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Wer dominiert die Challenge League?

Die Challenge League wird jünger. Aber auch besser? – Wie die Gegner des FC Wil in der neuen Saison einzuschätzen sind.
Ralf Streule
Der neue FC-Wil-Captain Philipp Muntwiler führt ein sehr junges Team an. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Der neue FC-Wil-Captain Philipp Muntwiler führt ein sehr junges Team an.
(Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

FC-Wil-Trainer Ciriaco Sforza sagt vor dem Challenge-League-Saisonstart vom Samstag:

«In unserer Liga wird es um einiges spannender als in der Super League.»

Gut möglich, dass es in der Challenge League tatsächlich etwas weniger schnell zu einer Zäsur kommt als in der obersten Spielklasse. Auch Wil-Präsident Maurice Weber stützt diese Vermutung. «Dass vorne ein Team schnell alleine wegzieht – wie in der vergangenen Saison Servette –, denke ich nicht.» Wil startet morgen in Chiasso in die Saison. Auffallend beim Blick auf die Challenge-League-Teams ist: Fast alle haben sich verjüngt. Sie spielen also die vorgesehene Rolle als Vertreter der «Ausbildungsliga» vorbildlich.

Auf der anderen Seite: Kein Team hat sich wirklich als Transfergewinner entpuppt. Die Übersicht über die zehn Teams – in der Reihenfolge der vermuteten Platzierungen:

1. Grasshoppers

Die Challenge League freut sich auf die Grasshoppers – auch wenn einige Clubs Bedenken anmelden, was die Sicherheitskosten bei Heimspielen gegen die Zürcher angeht. GC wirtschaftet mit einem Budget von gut 13 Millionen Franken – weit mehr als die meisten anderen Clubs der Liga. Für Kurzzeit-Präsident Stephan Rietiker war die Budgetsenkung aber ein Grund zurückzutreten. Interimspräsident András Gurovits übt sich nun in Demut und sieht einen direkten Wiederaufstieg nicht als gegeben. Und tatsächlich zweifeln viele Beobachter an der Qualität des Kaders. 16 Spieler haben den Club verlassen. Das Team hat mit Veroljub Salatic und Nassim Ben Khalifa zwei neue erfahrene Spieler an Bord, dazu könnte Verteidigersenior Philippe Senderos kommen. Um sie und Mirko Basic baut Uli Forte ein junges Team, auch mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs. Der Trainer immerhin kennt sich mit direktem Wiederaufstieg bestens aus. Mit dem FC St. Gallen und dem FC Zürich ist ihm dies gelungen.

2. Lausanne

Was das Budget anbelangt, stehen die Waadtländer den Zürchern am nächsten. Der britische Ineos-Konzern alimentiert das Team von Giorgio Contini weiterhin. Das Kader aber hat bis dato kaum Verstärkung erhalten. Der «Blick» warf kürzlich die Frage auf, ob Ineos den Spass am Projekt Lausanne verliere und nicht mehr gleich klotze wie bisher. Darauf deute eines hin: «Der bei Fans und Sponsoren in Frage gestellte Trainer Giorgio Contini darf bleiben, obwohl er die Saisonziele grossartig verpasst hat.» Dennoch: Mit dem Kader um Captain Cabral und Stjepan Kukuruzovic werden die Lausanner vorne mithalten.

3. Aarau

Für Aarau gilt es, den Schock des sensationell verspielten Aufstiegs gegen Xamax zu verdauen. Dazu kam die Posse um Patrick Rahmen, der schon als FC-Basel-Trainer vermeldet wurde, nun aber in Aarau weiter kleine Brötchen backen muss. Den Saisonstart des vergangenen Jahres mit sechs Nieder­lagen hingegen dürften die Aargauer locker übertreffen. Sie dürften wieder zu den stärkeren Teams der Liga gehören, auch wenn es einige gewichtige Abgänge gab. Fehlen werden Goalie Djordje Nikolic oder Stürmer Goran Karanovic.

