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Brünig Schwinget: Was sich seit 1893 veränderte und was gleich blieb

Das Bergfest auf dem Brünig feiert sein 125-Jahr-Jubiläum. Verändert hat sich vieles seit den ersten Austragungen. Eines ist geblieben: die Rivalität zwischen Bernern und Innerschweizern.
Claudio Zanini
Ein Bild von 1945: Schon damals zog der Brünig die Massen an. (Bild: Walter Scheiwiller/Keystone)
Vier Brünig-Titel: Peter Vogt (verdeckt von Heiri Oswald). (Bild: PD)
Ab 1916 fand das Fest am heutigen Standort statt. (Bild: PD)
3 Bilder

Wilde Kämpfe auf der Kantonsgrenze

Es dürften wilde Kämpfe gewesen sein im 19. Jahrhundert. Schon damals kamen die Sennen der umliegenden Alpen nach dem Sommer auf dem Brünig zusammen, um herauszufinden, wer von ihnen der Stärkste ist. Geschwungen wurde nicht Ende Juli wie heute, sondern Ende September, nachdem das Vieh endgültig ins Tal ging. Mittlerweile dürfte das Bergfest nur wenig mit seinen Urformen gemein haben. Doch eines war laut Überlieferungen schon damals vorhanden: die Rivalität zwischen den Obwaldnern und den Haslibergern, zwischen Innerschweizern und Bernern im Allgemeinen.

Im auslaufenden 19. Jahrhundert erlebte die Region schliesslich einen Aufschwung, wie vielerorts in Europa. 1888 entstand die Zugstrecke, die Brünigbahn. Ab sofort konnte man von Luzern über Giswil, den Brünigpass bis nach Meiringen und letztlich Interlaken fahren. Der Tourismus nahm zu. Und von der Wirtschaftslage profitierte auch der Schwingsport. 1893 konnte der erste richtige Brünig-Schwinget ausgetragen werden.

Das Fest rettet den Wirt

125 Jahre ist es also her, als der damalige Schwingerverband aus Obwalden und einige Hasliberger aus den wilden Zweikämpfen einen organisierten Berg-Schwinget machten. Der ursprüngliche Standort war in der Bärschwendi, die gegenüber vom heutigen Areal liegt, auf der anderen Seite der Passstrasse. Erst 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, trug man das Schwingfest erstmals am jetzigen Standort aus. Da das Areal dem Besitzer des Hotels Alpina gehörte, hatte dieser anfänglich das Wirtsrecht während des Anlasses. Die Einnahmen des Fests hätten dem Gastronomen geholfen, durch die wirtschaftlich dürren Kriegsjahre zu kommen, heisst es.

Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt der Schwingsport einen Boom. Auch der Brünig wird zunehmend beliebter. 1934 muss schliesslich der Platz erweitert werden, und die Naturarena, wie wir sie heute kennen, nimmt langsam Formen an. Das natürliche Stadion ist eine wichtige Komponente beim Brünig-Mythos. Je nach Paarung kann der Kessel heute blubbern oder kochen. Rekordsieger Eugen «Geni» Hasler erklärte die Faszination gegenüber unserer Zeitung einmal so: «Schwingfeste sind generell am besten, wenn es wenig Platz hat, wenn die Zuschauer nahe am Sägemehlrand sind.»

1945 erwerben der Ob-/Nidwaldner Schwingerverband und die Schwingersektion Hasliberg schliesslich das Festareal. Den Innerschweizern gehört es bis heute zu zwei Dritteln, den Bernern zu einem Drittel. Im Sägemehl hatten 1945 die Gebrüder Vogt aus Muttenz ihren grossen Auftritt. Peter Vogt, der drei Jahre später in Luzern Schwingerkönig werden sollte, holte den zweiten seiner vier Brünig-Titel, seine Brüder Arnold und Robert gewannen den Kranz. Noch mehr Siege holten nur Ruedi Hunsperger, der erwähnte Eugen Hasler und Martin Grab. Sie alle gewannen den Brünig fünfmal. Was die Kranzgewinne betrifft, ist der Rothenthurmer Grab alleiniger Rekordhalter, er schaffte dies 14-mal in seiner Karriere.

Grab gewann 2010 als letzter Innerschweizer. Seither dominierten die Berner ausnahmslos. In der sanierten Arena, die 2012 unter anderem einen vergrösserten Schwingplatz und neue Garderoben bekam, hat bislang nie ein Innerschweizer triumphieren können. Ob es in diesem Jahr gelingt, wissen wir heute Abend. Der Emmentaler Ueli Stucki, Sieger von 1978, prägte den Spruch: «Den Brünig-Schwinget zu gewinnen, ist einfacher, als an Brünig-Billette zu kommen.» Tickets gehen traditionell nicht in einen öffentlichen Vorverkauf. Am Fernsehen kann das Schwingfest jedoch ganztags mitverfolgt werden. Die Urväter des Bergklassikers würden staunen – nicht nur wegen des Fernsehgeräts.

Hinweis

SRF zwei überträgt den Brünig-Schwinget live ab 7.45 Uhr.

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