Wie der Puck den Ball ablöste

Es ist heute fast unvorstellbar. Aber die Pioniere des Eishockeys führten diesen Sport noch mit einem Ball aus. Erst ein gewiefter Student erfand gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Hartgummischeibe, die heute noch verwendet wird. Wie kam es dazu?

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Es ist heute fast unvorstellbar. Aber die Pioniere des Eishockeys führten diesen Sport noch mit einem Ball aus. Erst ein gewiefter Student erfand gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Hartgummischeibe, die heute noch verwendet wird. Wie kam es dazu?

Als im März 1875 Studenten und Professoren der McGill University im kanadischen Montreal das erste überlieferte Eishockeyspiel austrugen, war das Spielgerät noch ein schwarzer Ball aus Hartgummi – und als solcher nur schwer zu kontrollieren. Der Student William Fleet Robertson schien damit speziell Mühe zu haben. Vielleicht war er es auch, der den Ball immer wieder im Gelände suchen und aufs Spielfeld zurückbringen musste. Wir wissen es nicht. Jedenfalls erfand Fleet Robertson zwei Jahre später den Puck. Der Kanadier hatte angeblich die entscheidende Idee, den Hartgummiball an zwei gegenüberliegenden Stellen zu beschneiden, so dass eine flache Scheibe entstand.

Die Geburtsstunde des Pucks ergibt sich allerdings mehr durch Überlieferung als durch wissenschaftliche Fakten. Fleet Robertson prägte aber auf jeden Fall den Begriff des Pucks, als er 1878 die ersten Eishockeyregeln verfasste. Das Wort soll sich vom irischen «poke» oder vom schottisch-gälischen «poc» ableiten, was Schlag, Schuss oder Stoss bedeutet. Waren einst auch Holz-Pucks in Gebrauch, so gibt es heute nur noch Hartgummi-Pucks. Hergestellt werden sie nur in den Ländern Kanada, Russland, China, Tschechien und Slowakei. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass jährlich rund 40 Millionen Pucks verkauft werden. (mat)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.

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