Willkommen in der «Hölle des Nordens»: Junger Thurgauer Radprofi wird für Paris-Roubaix aufgeboten

Er ist gerade erst 22-jährig geworden. Und schon startet Stefan Bissegger Mitte Oktober an der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix.

Daniel Good
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Stefan Bissegger im Dress seines neuen Rennstalls Education First.

Stefan Bissegger im Dress seines neuen Rennstalls Education First.

Marcel Bieri / KEYSTONE

Der Einstand in der World Tour, der Königsklasse im Berufsradsport, ist Stefan Bissegger geglückt. In der vergangenen Woche belegte der Thurgauer aus Mettlen in Belgien Platz drei in einem Zeitfahren und Rang fünf in einem Massensprint. Am letzten Tag der Benelux-Rundfahrt stürzte er allerdings. Bissegger sagt selbstkritisch:

«Das war ein blöder Fehler von mir»

Die Etappe, während der Bissegger zu Fall kam, endete an der berühmten Mauer von Geraardsbergen. Dieser Anstieg war jahrelang eine der Schlüsselstellen der Flandern-Rundfahrt. In diesem Herbst fehlt die «Muur» im Parcours des bedeutenden Eintagesrennens allerdings.

Das ist vielleicht ein gutes Omen für Bissegger, denn er ist von seinem Rennstall Education First für die Flandern-Rundfahrt in Belgien aufgeboten worden. Im Team Bisseggers fährt am 18. Oktober auch Alberto Bettiol, der Sieger von 2019, mit. Bisseggers Ziel ist es, die Flandern-Rundfahrt dereinst zu gewinnen. Am übernächsten Sonntag geht es aber vorab darum, Erfahrung zu sammeln.

Aber in Form ist Bissegger auf jeden Fall. Und sehr motiviert.

Als Junior zweimal in Roubaix

Stefan Bissegger im Dress der Schweizer Nationalmannschaft

Stefan Bissegger im Dress der Schweizer Nationalmannschaft

Bild: Peter Schneider / KEYSTONE

Eine Woche nach der Flandern-Rundfahrt findet traditionell Paris-Roubaix, das Rennen über die grobschlächtigen Pflastersteine, statt. Wegen der extremen Unterlage wird die Prüfung auch die «Hölle des Nordens» genannt. Bissegger beteiligte sich schon als Junior am Rennen in Nordfrankreich und kam gut zurecht mit den Anforderungen. 2015 belegte er als 16-Jähriger den achten Rang und ein Jahr danach Platz neun. 2015 kam ein gewisser Tadej Pogacar aus Slowenien, der Gewinner der diesjährigen Tour de France, in Roubaix auf den 30. Rang.

Zwischen den beiden Monumenten ist Bissegger, der WM- und EM-Zweite in der U23-Kategorie, auch für das Rennen von Brügge nach De Panne aufgeboten. Dieses ist auf den Mittwoch, 21. Oktober, angesetzt.

Noch Fragezeichen wegen Corona

Ob alle Prüfungen stattfinden, steht noch nicht definitiv fest. Insbesondere die Durchführung von Paris-Roubaix ist wegen der Coronapandemie noch nicht gesichert.

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