Wirbel um Nushis Platzverweis

Rund um den Platzverweis von Kristian Nushi im Spiel des FC St. Gallen gegen Chiasso gab es Gehässigkeiten. Aber was war passiert? Nushi und der Masseur der Tessiner, der wegen des Vorfalls ebenfalls die rote Karte sah, nehmen Stellung.

Daniel Walt
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Nach Kristian Nushis Schubser gerät auch Chiassos Masseur Pietro Vinci (links) in Rage – einen Platzverweis kassieren beide. (Bild: EQ Images/Alessio Fiori)

Nach Kristian Nushis Schubser gerät auch Chiassos Masseur Pietro Vinci (links) in Rage – einen Platzverweis kassieren beide. (Bild: EQ Images/Alessio Fiori)

FUSSBALL. «Es geht mir schlecht», sagt Kristian Nushi, St. Gallens Mittelfeldspieler. Auch nachdem er zweimal über die Ereignisse vom Samstag geschlafen hat, schlägt ihm das Spiel gegen Chiasso noch auf den Magen. «Zum einen, weil wir verloren haben, und das auch noch zu Hause», sagt der 29-Jährige. Zum anderen beschäftigt ihn die rote Karte, die er nach einer Auseinandersetzung mit dem Masseur der Tessiner erhielt.

Rund 20 Minuten sind noch zu spielen – St. Gallen rennt verzweifelt einem 0:1 hinterher. Zum wiederholten Mal liegt ein Chiasso-Spieler am Boden. Er muss gepflegt werden. Masseur Pietro Vinci beginnt, sich um seinen Spieler zu kümmern. Er sagt: «Er hatte einen Schlag auf den Kopf bekommen.» In der Folge eilt Nushi herbei und bestürmt Vinci unablässig, mit dem Chiasso-Spieler den Platz zu verlassen. Nushi bestätigt das. Seiner Ansicht nach hatte es in der vorangegangenen Situation kein Foul gegeben. «Wir wollten einfach so schnell wie möglich weiter Fussball spielen», sagt Nushi.

Schiedsrichter ahndet Schubser

In der Folge wird die Situation für die rund 10 000 Zuschauer unübersichtlich. Deshalb schiessen die Spekulationen nach der roten Karte gegen Nushi ins Kraut: Hat er den Schiedsrichter oder den Tessiner Masseur beleidigt – oder ist er tätlich geworden? Die Antwort liefert der Rapport von Schiedsrichter Damien Carrel. Die Swiss Football League erklärt auf Anfrage, der Referee habe einen Schubser Nushis gegen den Tessiner Betreuer als grobe Unsportlichkeit taxiert und mit der roten Karte geahndet. Nushi streitet den Schubser nicht ab. «Er war aber leicht – eine gelbe Karte hätte absolut gereicht. Nie hätte ich mit Rot gerechnet», sagt er.

Auch Chiasso-Masseur Vinci kann sich, als die Dinge ihren Lauf nehmen, nicht beherrschen: Er stösst Nushi mit beiden Händen weg – dafür sieht auch er die rote Karte und muss den Rest des Spiels in der Garderobe verbringen.

«Werde mich raushalten»

Dass auch er die Nerven verloren hat, tut dem Masseur leid. «So etwas ist mir noch nie passiert. Aber es waren halt Emotionen da», sagt Vinci, der von St. Galler Zuschauern während der fraglichen Situation mit Bier bespritzt wurde. Nushi seinerseits will ebenfalls seine Lehren ziehen. «Ich werde mich künftig aus solchen Situationen raushalten», sagt Nushi.