«Wir sind nur Mitläufer»

Arbon ist auswärts gegen Kriens-Luzern chancenlos und kassiert im sechsten NLA-Spiel die sechste Niederlage. Trainer Enver Koso stellt die Grundsatzfrage.

Stephan Santschi/Kriens
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Handball. Einen Kommentar zum Spiel, bitte. Enver Koso dreht sich mit einem Gesichtsausdruck ab, der Bände spricht. Dann sagt er: «So werden wir nie auf Nationalliga-A-Niveau kommen.»

Dem Trainer von Arbon hat die gestrige 24:40-Niederlage in der Zentralschweiz ordentlich zugesetzt. «16 Tore Differenz, das tut weh. Wir sind überfahren worden», so Koso. Etwas mehr als zehn Minuten konnten die Thurgauer das Geschehen ausgeglichen gestalten (4:4).

Dann hatte sich Kriens-Luzern an die offensive 3:2:1-Deckung Arbons gewöhnt und begann, den Gegner kontinuierlich zu distanzieren. Sinnbildlich für den inferioren Auftritt waren die inexistenten Massnahmen gegen Daniel Schmid. Praktisch jedesmal wenn der rechte Aufbauer seine 1,93-Meter in Bewegung setzte, wich die Gästeverteidigung geradezu ehrfürchtig zurück. «Ich kann meinen Spielern hundert Mal sagen, in diesem Moment einen Schritt auf den Gegner zuzumachen. Wir können das tausend Mal trainieren.

Doch im Spiel machen sie es anders. Das ist eine Frage der Qualität», so Koso.

Koso fordert Zeichen des Vereins

Für Koso steht deshalb fest: «Wir sind in dieser Liga nur Mitläufer.» Damit sich dies ändere, müsse der Verein auf die zwei Aufstiege der vergangenen beiden Jahre reagieren. «Um in der Nationalliga A konkurrenzfähig zu sein, muss viel passieren. Das aktuelle Team kann nicht mehr viel besser spielen.

» Die Qualität des Kaders und der Aufwand mit drei Mannschaftstrainings und einer Krafteinheit pro Woche seien ungenügend. «Wir brauchen Qualität. Und das kostet Geld», so Koso.

Das Ziel heisst Klassenerhalt

Dass Arbon diesen Schub machen kann, bezweifelt der 54-Jährige allerdings. Hat er also den Kampf um den Klassenerhalt schon aufgegeben? «Nein», sagt er. «Ich gebe niemals auf.» Das tut auch Philipp Bärtschi nicht. Der rechte Rückraumspieler hält fest: «Bis Ende Jahr müssen wir vor allem lernen.

Ab Januar geht es dann los. Stäfa und Gossau sind nicht so weit von uns entfernt.»