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YB-Sportchef Christoph Spycher spricht nach Höhenflug – beim FC Luzern klingelt die Kasse

Dank dem Einzug in die Gruppenphase der Champions League rollt bei den Young Boys der Rubel. Der Sportchef sieht den Erfolg als Chance, die Basis für eine erfolgreiche Zukunft zu legen.
Jonas Schneeberger (SDA)
YB-Sportchef Christoph Spycher (rechts) spaziert mit Trainer Gerardo Seoane. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 4. Juni 2018))

YB-Sportchef Christoph Spycher (rechts) spaziert mit Trainer Gerardo Seoane. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 4. Juni 2018))

Christopf Spycher, wie gross war die Anspannung während des Spiels bei Ihnen als Sportchef? Es lief ja zunächst nicht für die Young Boys.

Wenn so viel auf dem Spiel steht und der Traum der Champions League greifbar ist, dann ist eine gewisse Anspannung natürlich da. Grundsätzlich wussten wir aber, dass wir unseren Weg ohnehin gehen werden, mit oder ohne Champions League. Trainer Gerry Seoane hat in der Pause genau die richtigen Worte gefunden. Das eine oder andere wurde korrigiert, und dann zeigte die Mannschaft eine hervorragende zweite Halbzeit – was nicht einfach war nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Miralem Sulejmani. Das war eine sehr reife Leistung.

Können Sie die Bedeutung dieses Erfolgs einordnen?

Für uns ist es wohl eine Chance, die Basis für die mittelfristige Zukunft zu legen. Von unserer Philosophie werden wir jetzt auch nicht abweichen. Wir werden weiter auf junge Spieler setzen und wollen eine Topadresse für diese sein, fangen aber jetzt nicht an zu spinnen und Spieler für Millionenbeträge zu kaufen. Vorerst gilt der Fokus jener Mannschaft, die wir aktuell haben. Diese zusammenzuhalten, ist nun das oberste Ziel.

Die Chancen für einen Verbleib umworbener Akteure dürften gestiegen sein.

Die sind sicher nicht schlechter geworden, ja. Wir hatten aber auch keine Angst, dass die ganze Mannschaft auseinandergefallen wäre, wenn wir die Champions League nicht erreicht hätten. Viele Leute dachten das vielleicht, und wir werden natürlich immer wieder Abgänge verzeichnen. Davon auszugehen, dass wir diese Mannschaft über Jahre zusammenhalten können, wäre illusorisch für einen Ausbildungsklub wie YB. Wir wissen aber um die Qualität und die Topmentalität unserer Spieler, jeder hat seinen Preis.

Einer der am meisten um­worbenen Spieler ist Kevin Mbabu. Gibt es von ihm ein klares Signal?

Er hat in den letzten Wochen mit seinem Einsatz und seiner Mentalität gezeigt, dass er den Klub in seinem Herzen trägt und dass er sich für dieses Trikot zerreisst. Wir blicken den nächsten Tagen ganz ruhig und entspannt entgegen. Wenn er gehen will und ein Angebot kommt, das unseren Vorstellungen entspricht, dann werden wir dieses annehmen. Aber nur dann. Bei Djibril Sow hatten wir zum Beispiel den Fall, dass es mehrere so lukrative Offerten gab, dass wir uns einen Verkauf überlegt hätten. Der Spieler hat aber klar kommuniziert, dass er bleiben und hier den nächsten Schritt machen will. Das ist natürlich der Idealfall, wenn ein Spieler seine Karriere so sorgfältig plant.

Der Mentalitätswandel, der bei den Young Boys in den letzten Monaten stattgefunden hat, ist beeindruckend. Aus dem Klub mit dem Loser-Image ist eine Winner-Mannschaft entstanden. Wie ist das gelungen?

Es sind ganz viele verschiedene Dinge, die dazu führten. Einiges veränderten wir ganz bewusst, das Cup-Aus gegen Winterthur im März 2017 löste diesbezüglich einiges aus. Es zeigte uns auf, dass doch eine grosse Anpassung stattfinden muss. Vor der letzten Saison wagten wir dann einen mutigen Schnitt, wir wechselten viele Spieler aus und holten viele Junge, die zum Teil in einer Sackgasse steckten wie etwa Djibril Sow, die aber spielerisch und charakterlich zu uns passen. Heute klopft er an die Tür zum Nationalteam. Spieler wie ihn zu engagieren brauchte Mut, aber wir waren der Überzeugung, dass wir ein aus­gezeichnetes Gerüst an erfahrenen Spielern haben, das junge Spieler mit der richtigen Mentalität führen kann. Das ist voll aufgegangen.

Und hat den Meistertitel gebracht.

Die letzte Saison gab dem YB-Team enorm viel Selbstvertrauen. Diesen Nimbus der chronischen Erfolglosigkeit zu durchbrechen, war wichtig. Dass die Mannschaft es bis zuletzt voll durchgezogen hat, verdeutlichte die Ambitionen und den grossen Hunger.

Die Trefferquote bei den Einkäufen ist hoch. Woher kommt das gute Gespür für die richtigen Spieler?

Es braucht einerseits eine gute Menschenkenntnis, andererseits die richtige Einschätzung der fachlichen Qualitäten eines Spielers. Aber es ist nicht so, dass ich alleine dafür verantwortlich bin. Ich habe ein Topteam und viele Fachleute um mich herum. Das YB von heute ist ein Werk ganz vieler Leute.

Auch die FCL- Kasse klingelt

Der Schweizer Liga-Chef Claudius Schäfer hat es im Interview mit unserer Zeitung angekündigt: «Jeder Super-League-Verein, der nicht in einer Gruppenphase eingebunden ist, erhält bei einer Champions-League-Qualifikation der Young Boys rund 600 000 Franken von der Uefa.» Der Fall ist nun eingetroffen. Auch der FC Luzern wird diese Summe erhalten. Dazu könnten die Luzerner auch noch für Erfolgstrainer Gerardo Seoane eine schöne Stange Geld einstreichen. Der Ex-FCL-Coach wechselte im Sommer trotz weiterlaufendem Vertrag zum Meister YB, dafür mussten die Berner damals schon 600 000 Franken Ablöse zahlen. Jetzt wird eine üblicherweise im Fussballgeschäft praktizierte Erfolgsprämie für die erfolgreiche Champions-League-Quali der Young Boys unter Seoane fällig, die 500 000 Franken für Ex-Klub Luzern betragen soll. Allerdings wollte der FC Luzern diesen Vorgang beziehungsweise den Fluss dieses Geldes nicht offiziell bestätigen. (dw)

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