4. Winterthur

Auf der Schützenwiese hofft man schon länger auf den Exploit. Zumindest um den Barrageplatz wollen die Winterthurer mitspielen - auch wenn bisher aufgrund der Infrastruktur die Super-League-Lizenz noch ausblieb. Der letztjährige Vierte mit Captain Davide Callà hat sein Gerüst kaum verändert. Zum Team von Ralf Loose stiessen die ehemaligen St. Galler Gjelbrim Taipi und Roman Buess. Eine besondere Atmosphäre wird bei den Heimspielen gegen die benachbarten Grasshoppers erwartet.

5. Schaffhausen

Mit dem neuen Besitzer Roland Klein ist in Schaffhausen Zuversicht eingekehrt. Als erste Amtshandlung holte er Murat Yakin zurück – jenen Trainer also, der schon einmal mit Schaffhausen zum Höhenflug ansetzte. Klein kündigt bodenständige Arbeit an. Das Kader hat eher gelitten, Miguel Castromans Abgang zu Thun wird schmerzen. Mit Silvan Gönitzer steht ein St. Galler Leihspieler im Team.

6. Wil

Das Motto «Frech, offensiv, mit Power» haben die Wiler angekündigt, mit 15 U-Nationalspielern und einem Kern von Erfahrenen wie Captain Philipp Muntwiler wollen sie es umsetzen. Dass man auf die Jugend setzt, ist auch dem offiziell dritttiefsten Budget der Liga (2,7 Millionen Franken) geschuldet. Die Neuausrichtung ist mutig, gemäss Präsident Weber wird vor allem der Saisonbeginn mit der neuen Mannschaft ein hartes Stück ­Arbeit. Die Testspiele des Teams stimmen aber zuversichtlich. Erster Höhepunkt: das Heimspiel gegen die Grasshoppers von heute in einer Woche.

7. Vaduz

Vaduz setzte sich in der ersten Runde zur Europa-League-Qualifikation gestern gegen das isländische Breidablik durch. Und in der Vorbereitungsphase gab es im Test gegen die Young Boys einen 1:0-Achtungserfolg. Doch das Team von Mario Frick arbeitet mit kleinerem Budget als zuletzt, auch im Rheinpark werden künftig jüngere Spieler zu sehen sein. Muntwiler wird nach seinem Wechsel zum FC Wil fehlen. Mit Tunahan Cicek von Xamax im Sturm hat Vaduz aber ­immerhin offensiv zulegen können. Vom FC St. Gallen stiess Cédric Gasser zu den Vaduzern, Boris Babic machte den umgekehrten Weg.

8. Kriens

Der letztjährige Achte verliert einige Leihspieler sowie Stürmer Saleh Chihadeh, der zu Thun wechselt. Eine Verstärkung aber ist zweifellos Mittelfeldspieler Burim Kukeli, der von Sion zu den Kriensern stösst. Offensiv liegen die ­Hoffnungen weiter auf Nico Siegrist, dem mit 16 Treffern besten Ligatorschützen der Saison 2018/19.

9. Chiasso

Wie fast in jedem Jahr ist Chiasso die Wundertüte der Liga. Bei keinem anderen Team gab es so viele Wechsel – 20 gingen, 18 kamen. Der russische Geschäftsmann Leonid Nowoselski, der sich zuletzt beim FC Lugano um die Aktienmehrheit bemüht hatte, soll den Club inoffiziell steuern. Was das für die finanziellen Möglichkeiten der Tessiner bedeutet, ist aber unklar. Ein entscheidender Qualitätszuwachs ist bei den Transfers zumindest nicht auszumachen.

10. Lausanne

Stade Ouchy Die Lausanner haben einen ­erstaunlichen Weg hinter sich. Aus der 1. Liga stieg der Club innerhalb von drei Saisons in die Challenge League auf. Ein Nachteil wird sein, dass er die Heimspiele in Nyon austragen muss. Den Testspiel-Siegen gegen Servette und Xamax zum Trotz: Für den Aufsteiger wird es schwierig in der Liga.

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