«Wir nehmen Thurgau ernst»

Kloten hat in der NLA einen durchzogenen Saisonstart hingelegt. Das Letzte, was Trainer Sean Simpson heute brauchen kann, ist eine Niederlage im Cup gegen den NLB-Club Thurgau.

Matthias Hafen/Kloten
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Kloten hat sich in der NLA etwas stabilisiert. Dennoch bleibt für Trainer Sean Simpson noch einiges zu tun. (Bild: ky/Alexandra Wey)

Kloten hat sich in der NLA etwas stabilisiert. Dennoch bleibt für Trainer Sean Simpson noch einiges zu tun. (Bild: ky/Alexandra Wey)

EISHOCKEY. «Das ist alles andere als ein Testspiel für uns», sagt Klotens Trainer Sean Simpson vor der heutigen Cup-Partie gegen Thurgau. Um 20 Uhr trifft sein NLA-Ensemble in der Weinfelder Güttingersreuti auf die Equipe von Trainer Christian Weber, derzeit Achter der NLB. Als Tabellensechster der obersten Spielklasse ist Kloten in der ersten Cuprunde haushoher Favorit. Doch vor einer Woche sah noch alles ganz anders aus.

Vier Niederlagen in den ersten fünf Spielen der neuen Saison brachten mächtig viel Unruhe in den Schluefweg, die Heimstätte der Zürcher Unterländer. Der NLA-Club, der auf diese Saison hin von kanadischen Investoren übernommen worden war, legte eine veritablen Fehlstart hin. Und schon wurden Stimmen laut, die personelle Konsequenzen forderten.

Die Kurve noch gekriegt

Doch am vergangenen Wochenende lief alles für Kloten. Dem 4:3-Auswärtserfolg im Derby gegen die ZSC Lions folgte tags darauf ein überzeugender 5:1-Heimsieg gegen Davos. Trainer Simpson und seine Mannschaft scheinen die bösen Geister vertrieben zu haben. Gefestigt sind die Zürcher deswegen aber noch lange nicht. Im Gegenteil.

Vor der Partie gegen das unterklassige Thurgau gibt sich Simpson dünnhäutig, will mit einsilbigen Antworten schnellstmöglich wieder seine Ruhe haben. Es scheint, als stünde er in Weinfelden besonders unter Druck. Druck, den er sich und seiner Mannschaft auch selber auferlegt. In der vergangenen Saison, der ersten des wiedererweckten Cup-Wettbewerbs, stiessen die Zürcher bis in den Final vor. «Dort wollen wir auch in diesem Jahr hin», sagt der Coach, der die Schweizer Nationalmannschaft 2013 in Schweden zu WM-Silber geführt hat.

Spektakelmacher Kolarik

Simpson stellt gegen Thurgau sein bestmögliches Kader auf. Das sagt er zumindest. Zuletzt war einzig Torhüter Luca Boltshauser verletzt. Mit dem ehemaligen NHL-Profi und Nationalgoalie Martin Gerber steht bei Kloten dennoch viel Klasse zwischen den Pfosten. Auch sonst gastieren heute in Weinfelden Spieler mit Rang und Namen: Patrick von Gunten, Matthias Bieber, Denis Hollenstein und Romano Lemm sind verdiente Internationale. Der Finne Tommi Santala gehört noch immer zum Besten, was die NLA zu bieten hat. Und mit drei Treffern gegen Davos sowie einem Assist gegen die ZSC Lions bewies zuletzt auch der Amerikaner Chad Kolarik, dass er das Zeug zum Spektakelmacher hat. Die Hoffnung des unterklassigen Clubs, der Favorit möge den einen oder anderen ausländischen Spieler pausieren lassen, nährt Simpson keine Sekunde. «Ich bringe meine volle Aufstellung», sagt er.

Videostudium über Thurgau

Doch nicht nur die eigene Mannschaft ist ihm wichtig. «Wir nehmen Thurgau sehr ernst als Gegner», sagt Simpson. «Christian Weber ist ein super Coach, der zwei hervorragende Ausländer zur Verfügung hat.» Mit Assistenzcoach Colin Muller betrieb er ein Videostudium über den heutigen Gegner. Da stellt sich natürlich die Frage, was er denn Besonderes gesehen hat. «Für wen schreiben Sie?», fragt Simpson. «Das erzähle ich doch Ihnen nicht.»