WILERIN AN DER EM: Ein doppelt bitterer Abend

Nach der 0:1-Niederlage der Schweizer Frauenfussball-Nationalmannschaft gegen Österreich ist die Enttäuschung bei der Wiler Mittelfeldspielerin Cinzia Zehnder gross. Gegen Island hofft sie auf einen Einsatz.

Simon Dudle
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Cinzia Zehnder konnte an der Fussball-EM in den Niederlanden bislang nur im Training mittun. (Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Cinzia Zehnder konnte an der Fussball-EM in den Niederlanden bislang nur im Training mittun. (Bild: Andy Mueller/freshfocus)

Der erste Auftritt der Schweizer Frauen-Fussball-Nationalmannschaft an einer Europameisterschaft hat sich die knapp 20-jährige Wiler Nationalspielerin Cinzia Zehnder ganz anders vorgestellt. "Das war ein bitterer Schlag", sagte sie wenige Minuten nach der überraschenden 0:1-Niederlage gegen Aussenseiter Österreich. "Es wurden zu viele falsche Entscheidungen getroffen." Und weiter: "Dabei ist die Stimmung gut gewesen im Team und wir wussten, was auf uns zukommt. Vor dem Spiel haben wir noch zusammen gesungen und es herrschte ein super Team-Spirit. Womöglich war es die Nervosität."

In der Analyse des Spiels hatte Zehnder die Aussensicht. Denn sie stand weder in der Startformation noch wurde die Mittelfeldspielerin eingewechselt. "Das ist hart, weil auf meiner Position gewechselt worden ist." Allerdings hatte Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg viel Auswahl. Im Gegensatz zum Männerfussball sassen nicht sechs frische Kräfte auf der Ersatzbank, sondern zwölf.

Wird die Niederlage zum Glücksfall für Zehnder?

Für die Wilerin haben sich diese Hoffnungen nicht erfüllt. Sie musste mit ansehen, wie ihre Teamkolleginnen zwar anrannten, aber viel zu selten Torgefahr kreierten und der Favoritenrolle nicht gerecht wurden.

Somit hat sich die Ausgangslage nach dem ersten Gruppenspiel verändert. "Plan A ist bereits Geschichte", sagte Zehnder. Das Vorhaben war, die ersten beiden Spiele gegen die in der Weltrangliste hinter der Schweiz klassierten Österreich und Island zu gewinnen, um gegen Gruppenfavorit Frankreich nicht mehr siegen zu müssen. Doch genau das wird aller Voraussicht nach nötig sein, um als Gruppenzweiter noch in die Viertelfinals zu kommen. Sind die Chancen, im zweiten Spiel eingesetzt zu werden, für Zehnder womöglich gar gestiegen, da auch die Mittelfeldspielerinnen im Startspiel nicht zu überzeugen wussten? "Das ist schwierig einzuschätzen. Ich hoffe aber auf einen Einsatz gegen Island", sagte die Wilerin.