Wil verliert in Thun mit 0:3

Im Berner Oberland gibt es für den FC Wil nichts zu holen. Gegen den FC Thun setzt es eine deutliche 0:3 Niederlage ab. Spielerisch war man oft auf Augenhöhe, im und am Strafraum zeigten sich die Hausherren aber deutlich effizienter.

Gianluca Lombardi
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Auch Valon Fazliu (re.) konnte gegen Thun kaum Akzente setzen.

Auch Valon Fazliu (re.) konnte gegen Thun kaum Akzente setzen.

Bild: Gianluca Lombardi

Wurde vor der Partie der FC Thun noch als Favorit ausgemacht, änderte sich dieser Eindruck schon zügig. Von Beginn weg waren die Gäste aus Wil ihrem Gegner mindestens ebenbürtig. Eine erste gute Möglichkeit vergab Maren Haile-Selassie nach knapp 10 Minuten. Nach einem schönen Solo von Malik Talabidi landete der Ball vor den Füssen der FCZ-Leihgabe, doch sein Schlenzer flog knapp an der rechten oberen Torecke vorbei.

Die Wiler versuchten es weiter und spielten nach vorne, taten sich aber auf den letzten Metern schwer.. Von den Berner Oberländern war bis hin zur 20. Minute wenig zu sehen. Nach einem Freistoss von links flog ein Kopfball von Nicola Sutter am Wiler Tor vorbei. Es war nun aber fortan ein Spiel auf Augenhöhe, das munter hin und her ging. Nach wie vor aber mit leichten Vorteilen für die Ostschweizer.

Es waren dann aber doch die Thuner, welche das erste Tor erzielten. Nach einer Ecke landete der Ball am Strafraumrand bei Nias Hefti, dieser traf an Freund und Feind vorbei in die flache Torecke. Einmal mehr geraten die Wiler in einer Partie in Rückstand. Erst einmal gelang in dieser Saison den Äbtestädtern der erste Treffer in einem Spiel.

Vor der Pause wäre den Gastgebern fast noch das 2:0 gelungen. Captain Philipp Muntwiler verlor an der Grundlinie den Ball an den Gegner, dieser flankte mustergültig auf den völlig freistehenden Nikki Havenaar. Der Ex-Wiler brachte aber das Kunststück fertig, den Ball aus fünf Metern über das Tor zu setzen.

Effiziente Thuner

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Wiler auf Augenhöhe, zumindest bis zum Strafraum. Klare Torchancen waren aber Mangelware. Die Thuner beschränkten sich vorerst uf die Verwaltung der Führung, wärend die Wiler kaum ein Mittel fanden, um die Gastgeber ernsthaft zu gefährden. Mehr als eine Stunde war gespielt, als dann doch noch der zweite Treffer fiel.

Wieder war es eine Ecke, wieder waren es die Thuner. Wils Schlussmann Philipp Köhn klärte nur ungenügend, direkt in die Füsse von Fabian Rüdlin, welcher auf 2:0 erhöhte. Der Torschütze wurde gerade mal eine Minute zuvor eingewechselt.

Kaum klare Torchancen

Auch nach dem 2:0 der Berner Oberländer gaben die Wiler nicht auf. Doch sie bekundeten weiterhin Mühe im Kreieren von klaren Torchancen. Die beste vergab Samuel Ballet in der 82. Spielminute, als er aus spitzem Winkel am Thuns Andreas Hirzel scheiterte. Auf der Gegenseite parierte Köhn einen Berner Abschluss und hielt die Wiler einigermassen im Spiel.

Mit dem 3:0 in der Nachspielzeit machten die Thuner den Sack endgültig zu. Faktic traf vom Elfmeterpunkt nach dem Samuel Ballet sich nur mit einem Foul zu helfen wusste. Damit bleiben die Wiler im Tabellenkeller kleben, punktgleich mit Xamax auf Platz 8. Die Westschweizer haben aber drei Spiele weniger auf dem Konto. Nach Verlustpunkten liegen die Ostschweizer nur noch einen Punkt vor Schlusslicht Chiasso.

Langsam dürfte der Druck auf die Wiler spürbar zunehmen. Am Freitag gastieren die Grasshoppers in Wil. Es gibt wohl leichtere Aufgaben, um zurück in die Erfolgsspur zu finden. Möchte man sich aber nicht bald im Abstiegskampf wiederfinden, bedarf es endlich einem Sieg.

Telegramm:

FC Thun – FC Wil 1900 3:0 (1:0)
Stockhorn Arena: 15 – Schiedsrichter: Cibelli.
Tore: 34. Hefti 1:0, 63. Rüdlin 2:0, 93. Fatkic (Foulelfmeter).
Thun: Hirzel; Wetz, Sutter, Havenaar, Kablan; Fatkic, Hasler (62. Rüdlin), da Silva (80. Salanovic), Karlen, Dzonlagic (4. Hefti); Chihadeh (62. Kyeremateng).
Wil: Köhn; Talabidi (73. Kamber), Izmirlioglu, Sauter (73. Zumberi), Kronig; Krasniqi (81. Camara), Muntwiler, Fazliu; Brahimi, Jones (46. Ballet), Haile-Selassie.
Bemerkungen: Thun ohne Schwizer (gesperrt), Rodrigues, Castroman, Vasic (alle verletzt) und Breitenmoser (krank) Wil ohne de Mol, Blasucci, Mayer, Ndau, Abubakar, Ismaili (alle verletzt), Paunescu, Schäppi, Sarcevic und Abazi (alle nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 46. Brahimi, 72. Fatkic.