Wie wenn Aarau noch Meister würde

Nun gut, die Meisterschaft in der Schweiz ist entschieden, der Titel Basel kaum mehr zu nehmen. Auch in Deutschland, Italien, England, Holland und Schottland steht der Meister bereits fest. Wenige Runden vor Schluss kann das schon vorkommen.

Andy Sager
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Nun gut, die Meisterschaft in der Schweiz ist entschieden, der Titel Basel kaum mehr zu nehmen. Auch in Deutschland, Italien, England, Holland und Schottland steht der Meister bereits fest. Wenige Runden vor Schluss kann das schon vorkommen.

Stellen Sie sich aber vor, Schlusslicht Aarau wäre noch im Rennen um den Meistertitel. St. Gallen könnte es noch ganz nach oben, aber auch ganz nach unten schaffen. In der Schweiz, wo der alte und neue Meister Basel seit Jahren dominiert, ist das kaum vorstellbar.

Dass es aber möglich ist, beweist die Division 1, die höchste Liga Algeriens. Nach 26 Runden, vier Spieltage vor Schluss, hat Hussein Dey als Tabellenletzter nur elf Punkte Rückstand auf Leader Sétif. Sogar die Tordifferenz unterscheidet sich nur um neun Treffer. Damit kann Hussein Dey in der Liga mit 16 Teams noch Meister werden.

Zugegeben, es müsste optimal laufen für den Tabellenletzten aus Algier. Leader Sétif müsste dreimal verlieren und dürfte nur ein Unentschieden erreichen. Auch für Béjaïa und Oran auf den Plätzen zwei und drei wäre Siegen verboten. Rein rechnerisch läge der Titel aber drin – für jedes Team der Liga. Im Optimalfall für Hussein Dey wären nach dem letzten Spieltag sechs Teams punktgleich Erste. Da der Tabellenletzte alle Partien gewinnen müsste, wäre das Torverhältnis kein Problem. Die drei Absteiger hätten indes nur vier Punkte weniger.

Die Ausgeglichenheit wird die Getränkehändler freuen. Die Bosse sämtlicher Clubs decken sich wohl mit Champagner ein, sicher ist sicher. Doch so schön die Geschichten auch sein mögen, die der Fussball manchmal schreibt. Die Meisterkorken werden kaum bei Hussein Dey knallen. Grund zum Feiern haben aber nach dem spannenden Saisonfinal fast alle: Meister, Kontinentalcup-Teilnehmer und Nichtabsteiger. Bis dahin sind es für Hussein Dey aktuell auch nur zwei Punkte.

andy.sager@tagblatt.ch

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