Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WIEDERSEHEN: Das Feuer brennt noch immer

Goalie Jonas Hiller spielt mit Biel im Playoff-Viertelfinal gegen seinen ehemaligen Club Davos. Der Urnäscher gehört mit 36 Jahren zu den Schlüsselspielern – und hat noch nicht genug vom Eishockey.
Sergio Dudli
Sicherer Rückhalt: Der langjährige NHL-Goalie Jonas Hiller hütet seit Herbst 2016 das Tor des EHC Biel. (Bild: Jürgen Staiger/KEY (Davos, 13. März 2018))

Sicherer Rückhalt: Der langjährige NHL-Goalie Jonas Hiller hütet seit Herbst 2016 das Tor des EHC Biel. (Bild: Jürgen Staiger/KEY (Davos, 13. März 2018))

Sergio Dudli

Im Eishockey-Playoff ist kein Platz für alte Freundschaften. Das zeigte sich im zweiten Spiel des Viertelfinals zwischen Davos und Biel, als Andres Ambühl im Dienst der Bündner seinen langjährigen Teamkollegen Jonas Hiller im Bieler Tor über den Haufen fuhr. Ungeschoren kam Ambühl nicht davon. Biels Verteidiger Beat Forster nahm sich den einen Kopf kleineren Captain der Davoser zur Brust. Wie Hiller trug auch Forster viele Jahre das blaugelbe Trikot des HC Davos. «Es gibt mehr Spieler in Biel, mit denen ich damals gespielt habe als im Team der Davoser. Deshalb ist diese Affiche nicht so besonders für mich, wie sie es vielleicht vor einigen Jahren noch gewesen wäre», sagte Hiller.

Am Ende gewannen die Bieler das Spiel mit 3:1 und glichen in der Best-of-7-Serie zum 1:1 aus. Das Fundament des Erfolgs: Jonas Hiller. Mit zwei spektakulären Paraden hielt der 36-Jährige die Davoser auf Distanz, strahlte jene Ruhe aus, welche die nicht sehr playoff-erprobte Bieler Mannschaft benötigte. Diese Sicherheit, die vom Mann mit über 400 NHL-Spielen ausgeht, erlaubte es den Bernern, die Nervosität endgültig abzulegen. «Im ersten Spiel konnten wir nicht das abrufen, was wir können. Daraus haben wir gelernt», so Hiller.

Der Glaube an das grosse Ziel

Playoff, das bedeutet Kampf, Härte und Einsatz. «Jeder weiss: Wenn du nicht vier Spiele gewinnst, bist du raus. Das treibt dich an», sagt Hiller. Bereits heute kommt es in Biel zum dritten Aufeinandertreffen. In der Qualifikation verloren die Bieler drei von vier Vergleichen, lagen am Ende allerdings als Tabellendritter vor den Davosern auf Rang sechs. «Davos ist eine Playoff-Mannschaft. Von diesem dritten Platz können wir uns nichts kaufen», so Hiller. Als Stärke von Biel macht der in Urnäsch aufgewachsene Goalie die Geschlossenheit aus. Hiller: «Wir haben nicht die besten Einzelspieler, aber jeder füllt seine Rolle bestmöglich im Sinne des Teams aus.» So sei es möglich, bessere Teams zu besiegen. Das Wort «Meister» nimmt Hiller nicht in den Mund. «Aber wenn du in das Playoff kommst und nicht das Ziel hast, möglichst weit zu kommen, bist du fehl am Platz.»

Neue Heimat in Bern

Wer Hiller reden hört, spürt, dass das Feuer in ihm noch brennt. Auch von Enttäuschungen wie dem frühen Ausscheiden an den Olympischen Spielen im Februar lässt sich der zweifache Familienvater nicht aus der Ruhe bringen. «Am Ende sind wir Spieler am meisten enttäuscht. Ich bin mit der Überzeugung nach Südkorea gereist, dass wir weit kommen können.» Sein direkt nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland verkündeter Rücktritt aus dem Nationalteam sei keine Kurzschlussreaktion gewesen. «Das habe ich Trainer Patrick Fischer schon vor dem Turnier mitgeteilt. Ich muss meine Kräfte besser einteilen, das ist der Grund für den Rücktritt», so Hiller.

Seit 2016 ist der Urnäscher in Biel, sein Vertrag läuft noch bis Frühling 2019. Dann wird Hiller 37 Jahre alt sein. Doch das Karrierenende ist noch weit weg: «Ich würde gerne ein Jahr anhängen, wenn möglich in Biel. Wir werden uns nach dem Playoff zusammensetzen.» Er sei keiner, der bis Mitte 40 spielen muss. «Aber solange ich ein hohes Niveau abrufen kann, spiele ich weiter», so Hiller. Dass er seine Karriere in Biel fortsetzen will, hat damit zu tun, dass er zusammen mit Frau Caroline und den beiden Kindern in Bern einen neuen Lebensmittelpunkt hat. «Ich besuche regelmässig meine Eltern in der Ostschweiz. Aber mein soziales Umfeld ist hier.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.