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Wie die Superhelden im Kino

Gute kämpfen gegen Böse, Muskelkraft schlägt Saltos – aber was hat die Gitarre im Ring zu suchen? Manchmal ist Wrestling auch für eine Überraschung gut. Ein Besuch bei «WWE live» in Genf.
Susanne Holz
Fliegen will gelernt sein: Sasha Banks kann es. Bild: WWE

Fliegen will gelernt sein: Sasha Banks kann es. Bild: WWE

«Wrestling ist familientauglich geworden.» Das sagte in unserer Zeitung schon voriges Jahr der aus Luzern stammende Wrestler Cesaro. In der Tat: Bei «WWE live» am Mittwoch, dem grossen Show-Event des World Wrestling Entertainment, drängen sich vor der Arena in Genf bereits um 17 Uhr die 10- bis 15-jährigen Buben mit ihren WWE-Gürteln.

Die Stimmung ist aufgekratzt, aber friedlich – wie überhaupt das typische Wrestling-Publikum mit Gelassenheit bei gleichzeitig guter Laune glänzt. Vermutlich trägt zu dieser Entspanntheit die Tatsache bei, dass beim Wrestling der Sieger im Vorfeld schon feststeht. Wrestling ist Sport und Show, der eigentliche Wettkampf findet hier nicht im Ring, sondern während des jahrelangen Trainings statt, bei dem es gilt, den Körper zu stählen. Denn der muss einiges aushalten können angesichts der vielen Würfe und Fälle – Wrestler sind Akrobaten. 18 Jahre habe es ihn gekostet, seinen Körper aufzubauen, so Claudio Castagnoli alias Cesaro (37).

Allein schon das Publikum ist unterhaltsam

In Genf sagt am Mittwoch beim Interview mit den Medien der 1,90 Meter grosse und 127 Kilo schwere Dean Jonathan Muhtadi (31), besser bekannt unter seinem Ringnamen Mojo Rawley: «Den Körper so stark zu halten, ist ein Prozess ohne Ende.» Mojo Rawley mag Kinder, den Marvel-Superheld Thor und die Tatsache, als Wrestler wie die Superhelden im Kino Geschichten zu erzählen. Der US-Wrestler – ein ehemaliger American-Football-Spieler – spricht von «runder Unterhaltung» und «einzigartiger Atmosphäre» bei den Shows in seiner Branche.

Als Wrestling-Laie findet man an diesem Abend in Genf allein schon das Publikum sehr unterhaltsam. Zu den entspannten Biertrinkern gesellen sich die euphorischen Buben, die verliebten Pärchen, die weiblichen Fans zwischen 20 und 30, die ihre Idole fast nonstop mit dem Handy filmen oder fotografieren, sowie auch ein paar vereinzelte Vertreterinnen der Gothic-Szene in schwarzen Netzstrumpfhosen und mit dunkler Attitüde.

Mojo Rawley hat den Superhelden-Twist drauf. Bild: WWE

Mojo Rawley hat den Superhelden-Twist drauf. Bild: WWE

Als es um 19.30 Uhr endlich losgeht, freuen sich alle gleichermassen. Auf einem riesigen Screen wird Wrestling seit einer halben Stunde lautstark angepriesen. Die 24-jährige Lucia aus Sisseln im Aargau, die zusammen mit Bruder Valentino vor Ort ist, freut sich auf Wrestlerin Sasha Banks und Wrestler Finn Balor – jedem Fan seine Lieblingskämpfer. Wrestling an sich findet Lucia «einfach geil». Der eigene Sohn, 13 Jahre alt, hält einen von Kampf zu Kampf auf dem Laufenden. Er weiss, wer die «Heels» (die Bösen) und wer die «Faces» (die Guten) sind. Er weiss, dass die Bösen einfach gute Schauspieler sind. Und er erklärt: «Bei WWE-Live-Events wechseln die Titel so gut wie nie, deshalb bleiben die Champions meist dieselben.»

Als die Wrestler Mustafa Ali und Cedric Alexander in den Ring treten, klärt einen der Teenager auf, dass diese beiden um den Cruiserweight Championship kämpfen, einen Titel für Einzelwrestler der WWE mit einem Maximalgewicht von 93 Kilo. Weshalb hier besonders viel Akrobatik geboten wird. Tatsächlich sind die Saltos der Muskelmänner beeindruckend.

Wrestler sind auch musikalisch

Beeindruckt ist man später auch von den Sprechchören der Fans der Wrestlerinnen: «Let’s go Sasha, let’s go Bliss!» Oder von der Musikeinlage der Wrestler Bobby Roode und Elias, die Wonderwall von Oasis anstimmen: «I don’t believe in anybody …» Die eng sitzenden Kostüme glitzern, die Gitarre überrascht im Ring, und einen kurzen Moment fühlen sich alle wie beim Rockkonzert. Bis Bobby Roode dem Gegner plötzlich seine Muskeln zeigt – sogleich ist man zurück bei WWE.

Und alle Wrestler sind so stark wie euphorisch.Bild: WWE

Und alle Wrestler sind so stark wie euphorisch.Bild: WWE

Als man schon ziemlich müde ist von zweieinhalb Stunden lautstarker und farbgewaltiger Unterhaltung, steigt der schöne Roman Reigns (32) in den Ring, der WWE-Superstar. Natürlich siegt er, zusammen mit den anderen Faces im Team. Eine Frau hält ihr Handy hoch und filmt. Roman Reigns nimmt sein abschliessendes Bad in der Menge. Der Sohn ist glücklich: Er berührt sein Idol an der tätowierten Schulter. Eine Schulter, in der auch wirklich viel Arbeit steckt.

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