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Interview

Spono-Präsident Urs Wey: «Wir haben uns extrem entwickelt»

Die Spono Eagles haben in dieser Saison mit dem Gewinn des Doubles alles abgeräumt. Präsident Urs Wey spricht über Widerstände auf dem Weg nach oben, den Umgang mit Trainer Urs Mühlethaler und die Probleme im Nachwuchs.
Stephan Santschi
Es gibt kein Halten mehr bei den Spono-Spielerinnen nach dem Sieg in der Finalissima gegen Brühl. (Bild Dominik Wunderli (Nottwil, 22. Mai 2018)

Es gibt kein Halten mehr bei den Spono-Spielerinnen nach dem Sieg in der Finalissima gegen Brühl. (Bild Dominik Wunderli (Nottwil, 22. Mai 2018)

Urs Wey, wie verlief die Meisterfeier nach dem 25:21-Sieg am Dienstag gegen Brühl?

Wir blieben in der SPZ-Halle und haben den Abend genossen. Es uferte aber nicht aus. Ich war um 1 Uhr morgens zu Hause, schliesslich begann um 7 Uhr für mich bereits wieder die Arbeit.

Wie schätzen Sie den zweiten Doublegewinn der Clubgeschichte ein?

Er ist mehr als verdient und nicht zufällig. Ich bin stolz auf das Team. Klar sagte ich schon vor der Saison, dass wir mit dieser Mannschaft das Double holen wollen. Am Ende muss man es dann aber auch durchziehen.

Im Umfeld hört man oft, dass die Spono Eagles mit diesem Kader ja Meister werden mussten.

Spono-Präsident Urs Wey.

Spono-Präsident Urs Wey.

Einverstanden, aber dabei darf nicht vergessen gehen, dass wir dieses Team so geformt haben. Und dass wir in der Vergangenheit mit Rahel Furrer, Andrea Willimann, Fabienne Huber und Noëlle Frey auch gewichtige Abgänge zu verzeichnen hatten. Wenn jemand behauptet, dass wir unsere Auswahl zusammengekauft hätten, wehre ich mich. Klar haben wir mit Ivana Ljubas und Neli ­Irman zwei Ausländerinnen dabei, doch auch der Rest des Teams ist gewachsen. Wir haben deutlich an Substanz ge­wonnen.

Zwischen 2007 und 2015 handelte sich Spono mit acht Finalniederlagen den Ruf des ewigen Zweiten ein. Wie weit ist diese Vergangenheit nun entfernt?

Das ist kein Thema mehr. Das zeigte die Reaktion auf die Niederlage im ersten Spiel gegen Brühl am Donnerstag. Vor ein paar Jahren hätten wir es nicht mehr zurückgeschafft. Oder schauen Sie auf die rote Karte gegen Ljubas am Dienstag. Daran wäre Spono früher zerbrochen. Wir haben uns extrem entwickelt.

Worin liegt dieser Mentalitätswandel begründet?

Viel ist unserem Trainer Urs Mühlethaler zu verdanken. Er hat einen guten Mix gefunden aus Selbstvertrauen vermitteln und mehr Leistung einfordern.

Ausserordentliche Trainer stehen im Ruf, nicht immer leicht führbar zu sein. Wie läuft das zwischen Ihnen und Mühlethaler?

Als ich Urs angestellt habe, sagten mir viele: «Du bist verrückt. Der bleibt keine fünf Monate!» Jetzt hat er hier gerade sein viertes Jahr abgeschlossen. Für mich war immer klar, dass fachlich an ihm keine Zweifel bestehen und nur Differenzen mit dem Vorstand oder der Mannschaft zu einer vorzeitigen Trennung führen könnten. Mit Urs muss man offen und klar kommunizieren. Wir haben manchmal intensive, aber immer zielführende Diskussionen.

Nennen Sie uns bitte ein Beispiel.

