Fussball
St.-Gallen-Trainer Zeidler vor der Liga-Neuauflage mit dem FC Luzern: «Das Thema Cupfinal müssen wir abschliessen»

Zwei Monate und eine Woche ist es her: Da stemmten die FCL-Spieler die Sandoz-Trophäe in die Höhe, für den FC St. Gallen dagegen war der Cupfinal eine abgrundtiefe Enttäuschung. Am Sonntag (14.15 Uhr) kommt es im Kybunpark zum Wiedersehen in der Meisterschaft.

Daniel Wyrsch
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St.Gallen-Trainer Peter Zeidler beim Vorbereitungsstart zur neuen Saison.

St.Gallen-Trainer Peter Zeidler beim Vorbereitungsstart zur neuen Saison.

Bild: Michel Canonica/St.Galler Tagblatt (St. Gallen, 20.Juni 2021)

Bevor am Sonntag die beiden Mannschaften im wohl gut gefüllten Kybunpark aufeinandertreffen, wird der Cupfinal vom Pfingstmontag noch einmal eines der Gesprächsthemen sein. Am 24. Mai besiegte der FC Luzern den FC St.Gallen (3:1) im wegen der Coronamassnahmen praktisch leeren Berner Wankdorfstadion.

Die St.Galler erwiesen sich als sehr faire Verlierer. Captain Lukas Görtler und Basil Stillhart erklärten den FCL aufgrund seiner Überlegenheit zum verdienten Sieger. Diese gelebte Fairness hat gewiss auch mit der Führung zu tun. Zum einen mit St.Gallens Präsident Matthias Hüppi, mit Sportchef Alain Sutter und nicht zuletzt mit Trainer Peter Zeidler. Der 58-jährige Deutsche stellt über zwei Monate nach der schmerzhaften Niederlage von Bern erfrischend ehrlich fest:

«Das war eine eindrucksvolle Demonstration der Luzerner. Die Feierlichkeiten hätte ich auch gerne erlebt.»

Er habe sich nicht anders zu helfen gewusst, als nach der Partie die Aussage zu machen: «Wir werden dann Cupsieger, wenn wieder Zuschauer zugelassen sind.»

Ein normales Ligaspiel – keine explizite Revanche

Jetzt, beim St.Galler Heimspiel gegen Luzern, sind Fans mit dem Covid-Zertifikat zugelassen. Revanchieren sich die Ostschweizer? Peter Zeidler: «Wir haben keine Revanchegelüste, das wird ein normales Punktespiel. So wie wir insgesamt pro Saison viermal gegen denselben Gegner spielen.» Zeidler verpasste als Coach des FC Sion 2017 den Cupfinal gegen Basel (0:3), weil er zuvor – auf Platz 3 stehend – entlassen wurde. Er fordert: «Irgendwann müssen wir das Thema Cupfinal abschliessen.»

Eines möchte der Trainer des Überraschungsteams der Saison 2019/20, die St.Gallen auf Rang 2 beendete, klarstellen:

«Wenn ich lese, wir hätten im Vorjahr eine verkorkste Saison gespielt, dann muss ich dagegenhalten: Der Cupfinal war schlecht, aber um überhaupt dorthin zu kommen, mussten wir YB und Servette bezwingen. So schlecht war das nicht.»
Peter Zeidler, Trainer des FC St. Gallen.

Peter Zeidler, Trainer des FC St. Gallen.

Bild: Pascal Muller/Freshfocus (Lausanne, 20. März 2021)

Diakité spielt auf der Ex-Position von Quintillà

Der Auftakt in die neue Spielzeit ist den St.Gallern gelungen: Dank zwei Toren des definitiv von Nantes (Ligue 1) übernommenen 22-jährigen Franzosen Elie Youan besiegten sie Lausanne auswärts 2:1. Dabei hatte der FC St.Gallen ein Jahr nach Itten, Demirovic und Hefti mit Jordi Quintillà den Captain und Mittelfeldchef an den FC Basel verloren. Zudem wechselte Linksverteidiger Miro Muheim leihweise zum Hamburger SV. Leonidas Stergiou will man diese Saison behalten.

Die Neuzugänge Fabian Schubert (von BW Linz) und Michael Kempter (von Xamax) haben keine grossen Namen. Anstelle von Quintillà spielt der 21-jährige Malier Ousmane Diakité (ausgeliehen von RB Salzburg) vor der Vertei­digung im Mittelfeld. Zeidler mag nicht jammern. Trotzdem schaut er erstaunt nach Luzern, wo kürzlich zwei prominente Landsleute zum Klub stiessen: «Gentner und Badstuber sind zweifellos vorbildliche Berufsspieler.» Und: «Farkas kenne ich aus meiner Zeit in Österreich bei Liefering, das ist ein hervorragender Profi. Ich wollte ihn 2015 holen.»