WM-STAFFEL: Schlüsselrolle für Baumann

Die Schweiz kann das Staffelrennen der Männer über 4×10 km in Lahti nicht in der bestmöglichen Aufstellung bestreiten. Ein WM-Coup ist dennoch nicht ausgeschlossen.

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Die Ausgangslage ist für die Schweizer Männer-Staffel seit einigen Jahren bei Weltmeisterschaften stets dieselbe, entsprechend sind die Erwartungen. Es gibt mit Norwegen, Finnland, Russland und Schweden einige Nationen, die stärker einzustufen sind. Um den Traum von einer Medaille wahr werden zu lassen, muss für das Swiss-Ski-Quartett also alles passen. «Wir sind in der Warteposition», sagt der Schweizer Langlauf-Chef Hippolyt Kempf. Will heissen: Schwächelt eines jener Teams, muss die Schweizer Equipe die sich ihr eröffnende Chance nutzen. Ziel ist es, während der Ära Cologna dereinst an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen eine Staffel-Medaille zu erringen.

Die Hoffnung, dass in Lahti die Schweiz in die Phalanx der ganz Grossen eindringen kann, wurde jedoch geschmälert. Der jeweils stärkste Läufer bestreitet in der Regel die zweite Ablösung in der klassischen Technik. Wegen muskulärer Probleme in der linken Wade ist Dario Cologna jedoch gezwungen, in der Skating-Technik zu laufen. Nach Startläufer Jason Rüesch kommt deshalb Jonas Baumann als Zweiter zum Einsatz. «Meine Devise wird sein, den Kontakt nach vorne zu halten», so Baumann. Seiner Schlüsselrolle ist sich der nach Cologna stärkste Schweizer Klassisch-Läufer natürlich bewusst.

Angeschlagener Livers muss passen

Erstmals nach fünf WM-Staffelrennen in Folge wird Toni Livers nicht dem Schweizer Team angehören. Der 33-Jährige war Anfang Woche gesundheitlich angeschlagen, weshalb sich das Trainerteam für den 22-jährigen Rüesch entschied. Kann die Schweiz nach den ersten 20 km im klassischen Stil den Kontakt zu den Medaillenrängen aufrecht erhalten, ist die Ausgangslage für den weiteren Rennverlauf verheissungsvoll. Den Skating-Part werden Cologna und Schlussläufer Curdin Perl bestreiten. Für beide wird es der erste WM-Einsatz in Lahti sein. Die Favoritenrolle kommt wenig überraschend den Norwegern zu. (sda)