Urs würde gerne die eine oder andere zusätzliche Ausländerin verpflichten. Dann sage ich ihm, dass wir nicht zu einem von Ausländern geprägten Verein werden wollen. Das käme intern und beim Volk nicht gut an, das wäre auch ein schlechtes Zeichen an unseren Nachwuchs. Er akzeptiert das dann auch. Wir pflegen ein sehr gutes Verhältnis. Ich schätze seine Ideen, er identifiziert sich mit dem Verein wie kaum einer vor ihm.

Eine Spielerin sagte über Urs Mühle­thaler, dass es für ihn fast nur Handball gebe.

Das ist definitiv so, ja.

Das zweite Zugpferd im Verein sind Sie als Präsident. Stiessen Sie seit Ihrem Amtsantritt im Jahr 2011 oft auf Widerstände?

Ich denke, dass man in einer solchen Position immer mit Widerständen umgehen muss. Als ich begann, sagte ich an der GV, dass ich keinen Plauschverein präsidieren möchte. Und dass sich logischerweise das eine oder andere ändern werde. Ein kleines Beispiel: In meinem zweiten Jahr trat ich vor die Spielerinnen und ­sagte zu ihnen, dass es künftig nicht mehr sein könne, dass alle ihre Sommerferien über sechs Wochen verteilt nehmen. Das gab zunächst einen kleineren Aufstand. Doch wenn wir die Besten werden wollen, braucht es ein klares Bekenntnis zum Leistungssport. Für mich war es auch eine Illusion, nur mit Nottwilerinnen Meister werden zu können. Ich wusste, dass wir breiter, nationaler, internationaler werden müssen.

Auch finanziell sind die Spono Eagles potenter geworden. Wie hoch ist das Budget?

Das Budget für den Gesamtverein haben wir seit meinem Amtsantritt auf über 500 000 Franken quasi verdoppelt, damit stehen wir in der Schweiz sehr gut da. Steigerungspotenzial ist nicht mehr so viel vorhanden, weil es sonst gefährlich werden könnte. Für einen Landverein ist das nämlich ein hohes Budget.

Es scheint, dass der Nachwuchs dabei auf der Strecke bleibt.

Seit drei Jahren haben wir mit Elisabeth Riechsteiner eine Nachwuchschefin in Teilzeitanstellung, die einen hervor­ragenden Job macht. Doch zuerst mussten in verschiedenen Bereichen intensive Gespräche geführt werden. Als es beispielsweise darum ging, bei den U13-Juniorinnen ein drittes Training einzuführen, hörte ich die Eltern oft sagen, dass ihre Töchter wegen des Handballs keine Freizeit mehr hätten. Wer Handball aber nicht als wichtigstes Hobby sieht, kann kaum erfolgreich werden. In den letzten beiden Jahren haben wir eher zu wenig von unserem Nachwuchs profitiert. Ich bin aber überzeugt, dass wir in zwei bis drei Jahren einige Juniorinnen in die 1. Mannschaft einbauen können.

Mit Lisa Frey, Xenia Hodel, Patrizia Ramseier und Tamara Aegerter ziehen vier wichtige Spielerinnen weg. Kommt es zum Umbruch?

Umbruch nicht, wir haben nach wie vor eine hohe Qualität im Kader, solange alle gesund sind. Das Kader wird nächste Saison aber schmaler sein. Wir son­dieren den Transfermarkt mit dem ­Fokus auf Rückraumspielerinnen. Die Schweiz gibt jedoch wenig her, und im Ausland, wie gesagt, möchten wir uns eigentlich nicht mehr bedienen. Wir müssen schauen, was möglich und machbar ist.

Auch Brühl und Zug verzeichnen einige Mutationen. Wie sehen Sie die Ausgangslage für die nächste Saison?

Als Titelverteidiger kann ich wohl kaum sagen, dass ich auch mit einem zweiten Platz zufrieden wäre. Doch es wird offener an der Spitze – Brühl, Zug, Thun und wir rücken näher zusammen.

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