Wunschspieler Shaq bummelt um die Welt

Gross war die Freude, als Xherdan Shaqiri im Januar bei Inter Mailand vorgestellt wurde. Riesengross. Inter hatte dem Schweizer Internationalen lange den Hof gemacht, Trainer Roberto Mancini den jungen Mann zu seinem «absoluten Wunschspieler» erklärt.

Christian Brägger
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Gross war die Freude, als Xherdan Shaqiri im Januar bei Inter Mailand vorgestellt wurde. Riesengross. Inter hatte dem Schweizer Internationalen lange den Hof gemacht, Trainer Roberto Mancini den jungen Mann zu seinem «absoluten Wunschspieler» erklärt. Natürlich war der «Kraftwürfel» geschmeichelt und erlag alsbald den Avancen der Norditaliener. Also unterschrieb Shaq einen Vertrag bis Sommer 2019, der ihm jährlich mindestens drei Millionen Euro einbringen sollte. Seine Mission war ohnehin klar: Shaqiri musste dem serbelnden Traditionsclub wieder zu alter Stärke verhelfen und innerhalb der Mannschaft eine, wenn nicht sogar die zentrale Rolle einnehmen. Eine Rolle, die er zuvor bei Bayern München jahrelang gesucht, aber wegen der starken Konkurrenz niemals gefunden hatte.

Ein halbes Jahr ist nun vergangen, und von dieser Mission ist nichts mehr übriggeblieben. Shaqiri soll Inter verlassen; dies lieber heute als morgen. Findet der zweifelsfrei talentierteste Offensivspieler der Schweiz nicht innert nützlicher Frist einen geeigneten Verein – sprich einen, der ihm in Zukunft genug Lohn offeriert –, fahren die Mailänder schwerere Geschütze auf und drohen ihm mit einer Saison auf der Tribüne. Indes bleibt dabei völlig im Dunkeln, weshalb der 23-Jährige derart unverhofft vom Saulus zum Paulus mutierte.

Natürlich wird Shaqiri von seinem Bruder, dem Berater, jetzt allerorts angeboten. Mit der Folge, dass fast täglich neue Wasserstandsmeldungen möglicher Arbeitgeber zu hören sind: Valencia, Stoke, Gladbach, Newcastle, Monaco, Liverpool, Atletico Madrid, Schalke, Vereine aus der Türkei sowie Russland – und gestern Dortmund.

Shaqiri war im Sommer an so vielen Orten im Gespräch, wie unsereins in einem ganzen Leben besucht. Schön muss es sein, das Leben als Fussball-Weltenbummler. Fraglich, wie er, der Wunschspieler, das sieht.

christian.braegger@tagblatt.ch