Wettkampf als Saisonhöhepunkt

Heute reisen der Moderne Fünfkämpfer Yves Walz und der OL-Läufer Martin Hubmann mit der Schweizer Delegation an die Military World Games in Rio de Janeiro.

Urs Huwyler
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Hubmann und Walz machen sich warm für den Militärwettkampf. (Bild: uhu)

Hubmann und Walz machen sich warm für den Militärwettkampf. (Bild: uhu)

Militär-wm. Yves Walz kann sich kaum vorstellen, im brasilianischen Dschungel einen OL zu absolvieren. «Martin hat erzählt, Schlangenbisse seien in jenem Gebiet zwar selten, aber für den Notfall hätten sie das medizinische Material dabei. Auf solche Waldläufe kann ich gerne verzichten», sieht sich der Fünfkämpfer eher nicht als sportlicher Abenteurer. Martin Hubmann, der sich nie eine Schlange als Haustier halten wird, möchte umgekehrt nicht mit dem Mehrkämpfer tauschen. «Reiter Yves wird das Pferd zugelost. Er ist dadurch nicht alleine für sein Resultat verantwortlich. Das brauche ich nicht», kontert der Läufer, und beide lachen herzhaft über die «falsche Sportartenwahl» des Kollegen.

Viele Sportler beim Militär

Die Militär-WM findet von morgen Samstag bis am Sonntag, 24. Juli, statt. 8000 Athleten und Betreuer aus 100 Nationen werden in Rio de Janeiro erwartet. «Wir freuen uns auf die Wettkämpfe in Südamerika, doch weil es sich um einen militärischen Wettkampf handelt, ist der Stellenwert relativ klein.» Andererseits sind im Jahr vor Olympischen Spielen meist viele Spitzenleute – Sportler sind im Ausland oft beim Militär angestellt – am Start, so dass sich der Schlangen- und der Pferdeflüsterer kaum über mangelnde Konkurrenz zu beklagen haben dürften.

25 Prozent der CISM-Medaillengewinner stehen jeweils auch bei Olympia auf dem Podest. 2007 fand die CISM-WM der Modernen Fünfkämpfer in Rio statt. Update-Geschäftsführer Yves Walz (Aadorf) wurde damals Vizeweltmeister. Die Vorzeichen stimmen demnach. «Eine Prognose über die Plazierung abzugeben, fällt schwer, weil im Vorfeld solcher Anlässe nie klar ist, welche Länder die Besten entsenden. Für mich handelt es sich um eine ideale Vorbereitung auf die EM», erklärt der schwimmende Fechter und schiessende Reiter. Einen Tag nach der Rückkehr aus Rio wird der Soldat seine Kleider wechseln und sofort zivil an die EM nach Medway (Gb) weiterreisen.

Fussverletzung dann behoben

Im OL-Lager wurde eine andere Strategie festgelegt. «Wer nicht im WM-Aufgebot steht», so Martin Hubmann (Eschlikon), «startet an den CISM World Games. Damit gibt es im Sommer für alle Kaderleute einen Saisonhöhepunkt.» Der ältere Bruder Daniel fehlt deshalb als vierfacher Militär-Einzelweltmeister. 2006 siegte er in Rio. «Ich setze mir eine Top-10-Klassierung als Ziel», sagt der 22jährige Martin Hubmann, der nach dem erfolgreichen Weltcupauftakt (11./12./9.) verletzungsbedingt (Fussquetschung) nicht alle WM-Selektionsläufe absolvieren konnte. Bis zu den drei Starts in Rio (Mittel- und Langdistanz; Staffel) sollten die Probleme behoben sein. «Sonst könnte es schwierig werden, sollte dich eine Schlange verfolgen», sagt Yves Walz und lacht.