen als einheitlicher Block funktionieren. Das fängt beim Torhüter an, führt weiter über die Verteidiger zu den Mittelfeldspielern und endet im Sturm. Wenn wir das alles hinkriegen, stehen unsere Chancen gut. Dennoch denke ich, dass es nach 90 Minuten 1:1 stehen wird. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

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