«Wir müssen weiterhin hellwach sein»

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist nach dem 2:0 gegen Albanien zufrieden und gut gelaunt. Euphorie lässt er dennoch keine aufkommen. Denn das nächste WM-Qualifikationsspiel am 12. Oktober gegen Norwegen werde eine «schwierige und wegweisende Partie».

René Weber/Luzern
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Ottmar Hitzfeld (Bild: ky/Alexandra Wey)

Ottmar Hitzfeld (Bild: ky/Alexandra Wey)

FUSSBALL. Luzern, der Morgen danach. Medienkonferenz mit Ottmar Hitzfeld in der Swissporarena. Mikrophone und Kameras sind auf den Schweizer Nationaltrainer gerichtet. Gut gelaunt sitzt er am Tisch. Hitzfeld ist auskunftsfreudig. Er spricht von grosser Zufriedenheit, streicht in seiner Analyse zwölf Stunden nach dem Schlusspfiff mehrheitlich positive Aspekte heraus. Er habe seinem Team nach dem Sieg gegen Albanien gratuliert. Der Spielverlauf habe der Schweiz in die Füsse gespielt. «Nach dem 1:0 hat sich das Spiel beruhigt, nach dem 2:0 war es entschieden», so Hitzfeld. Im Vergleich zum ersten WM-Qualifikationsspiel vier Tage zuvor in Slowenien sei in der ersten Halbzeit eine Verbesserung gelungen. Der Nationaltrainer lobt die Solidarität in seinem Team – und die Kampfkraft.

Norwegen nächster Gegner

Hitzfelds Momentaufnahme ist positiv, lässt im Coach aber keine Euphorie aufkommen. «Jeder hat erwartet, dass wir gegen Albanien drei Punkte gewinnen. In Slowenien wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen», so Hitzfeld. Sechs Zähler seien zwei mehr, als er aus den ersten Partien budgetiert gehabt habe. Der Nationaltrainer weist dennoch darauf hin, dass der Weg an die WM 2014 noch weit sei.

Der positive Start werde dem Team aber Sicherheit verleihen. «Die sechs Punkte kann uns niemand mehr nehmen. Wir müssen uns im nächsten Spiel trotzdem zu steigern versuchen.» Dieses findet am 12. Oktober statt. Gegner wird Norwegen sein, für Hitzfeld der stärkste Konkurrent. Er erwarte eine schwierige und wegweisende Partie. «Nach der Startniederlage in Island steht Norwegen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb werden wir noch konzentrierter und entschlossener agieren müssen.» Hitzfeld erwartet in Bern ein Geduldsspiel.

Umbruch nicht abgeschlossen

«Acht Kilometer», beantwortet Hitzfeld die Frage, welche Distanz die Schweiz auf einer Marathonstrecke mit Ziel in Brasilien schon zurückgelegt habe. «In unserer Gruppe kann nicht jeder jeden besiegen, aber es wird enge Partien geben. Umso wichtiger ist es, dass wir uns nur von Spiel zu Spiel orientieren. Wir müssen weiterhin hellwach sei.» Der Start sei geglückt, erreicht sei aber nichts. Auch der Umbruch des Teams sei noch nicht abgeschlossen. Natürlich sei es für ihn nach dem positiven Auftakt einfach, Kritik anzubringen, gewisse Dinge in der Garderobe anzusprechen. Dies wird er auch tun: beim nächsten Zusammenzug am 8. Oktober.