Wind und Fehler kosten Medaillen

Die Schweizerinnen kassieren zum Auftakt der WM in Beaver Creek eine Niederlage. Mitfavoritin Lara Gut fuhr lediglich auf Rang sieben. Fabienne Suter, die auch mit Medaillenchancen gestartet war, hatte Pech mit dem Wind und wurde 22.

Christof Krapf/Beaver Creek
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«Ich wollte besonders fein fahren, anstatt Vollgas zu geben. Diese Taktik war falsch»: Die geknickte Mitfavoritin Lara Gut nach der Enttäuschung im WM-Super-G. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

«Ich wollte besonders fein fahren, anstatt Vollgas zu geben. Diese Taktik war falsch»: Die geknickte Mitfavoritin Lara Gut nach der Enttäuschung im WM-Super-G. (Bild: ky/Jean-Christophe Bott)

SKI ALPIN. Was schiefgehen konnte, ging für die Schweizerinnen schief, in diesem Super-G zum Auftakt der WM in Beaver Creek. Dabei wäre alles angerichtet gewesen für einen Medaillengewinn und einen perfekten Schweizer Start. Lara Gut galt vor dem Rennen als Favoritin. Die Tessinerin zählt die «Raptor» zu ihren Lieblings-Pisten und hatte im ersten Abfahrts-Training mit Rang zwei ein Ausrufezeichen gesetzt.

Wegen ihrer starken Form und ihrer technischen Fähigkeiten durfte auch Fabienne Suter auf ihre erste Einzel-Medaille an einem Grossanlass hoffen. Achtmal war die 30-Jährige bisher an einer WM oder an Olympischen Spielen unter die besten acht gefahren. Nun sollte es mit dem Podest an einem Grossanlass klappen. Die Schwyzerin wirkte vor dem Rennen so ruhig und zuversichtlich wie selten zuvor – die Medaille schien in Griffnähe. Endlich wollte sie das Pech vergessen, das ihr an Grossanlässen an den Sohlen geklebt hatte. Im Olympia-Riesenslalom von Vancouver etwa hatte ihr die Österreicherin Elisabeth Görgl im letzten Moment Bronze weggeschnappt; im WM-Super-G vor zwei Jahren in Schladming blieb Suter Rang fünf.

«Diese Taktik war falsch»

Die positiven Vorzeichen münzten Gut und Suter allerdings nicht in Medaillen um. Der Tessinerin unterliefen besonders im oberen Streckenteil zu viele Fehler. «Ich habe nicht das gezeigt, was ich wollte», sagte Gut. Weg war die Medaille. Geplatzt war der Traum, nach dreimal WM-Silber endlich eine Goldmedaille zu holen. «Ich habe mich vom weichen Schnee überraschen lassen. Ich wollte besonders fein fahren anstatt Vollgas zu geben. Diese Taktik war falsch», so Gut, der lediglich Rang sieben blieb.

Diskussionen löste zum Auftakt der Titelkämpfe in Beaver Creek vor allem der starke Wind aus. Der Start wurde deshalb nach unten versetzt und um eine halbe Stunde verschoben. Trotz dieser Massnahmen verkam das Rennen zu einer Wind-Lotterie.

Dieses Glücksspiel gegen die Natur verlor Suter. Die Schwyzerin fiel auf Rang 22 zurück und erlebte am eigenen Leib, wie brutal Freiluft-Sportarten sein können. Den Tränen nahe verliess die Innerschweizerin den Zielraum; Interviews mochte sie keine geben. Zu gross war die Enttäuschung, dass es auch im 13. Anlauf nicht mit einer WM-Einzel-Medaille geklappt hatte.

Ihre Teamkollegin Gut sagte: «Die Bedingungen waren nicht fair. Meine Fahrt wurde vom Wind zwar nicht beeinflusst. Fabienne hingegen hatte grosses Pech. Es ist nicht lustig, ein solches Rennen zu fahren.»

Fenninger keine Zufallssiegerin

Ob die Bedingungen auf der «Raptor» nun fair gewesen sind oder nicht: Eine Zufallssiegerin stand nicht zuoberst auf dem Podest. Anna Fenninger, in Sotschi Super-G-Olympiasiegerin, setzte sich vor der Slowenin Tina Maze durch. Lindsey Vonn – sie galt an ihrer Heim-WM als praktisch unbezwingbar – holte Bronze. Gut sagte: «Es gibt immer mehr Favoritinnen als Podestplätze. Bei mir ist es nicht aufgegangen.» Lange mit der Niederlage will sie sich nicht aufhalten. Am Freitag haben sie und Suter in der Abfahrt die nächsten Medaillenchancen. Schiefgehen soll dann nichts mehr.

Bild: CHRISTOF KRAPF/BEAVER CREEK

Bild: CHRISTOF KRAPF/BEAVER CREEK

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