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WILER SPRICHT ÜBER TRANSFER NACH SPANIEN: Fabian Schär will gegen Ronaldo und Messi verteidigen

In Hoffenheim wurde Fabian Schär nicht glücklich. Jetzt will der Wiler mit La Coruña wieder auf der anderen, guten Seite des Fussballs stehen. Und wagt damit einen Schritt, der viel Überwindung kostet.
Christian Brägger
Volle Konzentration: der Wiler Fabian Schär im Trainingsdress von Deportivo. (Bild: Deportivo La Coruña)

Volle Konzentration: der Wiler Fabian Schär im Trainingsdress von Deportivo. (Bild: Deportivo La Coruña)

Christian Brägger

Viel hatte er nachgedacht, Fabian Schär. Zeit dazu hatte er ja genug gehabt, weil er nicht mehr das sein konnte, was er eigentlich ist und in diesem Abschnitt des Lebens als seine Bestimmung sieht: Ein Verteidiger, der Wochenende für Wochenende auf dem Platz steht und Tore verhindert. Oder gar selbst welche erzielt. Schär wusste, dass er in Hoffenheim in einer Sackgasse steckte. Dass er bei Trainer Julian Nagelsmann abgestempelt, abgeschrieben war. Nur weshalb, das wusste der Fussballer nicht so recht. Schär wollte endlich wieder richtig glücklich sein, auch weil sich der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic den Status seines Spielers im Nationalteam irgendwann wohl überdacht hätte. Der Wiler musste also etwas ändern, ein Klimawechsel musste her. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Nicht im Bösen von Hoffenheim gegangen

Fabian Schär atmet jetzt Meeresluft in La Coruña ein, im Nordwesten Spaniens, dort, wo die See und das Wetter ungleich rauer sein können als an anderen Orten Spaniens. «Trotzdem ist es sehr schön hier und eine Reise wert», sagt Schär am Telefon, und versinkt mit seinem Blick aus dem Hotelzimmer wohl gerade in der Endlosigkeit des Meeres. Ende vergangener Woche hat der 25-Jährige ein neues Kapitel aufgeschlagen, eines, das zu Familie und Freunden eine räumlich ungleich grössere Distanz schafft. «Natürlich wäre ich lieber in ihrer Nähe geblieben. Zumal ich in Spanien noch öfters allein sein könnte, allein schon der Sprache wegen, da fast kein Mitspieler Englisch spricht.» Wie wichtig das persönliche Umfeld ist, hat Schär in den besonders schwierigen Monaten dieses ersten Halbjahres selbst erlebt; es war Trostspender und gab Rückhalt. «Von nun an erhält das Sportliche eben noch mehr Gewicht», sagt er.

Hoffenheim, vor allem im zweiten Vertragsjahr ein unglückliches Kapitel Bundesliga, ist heute ganz weit weg. Dabei werden diese zwei Saisons den Schweizer unaufhörlich begleiten, weil sie eine Schule fürs Leben waren, für ihn, der sonst nur auf der Sonnenseite stand; mit Wil, vor allem aber mit Basel. Doch Schär ist nicht im Bösen gegangen vom aktuellen Champions-League-Teilnehmer. In der vergangenen Woche hat er sich im Trainingslager bei einem Mannschaftsabend von allen persönlich verabschiedet, als der Wechsel nach La Coruña offizielle Züge erhielt. Und er abreiste. «Es war ein schöner, stimmiger Abschluss. Ich hatte es mit den Mitspielern ja gut, von daher ist es schade, dass dieser Abschnitt nun endete.» Auch mit Nagelsmann habe er noch ein paar Worte gewechselt, der Trainer, der ihm einmal gesagt hatte, es täte ihm leid, wie alles gekommen sei; der Trainer, der spürte, dass es für «Fabi», wie sie ihn in Hoffenheim nannten, nicht einfach war, gar keine Rolle mehr in der Dreierabwehr zu spielen.

«Es hat halt nicht gepasst zwischen Hoffenheim und mir, ich bin froh, bin ich jetzt weg. Es gab für mich dort keine Perspektiven mehr», sagt Schär. Beim neuen Arbeitgeber wird Schär einen Fussball vorfinden, der ihm mehr behagen könnte. «Im Gegensatz zu Deutschland wollen in Spanien alle Teams Ballbesitz und somit mitspielen, zudem sind Technik und Tempo wohl noch eine Stufe höher.» Das komme ihm entgegen, sagt Schär, der als Innenverteidiger mit gutem ersten Pass bei der Spieleröffnung gilt. Seine Defizite sind jedenfalls gewiss anderswo zu orten. Vor allem ist Schär froh, dass der Wechsel – er unterschrieb bis 2021 – überhaupt geklappt hat, zumal ihn deutsche Medien mit Hannover in Verbindung gebracht hatten. «Da war nichts dran», sagt er. «Die Spanier hatten mich schon länger auf dem Radar. Sie gaben mir ein gutes Gefühl und bemühten sich am stärksten um mich. Es hat gepasst.» Bei La Coruña wird die Konkurrenz wieder sehr gross sein, selbst wenn die Galizier zu den schwächeren Teams der Primera División zu zählen sind. Für die zwei Innenverteidigerpositionen der Viererkette, mit der der 54-jährige Trainer Pepe Mel spielen lässt, gibt es derzeit fünf Kandidaten. Es könnte Schär also Ähnliches wie in Deutschland blühen. Er sagt: «Ich habe keine Angst davor was kommen wird. Sonst hätte ich gar nicht wechseln dürfen.»

Saisonstart gegen Real Madrid

Unlängst hat Schär mit Deportivo an der Luis Otero Trophy débutiert, 20 Minuten kam er beim 5:0-Sieg zum Einsatz. Er fühlt sich wieder prächtig, es habe richtig Spass gemacht, meldet er aus der Ferne. Sein Ziel ist klar: Beim Saisonstart, am 20. August im heimischen Estadio Riazor, gegen Real Madrid und Superstar Cristiano Ronaldo zu verteidigen.

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