Winklers letzte Playoff-Chance

Heute um 17.30 Uhr empfängt Thurgau die GCK Lions. Siegen oder fliegen heisst die Devise in diesem NLB-Spiel. Für Benjamin Winkler geht es auch um einen würdigen Abschluss seiner Karriere. Thurgaus Captain tritt Ende Saison zurück.

Matthias Hafen
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Benjamin Winkler hat seinen Bart schon vor dem Playoff wachsen lassen. Der 37jährige Verteidiger ist überzeugt, dass es Thurgau noch in die Viertelfinals schafft. (Bild: Mario Gaccioli)

Benjamin Winkler hat seinen Bart schon vor dem Playoff wachsen lassen. Der 37jährige Verteidiger ist überzeugt, dass es Thurgau noch in die Viertelfinals schafft. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Die Anspannung ist gross, die Intensität hoch. Auf den ersten Blick wird beim Trainingsbesuch in Weinfelden deutlich, dass sich der NLB-Club Thurgau im Playoff-Modus befindet – und das schon drei Wochen vor Beginn der Viertelfinals. Christian Weber jagt seine Spieler quer übers Eis, verlangt mit Nachdruck Aufmerksamkeit und Disziplin. Die taktischen Anweisungen des Trainers werden weit weg von den Zuschauern ans Team gerichtet. Den Gesundheitszustand der Spieler erklärt Weber zum Geheimnis.

Was also bedeutet es, dass Captain Benjamin Winkler nicht am Eistraining teilnahm? Antworten dazu gibt es vor dem wichtigen Heimspiel heute um 17.30 Uhr gegen die GCK Lions keine. Doch der 37jährige Routinier wird seine Mannschaft im Kampf um die Playoff-Teilnahme unterstützen können. Es wird aber einer von Winklers letzten Auftritten in der Nationalliga sein. Der verdiente Verteidiger beschliesst seine Karriere Ende Saison.

Drei Meistertitel mit Davos

«Im Moment läuft alles darauf hinaus, dass es meine letzte Chance sein wird, in der Nationalliga Playoff zu spielen», so Winkler. Mehr will er zu seinem Rücktritt noch nicht sagen. Dass seine Mitspieler sich nochmals für ihn zerreissen und ihm ein letztes Playoff der Karriere ermöglichen, will der Winterthurer in dieser Form nicht. Dafür ist er zu mannschaftsdienlich. Viel lieber würde er selber dazu beitragen, dass Thurgau sein Ziel auch in der zweiten Saison unter Trainer Weber erreicht. «Natürlich wäre es schön, mit einer Playoff-Teilnahme aufzuhören», sagt Winkler, der seine Karriere vor genau 20 Jahren lanciert hat. Als 17-Jähriger fand der Defensivspieler den Weg vom EHC Frauenfeld zum HC Thurgau. Dort machte er seine Arbeit so gut, dass 1998 der Wechsel in die NLA zu Kloten folgte und wenige Monate später die erste und einzige Teilnahme an einer A-WM. Mit Davos ging der Nationalspieler ab 2001 auf Titeljagd und gewann drei Meisterpokale. 2008 drehte Winkler das Rad zurück. Er wechselte wieder zu Kloten und kehrte nach einem Zwischenjahr bei Rapperswil-Jona auf die Saison 2013/14 hin zu Thurgau heim, wo 1994 alles begonnen hatte.

Charaktertest für das Team

Winkler liegt viel daran, dass er Thurgau nochmals etwas zurückgeben kann. «Solange es rechnerisch möglich ist, werde ich alles für eine Playoff-Teilnahme tun», sagt Winkler. Der Captain spricht vor dem heutigen Spiel auch von einem Charaktertest. «Die Mannschaft muss gewinnen – ohne Wenn und Aber.» Verlieren die Ostschweizer, brauchen sie ein Eishockeywunder, um das frühzeitige Saisonende zu vermeiden. Viel eher aber könnten dann Spieler und Staff bereits ihre Ferienflüge buchen.