Saisonstart
In zwei Tagen geht's los: Findet der FC Wil noch vor dem Saisonstart einen Hauptsponsor?

Der FC Wil steigt zuversichtlich in die Saison – zum einen aus sportlicher Sicht. Zum anderen, weil sich auch die wirtschaftliche Situation zu entspannen scheint. Sowohl bei Haupt- sowie Stadion-Namenssponsor könnten sich Lösungen ergeben. Am Sonntag ist zum Saisonstart der FC Vaduz zu Gast im Bergholz.

Ralf Streule
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Marcin Dickenmann (rechts), ab dieser Saison definitiv beim FC Wil, im Test gegen Luzerns Martin Frydek.

Marcin Dickenmann (rechts), ab dieser Saison definitiv beim FC Wil, im Test gegen Luzerns Martin Frydek.

Bild: Freshfocus (Luzern, 17. Juli 2021)

Die Coronasituation macht der Challenge League bereits wieder das Leben schwer. Drei von fünf Spielen, die am kommenden Wochenende hätten stattfinden sollen, sind verschoben. Beim SC Kriens wie auch beim FC Thun gibt es Coronafälle. Das Spiel zwischen Xamax und Aarau ist zudem verschoben, weil das Stadion Maladière wegen Wasserschäden im Parkhaus gesperrt bleibt.

Den FC Wil hingegen scheinen zum Saisonstart weder Hochwasser noch Corona zu bremsen. Am Sonntag ab 14.15 Uhr ist der Absteiger FC Vaduz im Wiler Bergholz zu Gast.

Covid-Testcenter vor dem Bergholz-Stadion

Keine Zuschauerbeschränkung, keine Maskenpflicht, keine Sitzpflicht: Ab sofort kehrt auch im Wiler Bergholz wieder so etwas wie Normalität ein – sofern die vorgeschriebenen Covid-Rahmenbedingungen eingehalten werden. Will heissen: Personen ab 16 Jahren müssen am Eingang ein Covid-Zertifikat vorweisen. Vor dem Spiel vom Sonntag, 14.15 Uhr, gegen Vaduz werden ausserhalb des Stadions ab Mittag Gratis-Covid-Tests durchgeführt. Der FC Wil bittet um Anmeldung, weitere Informationen unter www.fcwil.ch. (rst)

Weniger Bewegung im Kader als auch schon

Ohnehin ist man beim FC Wil zuversichtlich, was die kommende Saison angeht. Für einmal war der Aderlass im Sommer weniger gross als vor anderen Saisons. Das Gerüst um die Routiniers Philipp Muntwiler, Mergim Brahimi und Stürmer Silvio steht, weitere junge Spieler kamen dazu, wie Sebastian Malinowski von Absteiger Chiasso. Ein gewichtiger Abgang bei den Wilern war jener von Leihspieler Bledian Krasniqi, der zum FC Zürich zurückgekehrt ist. Ein anderer jener von Salzburg-Leihtorhüter Philipp Köhn. Noch ist die Goaliefrage gemäss Trainer Alex Frei nicht beantwortet: Mit Nils de Mol, Marvin Keller und Kader Abubakar stehen drei junge Torhüter zur Verfügung.

Die Spielanlage des FC Wil soll gemäss Trainer Frei auch in der kommenden Saison gleich bleiben. Mutige Auftritte und viel Mentalität seien gefragt. Als Minimalziel sieht er die Bestätigung des siebten Platzes der vergangenen Saison. Und im Cup hofft Frei darauf, dass seine Mannschaft für eine Überraschung sorgen kann. Die Testspiele zumindest stimmen das Umfeld zuversichtlich. Deutliche Siege gegen Austria Lustenau und den SC Brühl stehen dem 0:2 gegen den FC Luzern gegenüber, als die Wiler einen guten Auftritt zeigten, aber zu viele Chancen ausliessen – ein Problem, das bereits vergangene Saison bekannt war.

Suche nach Hauptsponsor auf der Zielgerade?

Mindestens gleich viele Aufgaben gilt es für den FC Wil derzeit neben dem Spielfeld zu erledigen. Nachdem der Vertrag mit Hauptsponsor Mahrberg Library nach drei Jahren ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde, lief hier die Suche auf Hochtouren. Etliche Gespräche habe er geführt, sagte Präsident Maurice Weber kürzlich an der Teampräsentation des FC Wil. Aus Wiler Kreisen ist nun zu hören, dass man diesbezüglich auf gutem Weg sei. Ob bereits am Sonntag ein neuer Sponsor das Trikot ziert? Noch gibt es seitens des FC Wil keine detailliertere Auskunft.

Weiterhin fehlt hingegen der Namenssponsor für das Stadion. IGP stieg vor eineinhalb Jahren aus, seither bleibt die Suche erfolglos. Gemäss Präsident Weber scheinen sich aber auch hier Lösungen abzuzeichnen. Auch was Co-Sponsoren angeht, habe man zuletzt gute Verträge abschliessen können. Weber sagt:

Maurice Weber, Präsident FC Wil.

Maurice Weber, Präsident FC Wil.

Urs Bucher
«Während Corona budgetierten viele Firmen eher vorsichtig.»

Nun sei aber so etwas wie Aufbruchstimmung zu spüren.

Für ein Team, das mit jährlich 3,5 Millionen Franken wirtschaftet – es ist eines der kleinsten Budgets der Liga –, sind diese Nachrichten Gold wert. Zumal sich auch die Coronazeit, trotz Bundeszahlungen, unter dem Strich negativ auf die Finanzen ausgewirkt habe. Und zumal auf dem Transfermarkt in diesem Sommer ebenfalls keine grossen Einnahmen generiert werden konnten. Dies zumindest im Vergleich zum vergangenen Jahr, das gemäss Maurice Weber als «Wiler Rekordtransfer-Jahr» gilt. Auch Innenverteidiger Serkan Izmirlioglu, dem der Sprung in die Super League zugetraut wurde, steht weiterhin bei den Wilern unter Vertrag. «Der Transfersommer ist ja noch nicht vorbei», sagt Weber. Gewisse Spieler hätten durchaus das Interesse von Super-League-Clubs geweckt.

Serkan Izmirlioglu: Ist er einer der nächsten Wiler Abgänge?

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Martin Meienberger

Der FC Wil will mehr Publikum anlocken

Dazu kommt die Hoffnung, dass mit den zurückkehrenden Zuschauern auch wieder mehr Einnahmen generiert werden können. Gemäss Geschäftsführer Benjamin Fust liegt ohnehin ein Augenmerk darauf, mehr Publikum ins Bergholz zu locken – mehr noch als vor Corona, als durchschnittlich pro Jahr rund 1000 Personen ins Stadion kamen. Unter anderem erhalten Mitglieder umliegender Fussballvereine dank der Wiler Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Gratiseintritte. Zudem gibt es Pläne für einen «Kids Corner». Ein «Street-Food-Festival» soll vor einem Spiel im September Betrieb ins und rund ums Stadion bringen. Und, wer weiss: Vielleicht zieht die seit längerem geplante Überdachung der Gegentribüne ebenfalls etwas mehr Zuschauer an. Gemäss Weber könnte das Dach bereits in der Rückrunde eingeweiht werden.

Was ebenfalls Volk anzieht, sind attraktive Spiele. Hier wollen die Wiler schon am Sonntag gegen Vaduz zeigen, was in ihnen steckt.

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