Der FC Wil setzt sich gegen die Grasshoppers spektakulär durch

In der Challenge League besiegen die Ostschweizer den Rekordmeister mit 3:2. Die Zürcher bangen nun um den Barrageplatz.

Gianluca Lombardi
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Die Wiler bejubeln das Traumtor von Andrea Padula zum 1:0.

Die Wiler bejubeln das Traumtor von Andrea Padula zum 1:0.

Bild: Gianluca Lombardi

Die Wiler legten los wie die Feuerweh. Bereits nach 30 Sekunden tauchten Bledian Krasniqi und Kwadwo Duah allein vor dem Torhüter der Grasshoppers auf. Krasniqi schien aber mit der Situation überfordert zu sein. Sein missglückter Querpass auf seinen Mitspieler war wohl die schlechteste aller Lösungen. Es war aber eine Aktion, die den Wilern Flügel verlieh.

Es entwickelte sich phasenweise ein Spektakel, zu dem auch die Zürcher einiges beitrugen. Gleich zwei Mal landete ein Abschluss der Grasshoppers an der Latte. Das Glück des Tüchtigen sollte im ersten Durchgang den Wilern hold sein. Nach zahlreichen vergebenen Chancen schien ein Treffer nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Padula entzückt das Publikum

Immer wieder entzückte Andrea Padula mit seinen Solos auf der linken Seite das Publikum. Kurz vor Ablauf der ersten Halbzeit narrte er ein weiteres Mal seinen Gegenspieler Marcin Dickenmann, zog los und schlenzte den Ball unhaltbar in die entferne Torecke. Ein sehr schönes Tor brachte die Wiler in Führung. Eine Führung, die in Ordnung ging.

Nach der Pause übernahmen die Grasshoppers das Spieldiktat. Sie standen hoch – zu hoch. Duah entwischte und erhöhte auf 2:0. Das schien die Vorentscheidung. Doch der eingewechselte Mychell Chagas brachte mit zwei Toren die Zürcher zurück in die Partie. Wieder verspielten die Wiler einen Zwei-Tore-Vorsprung. Weiche Knie bekamen aber höchstens die Zuschauer.

Von Moos trifft nach Traumpass von Silvio

Als Silvio kurz vor dem Ende das 3:2 vergab, blieb vielen der Torjubel im Hals stecken. Doch er machte seinen Fehler im Handumdrehen wieder gut. Mit einem Traumpass lancierte er Julian von Moos, dieser liess Mirko Salvi im Tor der Grasshoppers keine Chance. Die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Dank einer starken Leistung hat der FC Wil die Grasshoppers gebodigt.

Während für die Wiler Platz vier in greifbare Nähe kommt, müssen die Grasshoppers zwei Runden vor dem Saisonende um den Barrageplatz zittern. Aus eigener Kraft kann dieser nun nicht mehr erreicht werden.

Telegramm:

FC Wil – Grasshoppers 3:2 (1:0)
Bergholz – 1000 Zuschauer – Sr. Gianforte.
Tore: 38. Padula 1:0. 55. Duah 2:0. 65. Chagas 2:1. 67. Chagas 2:2. 86. Von Moos 3:2.
Wil: Kostadinovic; Rohner, Schmied (69. Ismaili), Kamberi, Padula; Muntwiler, Abedini; Von Moos, Ndau (92. Traber), Krasniqi (57. Silvio); Duah (92. Schäppi).
Grasshoppers: Salvi; Dickenmann (86. Fehr), Mesonero (63. Pijnaker), Salatic, Wittwer; Buff, Diani; Pusic (63. Chagas), Morandi, Gjorgev (81. Kalem); Ben Khalifa.
Bemerkungen: Wil ohne Fazliu (gesperrt), Brahimi (verletzt), Dimitriou und Bosic (beide nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Cvetkovic, Goelzer, Arigoni, Scheidgger (alle verletzt), Souare, Zé Turbo, Francis, Rustemoski, Keller und Schneider (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 12. Ndau, 48. Salatic, 53. Witter, 59. Muntwiler, 70. Von Moos, 85. Ben Khalifa. – 13. Lattenschuss Dickenmann, 20. Lattenschuss Salatic.