«Wir wissen, dass es möglich ist»

Zum drittenmal innert zwei Jahren liegen die ZSC Lions im Playoff 1:3 in Rückstand. Gegen Bern und Davos gelang jeweils die Wende. Captain Mathias Seger nennt Gründe, wieso dies auch im Halbfinal gegen Fribourg nicht abwegig ist.

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Mathias Seger hat den Glauben an den Finaleinzug seiner ZSC Lions noch nicht aufgegeben. (Bild: freshfocus/Sandro Stutz)

Mathias Seger hat den Glauben an den Finaleinzug seiner ZSC Lions noch nicht aufgegeben. (Bild: freshfocus/Sandro Stutz)

Herr Seger, heute um 20.15 Uhr in Freiburg rennt ihre Mannschaft schon wieder einem 1:3-Rückstand in einer Playoff-Serie nach. Brauchen die ZSC Lions diesen Kick?

Mathias Seger: Nein, sicher nicht. Es wäre für uns auch einfacher, wenn nicht Fribourg einen Sieg vor dem Weiterkommen stünde, sondern wir.

Sorgen müssen Sie sich aber keine machen. Sowohl im letztjährigen Final gegen Bern als auch in dieser Saison, im Viertelfinal gegen Davos, schafften Sie die Wende jeweils noch. Verleiht einem das in dieser Situation eine innere Ruhe?

Seger: Wir lassen uns durch einen solchen Rückstand im Playoff sicher nicht mehr verrückt machen. Diesbezüglich haben wir vielleicht schon eine innere Ruhe. Wichtig ist, das wir dank unserer Erfahrung wissen, dass eine solche Wende jederzeit möglich ist.

War der 5:2-Heimsieg am Dienstag schon die Wende? Spürten Sie dabei Ähnliches wie in den anderen Serien, die Sie zu Ihren Gunsten drehen konnten?

Seger: Es ist gefährlich, beim ersten Sieg in einer Playoff-Serie schon von einer Wende zu sprechen. In diesem Stadium der Meisterschaft sprechen wir lieber von Schritten. Wir haben diesen ersten Schritt getan und sind gewillt, noch weitere zu tun.

Der Erfolg am Dienstag war der erste gegen Fribourg seit über zwei Jahren. Spürten Sie da eine grosse Erleichterung?

Seger: Ich kann Ihnen sagen, es hat gut getan, zu gewinnen (lacht). Es war ein befreiendes Gefühl. Wir sind uns aber bewusst, dass es vor eigenem Publikum einfacher war, als es nun wieder in Freiburg der Fall sein wird. Doch darauf sind wir vorbereitet. Und durch unseren Sieg spürt nun auch Fribourg wieder einen gewissen Erfolgsdruck. Davon bin ich überzeugt.

Apropos Druck: Wenn Ihre Mannschaft in einer Playoff-Serie mit 0:3 oder 1:3 im Rückstand liegt, denken Sie da nicht stetig daran, dass die Saison bei der nächsten Niederlage fertig sein könnte?

Seger: Natürlich mache auch ich mir Gedanken über ein mögliches Ausscheiden. Aber ich versuche, diese zu verdrängen. Wenn man fast hoffnungslos im Rückstand liegt, kann das auch motivierend sein. Jetzt geht es um alles oder nichts. Das sind doch die schönen Momente im Sport.

Also werden Sie heute abend den Slogan «Vollgas ZSC» auch in der Eishalle St-Léonard ausleben?

Seger: Unsere Taktik müssen Sie beim Trainer erfragen. Meine Aufgabe als Teamcaptain ist unter anderem, trotz unseres ersten Siegs in dieser Serie keine falsche Euphorie aufkommen zu lassen. Die Mannschaft muss sich zu jeder Zeit unter Kontrolle haben. Doch da habe ich ein gutes Gefühl für die fünfte Halbfinalpartie in Freiburg. Denn wir vereinen sehr viel Erfahrung in unserem Kader. Das zeigte sich unter anderem darin, dass auch nie Panik ausgebrochen war, als wir schon weniger Chancen hatten.

Und wie motivieren Sie Ihre Mitspieler vor der heutigen Auswärtspartie in Freiburg?

Seger: Unsere Chance, die Saison weiter zu verlängern, ist noch immer da. Und daran halten wir uns fest.

Interview: Matthias Hafen, Zürich

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