Nach der Niederlage gegen Basel im Espenmoos sagt die Sportchefin des FC St.Gallen-Staad: «Wir können gegen jeden bestehen»

Die Co-Sportchefin Sandra Egger zieht eine Zwischenbilanz und äussert sich zum Coronafall in der Equipe.

Ives Bruggmann
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Den Ball im Blick: St.Gallen-Staads Karin Bernet (links) im Laufduell mit der Baslerin Riola Xhemaili.

Den Ball im Blick: St.Gallen-Staads Karin Bernet (links) im Laufduell mit der Baslerin Riola Xhemaili.

Benjamin Manser
Sandra Egger

Sandra Egger

Bild: PD

Die Frauen des FC St.Gallen-Staad gehören zu den wenigen Sportlerinnen in der Schweiz, deren Meisterschaft fortgeführt wird. Ganz anders als im Frühling. Sportchefin Sandra Egger, die gemeinsam mit Patricia Willi das Amt ausführt, über die aktuelle Situation und die bisherige Punkte­ausbeute des Teams.

Im Frühling wurde die höchste Frauenliga abgebrochen, nicht aber die Super League der Männer. Das ist nun anders. Freut Sie das?

Sandra Egger: Natürlich freut uns das. Wir schätzen diese Anerkennung des Bundes und sind froh, dass der Verband sich für uns starkgemacht hat. Die Spielerinnen sind glücklich, dass sie weiterspielen können. Wir haben jedoch noch einiges vor uns, bis wir wirklich eine Liga mit überwiegend professionellem Spielbetrieb sind. Denn als solche wurden wir eingestuft.

In der Women’s Super League musste noch kein Spiel verschoben werden. Sie hatten im Team aber einen Coronafall zu beklagen. Wie sind Sie damit umgegangen?

Einige Spielerinnen waren in Isolation, einige in Quarantäne. Sie absolvierten ihre Übungen individuell in enger Absprache mit dem Staff. Wir sind da im steten Austausch mit der medizinischen Abteilung des Klubs. Die restlichen Fussballerinnen besuchten wie üblich die Trainings unter den aktuellen Schutzmassnahmen.

Der FC St.Gallen-Staad steht nach neun Runden mit elf Punkten auf Platz fünf der Tabelle. Zufrieden?

Patricia Willi und ich sind so weit zufrieden. Wir haben nun gegen alle Teams gespielt und gesehen, dass wir gegen jede Equipe bestehen können. Es gibt kein Team, das ausser Reichweite liegt, auch wenn wir gegen Zürich mit 1:5 deutlich verloren haben. Wir wollen aber noch mehr. Mit mehr Konstanz hätte die Punkteausbeute noch ein bisschen besser sein können.

Ardita Iseni ist mit zwölf Toren derzeit die beste Torschützin der Liga. Wie schätzen Sie ihre Leistung ein?

Ardita Iseni hat derzeit einen tollen Lauf. Sie ist schnell und besitzt einen starken linken Fuss. Sie verwertet die guten Zuspielen ihrer Kolleginnen, die sie ihren Stärken entsprechend in Szene setzen. Sie ist ein Talent, das noch einen langen Weg vor sich hat, wenn es an die Spitze kommen will.

Auf Augenhöhe mit Basel

Der FC St.Gallen-Staad blieb nach drei Spielen ohne Niederlage am Samstag wieder einmal ohne Punkte. Gegen die Frauen des FC Basel resultierte eine 1:2-Niederlage. Alle drei Tore fielen in den zweiten 45 Minuten der Partie. In der ersten Halbzeit hatten beide Teams unter Ausschluss der Öffentlichkeit keine zwingenden Tormöglichkeiten. Basel hatte zwar ein wenig mehr vom Spiel, dennoch ging es mit einem 0:0 in die Pause. Im zweiten Durchgang dauerte es nicht lange und der Ball fand den Weg ins Netz der St.Galler Torhüterin Fabienne Oertle. Camille Surdez traf für die Gäste. Rund zwanzig Minuten später wurde die St. Galler Topskorerin Ardita Iseni optimal lanciert. Die Linksfüsserin überlistete mit einem raffinierten Heber die Basler Torhüterin zum Ausgleich. Es war bereits der zwölfte Saisontreffer der 18-jährigen Stürmerin. Damit zieht die U19-Nationalspielerin in der Torschützenliste der Women’s Super League mit Fabienne Humm gleich und teilt sich mit der A-Nationalspielerin den ersten Platz nach neun Runden. Oertle pariert Penalty von Surdez Danach kamen die Frauen des FC St. Gallen-Staad zu einer weiteren ausgezeichneten Gelegenheit, doch der Ball fand den Weg nicht ins gegnerische Tor. Und so fiel kurze Zeit später der neuerliche Führungstreffer der Baslerinnen durch die eingewechselte Imane Saoud. Die Equipe von Trainer Marco Zwyssig hatte es verpasst, den Ball aus der Gefahrenzone zu spedieren, und so traf die Basler Stürmerin per Weitschuss. Zehn Minuten vor dem Ende vergaben die Gäste die Vorentscheidung, als sie vom Penaltypunkt aus scheiterten. St.Gallens Goalie Fabienne Oertle parierte den wenig platzierten Schuss der besten Basler Torschützin Surdez. Für die St.Gallerinnen wäre wohl nach dem Ausgleich noch mehr möglich gewesen. Doch am Ende geht der Sieg für die Gäste aus Basel in Ordnung. Die Partie war der Beweis, dass St. Gallen trotz Verletzungspech mit einem Topteam der Liga mithalten kann. (msc)