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WM-QUALIFIKATION: Aus der Versenkung aufgetaucht

Heute um 18.30 Uhr spielt die Schweizer Handball-Nationalmannschaft in der St.Galler Kreuzbleiche gegen Bosnien-Herzegowina. Trainer Michael Suter setzt wieder konsequent auf junge Spieler.
Ives Bruggmann
Gegen Estland überzeugt die Schweiz und siegt deutlich mit 39:21. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Winterthur, 7. Januar 2018))

Gegen Estland überzeugt die Schweiz und siegt deutlich mit 39:21. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Winterthur, 7. Januar 2018))

Ives Bruggmann

Stillstand. Dieses Wort umschreibt den Zustand der Schweizer Handball-Nationalmannschaft im vergangenen Jahrzehnt ziemlich genau. Die Erfolgserlebnisse seit der letzten Teilnahme an einem grossen Turnier, der EM 2006, waren rar. Den Tiefpunkt erreichte die Schweiz in der WM-Qualifikation Anfang 2016, als sie zweimal gegen die Niederlande verlor. Einmal gar 21:34.

Nun aber scheint die Schweiz wieder auf dem Weg nach oben zu sein. Zumindest tauchte sie zu Beginn der laufenden WM-Qualifikation mit den beiden Siegen gegen Estland aus der Versenkung auf. Michael Suter hat seinen Job als Nationaltrainer im Juni 2016 mit dem Ziel angetreten, die Schweiz mittelfristig wieder an ein grosses Turnier zu führen. Als früherer Junioren-Nationaltrainer setzt er seither konsequent auf junge Spieler, deren Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist.

Gegenwart und Zukunft

Ein Dutzend Spieler des Kaders weist den Jahrgang 1994, 1995 oder 1996 auf. Zum grössten Teil hat Suter diese Handballer schon im Juniorenalter selbst gefördert. Mit ihnen als Kern will er bis 2020 so weit sein, dass eine Qualifikation für ein grosses Turnier realistisch erscheint. Gleichzeitig will er in der Gegenwart so erfolgreich wie möglich sein. «Wir betreiben Spitzensport und wollen immer gewinnen», sagt Suter. Und dennoch füllen die jungen Spieler mit jedem weiteren Ernstkampf ihren Rucksack weiter.

Im Heimspiel gegen Estland hat die Mannschaft von Suter eine neue Erfahrung gemacht. Es hat alle Vorgaben des Trainers erfüllt und «die Handbremse gelöst», wie es Suter bezeichnete. «Es war ein nahezu perfektes Spiel.» Und wieder steht die Mannschaft vor einer Herausforderung. Wie geht sie mit diesem in dieser Form nicht erwarteten Sieg um? «Ich kenne die Spieler sehr gut. Ich hatte bislang nicht das Gefühl, dass jemand abhebt», sagt Suter, der mit dem Team den Fokus nicht aus den Augen verlieren will.

Jeder kennt seine Aufgabe

Suter hat seiner Equipe ein Grundsystem mit deutlichen Strukturen verpasst. «Jeder weiss, was seine Aufgabe ist», sagt Suter. Er denke, dass dies für ein unerfahrenes Team der richtige Ansatz sei. Das System Suter basiert auf einer stabilen Defensive um Abwehrchef Samuel Röthlisberger und Goalie Nikola Portner. Hohe Priorität geniesst beim Trainer auch das Umschaltspiel, sei es der Gegenstoss oder die Rückzugsbewegung. Beides soll in maximalem Tempo geschehen. «Wir glauben primär an unsere eigenen Stärken. Wenn wir diese umsetzen, sehe ich die Chancen auf den Sieg bei 70 Prozent», sagt Suter.

Auch gegen Bosnien-Herzegowina wird Suter heute ab 18.30 Uhr wieder auf sein Grundsystem setzen. «Wir müssen nur wenig justieren.» Er erwartet einen Gegner, der mit vielen Emotionen und einer ordentlichen Portion Aggressivität antreten wird. Trotz der Aussenseiterrolle strebt die Schweiz den Sieg an. «Wir wollen das Selbstvertrauen mitnehmen», sagt Suter. Ein Erfolg würde die Qualifikation für das Playoff im Juni bedeuten. Es wäre ein weiterer Schritt auf dem weiten Weg nach oben.

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