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Schweizer Handballer brauchen perfekten Tag

Die Schweiz muss heute (18.15 Uhr, SRF zwei) im Rückspiel der WM-Playoffs gegen Norwegen nach dem 26:32 im Hinspiel einen Sechs-Tore-Rückstand aufholen. Der Urner Lukas von Deschwanden (29) ist verhalten optimistisch.
Jonas von Flüe
Lukas von Deschwanden weiss, was die Schweiz besser machen muss. (Bild: Roger Grütter (Zug, 11. Juni 2018))

Lukas von Deschwanden weiss, was die Schweiz besser machen muss. (Bild: Roger Grütter (Zug, 11. Juni 2018))

Es war im Juni 2010, als die Handball-Nationalmannschaft zum letzten Mal ein Länderspiel in der Zentralschweiz austrug. In Altdorf bezwang die Schweiz Österreich in einem Freundschaftsspiel 36:27. Lukas von Deschwanden spielte damals bereits bei Wacker Thun, aber noch nicht in der Nationalmannschaft. Obwohl die Partie quasi vor seiner Haustür stattfand, kann sich der Altdorfer nicht daran erinnern. Sein Debüt im Schweizer Dress gab er erst 2013.

In der heutigen Partie in der Zuger Bossard-Arena spielt der 29-Jährige, der in die Bundesliga nach Stuttgart wechselt, jedoch eine Hauptrolle. Gegen Norwegen müssen die Schweizer einen Sechs-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen, wenn sie sich erstmals seit 1995 wieder für eine WM-Endrunde qualifizieren wollen. Von Deschwanden ist verhalten optimistisch. Er sagt: «Um das zu schaffen, brauchen wir einen perfekten Tag.»

Aufbruchstimmung ist spürbar

Den perfekten Tag hätten die Schweizer eigentlich schon am Samstag gebraucht. In Stavanger, vor 4500 frenetischen Zuschauern, mussten sie gegen das norwegische Starensemble um den zehnfachen Torschützen Sander Sagosen in der ersten Halbzeit unten durch. In 22 Angriffen erzielten die Skandinavier 19 Tore. «Das war Weltklasse. Die Norweger haben keine Fehler gemacht. Wir hingegen haben unsere Torhüter im Stich gelassen», sagt von Deschwanden selbstkritisch.

Den 11:19-Rückstand zur Pause konnten die Schweizer immerhin auf ein 26:32 verringern. Dennoch ist die Ausgangslage vor dem heutigen Rückspiel nicht gerade ideal. Norwegen ist als Vizeweltmeister klarer Favorit, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 in Deutschland und Dänemark gilt als Pflicht. Von Deschwanden rechnet deshalb nicht damit, dass die Skandinavier das Rückspiel auf die leichte Schulter nehmen werden: «Wir haben nichts zu verlieren. Die Norweger stehen aber unter Druck. Ideal wäre, wenn wir mit einem kleinen Vorsprung in die Pause gehen könnten. Vielleicht würden sie dann nervös werden.» Die Schweizer wissen zumindest, was sie im Vergleich zum Hinspiel besser machen müssen. «Wir müssen Fehler der Norweger provozieren, ihnen auf den Füssen rumtreten und sie nerven. Gleichzeitig müssen wir in der Offensive mehr wagen und die klaren Torchancen besser verwerten», sagt von Deschwanden.

Unabhängig vom Ausgang der heutigen Partie ist rund um die Schweizer Nationalmannschaft eine Aufbruchstimmung spürbar. Die Schweizer waren schon lange nicht mehr so nahe an einer erfolgreichen Qualifikation für einen Grossanlass, auch wenn die Playoffs nur erreicht wurden, weil Bosnien-Herzegowina im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen die Schweiz einen Spieler eingesetzt hatte, der nicht auf dem Matchrapport aufgeführt war, und deshalb eine Forfait-Niederlage kassierte.

Im Oktober beginnt EM-Qualifikation

Von Deschwanden lobt die «ide­alen Rahmenbedingungen», die der Schweizer Handball-Verband schaffe, und erwähnt die Länderspiele, die in den letzten Jahren in grossen Eishockeystadien ausgetragen wurden (siehe Box). Die Nationalspieler haben nun zwei Wochen miteinander verbracht, trainierten in Magglingen, spielten gegen Olympiasieger Dänemark (22:29) und lernten sich in dieser Zeit auch besser kennen – zum Beispiel beim Jassen nach dem Training. Von Deschwanden ist überzeugt: «Jeder Zusammenzug stärkt den Zusammenhalt.»

Bereits im Oktober startet die Qualifikation für den nächsten Grossanlass, die EM 2020. In der Gruppe mit Kroatien, Serbien und Belgien haben die Schweizer realistische Chancen, sich für die Endrunde zu qualifizieren. «Für mich wäre es das Grösste, wenn wir uns mit der Nati für ein Turnier qualifizieren könnten», sagt Lukas von Deschwanden. Sollte es heute gegen Norwegen nicht klappen, kann er sich auch noch ein weiteres Jahr gedulden.

3000 Tickets wurden verkauft

Zum ersten Mal findet heute im Zuger Eishockeystadion ein Handballspiel statt. 7200 Zuschauer hätten Platz in der Bossard-Arena, ausverkauft wird die Partie aber nicht sein. Im Vorverkauf wurden bislang rund 3000 Tickets verkauft. Die Partie wird auf Wunsch des Schweizer Fernsehens bereits um 18.15 Uhr angepfiffen, was viele Fans von einer Fahrt nach Zug abhalten dürfte. Die Schweizer Handball-Nationalmannschaft spielt bereits zum dritten Mal innerhalb der letzten zwei Jahre in einem Stadion eines Eishockeyklubs. Im November 2016 verfolgten mehr als 10 000 Zuschauer im Zürcher Hallenstadion die EM-Qualifikationspartie gegen Deutschland (22:23), im Mai 2017 sahen in der Tissot-Arena in Biel rund 3200 Zuschauer die Schweizer Niederlage gegen Portugal (25:27). Zumindest die Zuschauerzahl vom Spiel in Biel dürfte heute übertroffen werden. Die Tageskasse vor der Bossard-Arena öffnet um 15 Uhr, Türöffnung ist um 16.45 Uhr. (jvf)

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