Wiss' Rückkehr, Tafers Schmerzen

In der fünften Runde der Super League gastiert der FC St. Gallen heute um 20.30 Uhr beim FC Luzern. Nach der Enttäuschung gegen den FC Zürich ist eine Steigerung gefordert. Diskussionen gibt es um Yannis Tafer.

Patricia Loher
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St. Gallens Neuzugang Alain Wiss (Mitte) bestritt in den vergangenen acht Jahren für den FC Luzern 222 Pflichtpartien. Heute ist er in der Luzerner Arena erstmals zu Gast. (Bild: Benjamin Manser)

St. Gallens Neuzugang Alain Wiss (Mitte) bestritt in den vergangenen acht Jahren für den FC Luzern 222 Pflichtpartien. Heute ist er in der Luzerner Arena erstmals zu Gast. (Bild: Benjamin Manser)

FUSSBALL. Vier Spiele, vier Punkte. St. Gallens Zwischenbilanz ist wenig berauschend. Geschmerzt hat am Sonntag vor allem die Niederlage gegen den FC Zürich, als die Ostschweizer die Quittung für ihre ungenügende Effizienz erhielten. Nach dem 0:2 müssen sich die St. Galler in Luzern rehabilitieren. Die Zentralschweizer haben einen Zähler mehr auf dem Konto, St. Gallens Trainer Jeff Saibene zählt sie zu jenen Mannschaften, «die den Top vier bis fünf angehören». Seinem eigenen Team würden zwei bis drei Punkte fehlen. «Aufgrund unserer Leistungen hätten wir den einen oder anderen Zähler mehr verdient.»

Auf die Schiedsrichter und deren Fehlentscheide in Sitten und gegen die Young Boys schieben mag das der Trainer nicht. «Auch wir hätten uns in einigen Situationen professioneller verhalten können.» Es gebe nichts schönzureden, man habe noch einige Luft nach oben. Zu wenig Qualität an den Tag gelegt hat St. Gallen vor allem gegen den FC Zürich, als es in der ersten Halbzeit zwei hochkarätige Chancen vergab und nach der Pause ohne Ideen dem 0:1-Rückstand hinterher rannte. «Auf den letzten Metern hat die Präzision gefehlt», so Saibene.

Wiss trifft auf alte Bekannte

Noch mag der Trainer nicht sagen, was für Änderungen er für das heutige Spiel plant. Speziell sein wird die Begegnung für Alain Wiss, der erstmals in sein früheres Heimstadion zurückkehrt. St. Gallens neuer Innenverteidiger hat vor seinem Wechsel in die Ostschweiz die gesamte Karriere in Luzern verbracht. «Vielleicht können wir in einem Spiel einen Dreier holen, in dem es nicht unbedingt geplant war», so Wiss gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung. Verzichten muss St. Gallen auf die verletzten Daniele Russo und Daniel Lässer. Yannis Tafer wird ebenfalls fehlen. Fit ist Geoffrey Tréand. Schon gegen Zürich kam der Franzose nach seiner Innenbandüberdehnung im Knie zu einem Teileinsatz. Saibene ist froh, wieder auf Tréand zählen zu können. Denn Tafer beklagte sich nach dem Abschlusstraining vor dem Heimspiel gegen Zürich über Schmerzen in der Brust. Noch ist ungewiss, was deren Auslöser sind. Erste Untersuchungen blieben ohne Ergebnis.

Will Tafer weg?

Um Tafer gab es zuletzt viele Gerüchte. Der französisch-algerische Doppelbürger soll einigen Clubs angeboten worden sein. Saibene sagt, er habe davon auch schon gehört. «Ich weiss, dass Yannis weiterkommen will. Wir dürfen uns von solchen Gerüchten aber nicht beeinflussen lassen. Obwohl es nicht immer einfach ist.» Tafer verfügt in St. Gallen noch über einen Vertrag bis 2017, plus Option. Vor rund einem Jahr kam er von Absteiger Lausanne und spielte sich in St. Gallen in den Kreis der algerischen Nationalmannschaft. Vor wenigen Monaten wurde der 24-Jährige bereits mit den Young Boys in Verbindung gebracht. Dem FC St. Gallen lägen für Tafer keine Angebote vor, so Mediensprecher Daniel Last. «Er ist auch nie zu uns gekommen und hat uns gesagt, dass er in St. Gallen unzufrieden ist.»

Weiterhin im Test ist der Ghanaer Seidu Salifu. Am Freitag, einen Tag vor dem Cupspiel beim 3.-Liga-Club Hausen am Albis, wird er den medizinischen Check absolvieren. Dann soll entschieden werden, ob eine Verpflichtung des früheren Teamkollegen von Stéphane Natter bei Africain in Tunis in Betracht gezogen wird. «Salifu wäre ein Spieler für die Zukunft, den wir behutsam aufbauen möchten», sagt Saibene. Der 21jährige Afrikaner ist ein defensiver Mittelfeldspieler und Nachwuchs-Internationaler von Ghana.

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