WM-QUALIFIKATION: Die falschen Asiaten

Dank des 3:1-Heimsieges in der Barrage gegen Honduras steht Australien als 31. Teilnehmer an der Fussball-WM fest. Seit 2005 sind die Australier Mitglied des asiatischen Verbandes, seit 2006 spielen sie an jeder WM.

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Australiens Captain Mile Jedinak erzielt drei Tore. (Bild: Daniel Munoz/AP)

Australiens Captain Mile Jedinak erzielt drei Tore. (Bild: Daniel Munoz/AP)

Als Vertreter Ozeaniens scheiterte Australien immer wieder im letzten Moment. Denn der südliche Erdteil hat kein Anrecht auf einen fixen Startplatz an der Fussball-WM. So musste Australien als Sieger der Ausscheidungskampagne Ozeaniens immer in ein Playoff – meistens gegen renommierte Gegner.

In den Barragespielen gegen Mannschaften aus anderen Kontinentalverbänden zogen die Australier regelmässig den Kürzeren. Im Vorfeld des Turniers von 1986 scheiterten sie im interkontinentalen Playoff an Schottland. Vor der WM 1994 bedeutete Argentinien Endstation für die «Socceroos», wie sie in der Heimat genannt werden. Und auch Uruguay war 2001 zu stark für Australien.

Der Verbandswechsel zahlt sich aus

Um bessere Chancen auf eine WM-Qualifikation zu haben, wandten sich die Australier 2005 mit einem Gesuch um einen Verbandswechsel an die Fifa. Sie wollten mit den asiatischen Mannschaften mitspielen. Denn Asien hat vier WM-Startplätze. Und das Niveau ist nicht allzu hoch. Die Fifa willigte ein.

Steiniger Weg nach Russland

Seit Australien mit asiatischen Gegnern um die WM-Qualifikation kämpft, ist das Land immer an der WM dabei. Um nach Russland zu gelangen, mussten die Australier aber sogar zwei Barragen überstehen. Sie schafften es in den entscheidenden Gruppenspielen nicht unter die ersten zwei und mussten deshalb als Dritter gegen Syrien antreten. Mit einiger Mühe setzten sich die Australier in der Verlängerung durch. Die grosse Figur gestern in Sydney gegen Honduras war Captain Mile Jedinak als dreifacher Torschütze. Der Mittelfeldspieler steht in England bei Aston Villa unter Vertrag.

Daniel Good