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ZELLIS EM-GRÄTSCHE: "Ich hoffe auf das Wunder von Paris"

Marc Zellweger ist ein FCSG-Urgestein und hat 13 Spiele für die Schweizer Nati bestritten. Für das St.Galler Tagblatt analysiert er in seiner Kolumne "Zellis EM-Grätsche" die Schweizer Partien im Vorfeld. Heute: Frankreich gegen die Schweiz.
Marc Zellweger
Marc Zellweger analysiert für Tagblatt Online die Auftritte der Schweizer Nati. (Bild: Benjamin Manser)

Marc Zellweger analysiert für Tagblatt Online die Auftritte der Schweizer Nati. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Spiel trennt die Schweizer vom Einzug in die Achtelfinals. Die Ausgangslage ist gut: Ein Sieg, ein Unentschieden – vier Punkte. Ein weiteres Remis würde reichen. Ob wir am Schluss Gruppenzweiter oder -dritter werden, sehen wir dann.

Seferovics Chancen
Bevor wir aber über den nächsten Gegner Frankreich sprechen, lassen wir nochmals das Spiel gegen Rumänien Revue passieren. Man hat gemerkt, dass sich die Schweizer gegenüber dem Startspiel gesteigert haben. Es war mehr Kampf im Spiel als gegen Albanien. Allerdings haben wir es erneut verpasst, Tore zu schiessen. Der Killer-Instinkt fehlte - vor allem bei Haris Seferovic. Er hat nicht nur gegen Albanien Chancen ausgelassen, sondern auch gegen Rumänien. Die schwierige Saison mit dem Bundesligisten Frankfurt könnte ein Grund sein, dass ihm das Selbstvertrauen fehlt, die Bälle aufs Tor zu bringen. Chancen erarbeitet er sich genug, er belohnt sich aber nicht. Ich hoffe, dass er seine Möglichkeiten im dritten Spiel gegen Frankreich besser nutzt. Damit könnte Seferovic auch sein derzeitiges Image als Chancen-Tod ablegen.

Lichtsteiners Fauxpas
Nicht nur Seferovic, auch Captain Stephan Lichtsteiner stand nach seinem verursachten Penalty in der Kritik. Dass es ein Elfmeter war, daran gibt es nichts zu rütteln. Einem erfahrenen Spieler dürfen solche Fehler nicht passieren. Doch die Situation zeigt, dass auch die Erfahrensten manchmal patzen. Dass Lichtsteiner anschliessend in den Interviews sagte, er habe "nur wenig" am Leibchen gezogen und für ihn sei es kein Penalty gewesen, tut er aus Selbstschutz. Vermutlich konnte er vor den Interviews sein Missgeschick nicht auf dem Fernseher sehen, sondern musste direkt zu den Journalisten. Zudem ist man nach dem Match emotional geladen und sieht den einen oder anderen Fehler nicht sofort ein. Man sollte mit Lichtsteiner nicht zu hart ins Gericht gehen. Immerhin hat der Verteidiger bisher überzeugt.

Möglicher Wechsel in der Offensive
Ich denke nicht, dass Nationaltrainer Vladimir Petkovic Lichtsteiner nur wegen seines Fauxpas auswechseln wird. Der Captain wird auch gegen Frankreich in der Startformation stehen. Ich kann mir aber vorstellen, dass er den einen oder anderen Wechsel in der Offensive tätigt. Eren Derdiyok oder Breel Embolo könnten eine Chance erhalten, von Anfang an dabei zu sein. Der Rest wird wohl gleich bleiben.

Was die Auswechslungen während des Spiels angeht, so waren Petkovics Entscheide gegen Rumänien in Ordnung. Man kann sich fragen, ob es Sinn macht, in der entscheidenden Phase einen jungen Spieler wie Shani Tarashaj zu bringen. Ich denke aber, dass der Nati-Coach dem quirligen Stürmer eine Chance geben wollte, sich zu beweisen. Tarashaj hat bei den Grasshoppers bewiesen, dass er Tore schiessen kann. Wieso soll ihm das nicht auch an der EM gelingen?

Spieler von Weltklasseformat
Obwohl die Schweiz sich gesteigert hat, rechne ich gegen die Franzosen mit einer Niederlage. Frankreich hat einfach die bessere Qualität im Kader. Sie besitzen Spieler von Weltklasseformat wie Paul Pogba, Antoine Griezmann, Dimitri Payet oder Olivier Giroud. Diese können ein Spiel im Alleingang entscheiden. Aber lassen wir uns überraschen – ich hoffe auf das Wunder von Paris.

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