WM-Qualifikation
Tor, Tor, Tor, Tor! Die unglaublichen 285 Sekunden der Schweizer Fussballerinnen

Das Schweizer Frauen Nationalteam besiegt in der WM-Qualifikation Moldawien 6:0. Kurz vor der Pause gelingen Crnogorcevic, Sow, Humm und Fölmli vier Treffer innert fünf Minuten.

Etienne Wuillemin
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Zwei der sechs Schweizer Torschützinnen: Svenja Fölmli und Fabienne Humm.

Zwei der sechs Schweizer Torschützinnen: Svenja Fölmli und Fabienne Humm.

Freshfocus / Alex Nicodim

Ein letztes Mal noch rannten die Schweizerinnen auf das Tor ihrer Gegnerinnen zu. Auch nach sechs Toren hatten sie noch nicht genug – wer weiss, vielleicht wird die Tordifferenz in dieser WM-Qualifikation im Fernduell mit Italien noch entscheidend. Doch es blieb beim 6:0.

Ein Resultat, mit dem Nationaltrainer Nils Nielsen sehr gut leben kann. «Nach sechs Toren kann man eigentlich nicht unzufrieden sein. Wir waren lange sehr diszipliniert und haben immer wieder versucht, Lösungen zu finden.» Und dabei nie die Geduld verloren, hätte Nielsen noch anfügen können. Denn es war aus Schweizer Sicht allzu lange ein komplizierter Abend.

Zuerst der Penalty, dann gelingt plötzlich alles

Dass davon im Rückblick kaum mehr die Rede sein wird, liegt an den Minuten direkt vor der Halbzeit. Innert genau 285 Sekunden gelangen den Schweizerinnen rekordverdächtige vier Tore. Erst reüssierte Crnogorcevic per Penalty, dann doppelte Sow nach, wieder 42 Sekunden später traf Humm und schliesslich noch Fölmli.

1:0 für die Schweiz: Crnogorcevic trifft per Penalty.

1:0 für die Schweiz: Crnogorcevic trifft per Penalty.

Freshfocus / Alex Nicodim

«Nein, so etwas habe ich natürlich auch noch nie erlebt», sagt Nielsen. «Vor allem hat mir das Zeichen gefallen: Wir haben nie genug und sind bereit, jeden Fehler auszunutzen.» Zur vollsten Zufriedenheit reichte die Schweizer Leistung aber nicht aus. Dafür war das Spiel vor ­allem in der zweiten Hälfte zu behäbig und fehlerhaft.

Nach der Pause dauerte es zwar nur wenigen Minuten, bis Riola Xhemaili ihr erstes Länderspieltor gelang, doch danach war viel Schweizer Leerlauf, bis Lehmann kurz vor Schluss das 6:0 erzielt. In manch einer Phase vermissten die Schweizerinnen die (leicht) verletzte Ramona Bachmann.

Allzu viel Kritik ist indes nicht angebracht, der Auftakt in diese Qualifikation ist geglückt, in der Summe sind das 4:1 über Litauen vom letzten Freitag und der Auftritt gestern als Erfolg zu werten. Die Schweizerinnen dürfen als Leader in die nächsten Partien vom 22. und 26. Oktober steigen. Dann empfangen sie Rumänien und Kroatien, ­jeweils im Zürcher Letzigrund.

Was bleibt? Mit Fölmli und Xhemaili überzeugten zwei junge Spielerinnen, die kürzlich in die Bundesliga wechselten. An beiden wird die Nati noch viel Freude haben. Die neu installierte Dreierkette kann auch zur Waffe werden – einige Justierungen braucht es aber noch, wenn die Gegenwehr stärker wird.

Erster Treffer im Nati-Trikot: Riola Xhemaili.

Erster Treffer im Nati-Trikot: Riola Xhemaili.

Freshfocus / Alex Nicodim

WM-Qualifikation 2023

Gruppe G

2. Runde: Moldawien – Schweiz 0:6. Kroatien – Italien 0:5. Rumänien – Litauen 3:0. – Rangliste: 1. Schweiz 2/6 (+9). 2. Italien 2/6 (+8). 3. Rumänien 2/6 (+5). 4. Litauen 2/0. 5. Kroatien 2/0. 6. Moldawien 2/0.

Moldawien-Schweiz 0:6 (0:4)
Tore: 39. Crnogorcevic 0:1. 41. Sow 0:2. 42. Humm 0:3. 44. Fölmli 0:4. 52. Xhemaili 0:5. 87. Lehmann 0:6.
Schweiz: Friedli; Mauron, Bühler, Aigbogun; Wälti (46. Maendly); Crnogorcevic, Xhemaili (60. Julini), Sow (71. Da Eira), Touon (60. Pando); Fölmli, Humm (46. Lehmann);

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