Wenn die Young Boys spielen, gibt’s Spektakel

Jean-Pierre Nsame von YB, Pajtim Kasami vom FC Sion, Lucien Favre von Borussia Dortmund und José Mourinho von Tottenham Hotspur sind prägende Figuren des Fussball-Weekends.

Markus Brütsch
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Jean-Pierre Nsame (links) und Christian Fassnacht feiern in Sitten ein YB-Tor (Bild: freshfocus).

Jean-Pierre Nsame (links) und Christian Fassnacht feiern in Sitten ein YB-Tor (Bild: freshfocus).

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Mit vier Punkten Vorsprung zum Spitzenkampf nach Basel

Wer spektakulären Fussball sehen will, ist bei YB bestens aufgehoben. Nach dem 4:3 gegen St. Gallen vor der Nati-Pause gewann der Meister mit demselben Ergebnis nun auch in Sion und tritt am Sonntag mit vier Zählern Vorsprung zum Spitzenkampf in Basel an. YB- und Liga-Topskorer Jean-Pierre Nsame (15 Treffer) und Pajtim Kasami waren mit je drei Toren die grossen Figuren, Roger Assalé schoss das Siegtor. Bei Gelb-Schwarz gaben Guillaume Hoarau und Christopher Martins Pereira nach mehrwöchigen Verletzungspausen ihr Comeback. Sie erlebten den 13. YB-Sieg in Folge gegen diesen Gegner. Kasami sagte: «Wir haben viel zu naiv verteidigt.» Das gilt indes auch für die Berner. Wollen diese am Donnerstag in der Europa League gegen den FC Porto und dann in Basel erfolgreich sein, müssen sie ihre Defensivarbeit zwingend verbessern. In Trainer Gerardo Seoanes Diktion: «In der Detailpflege haben wir noch einiges zu tun.»

Am Tag zuvor hatte der FC Basel beim 0:2 in Genf gegen Servette enttäuscht und dabei nicht nur das Spiel, sondern auch Valentin Stocker verloren. Der Captain hatte sich nach dem Schlusspfiff mit dem französischen Schiedsrichter angelegt und die Rote Karte gesehen.

Mit einem klaren 4:1 über Xamax hielt St. Gallen den FCZ auf Distanz. Dieser hatte am Samstag den FC Luzern 3:0 besiegt. Dessen angezählter Trainer Thomas Häberlis bleibt jedoch bis auf Weiteres im Amt.

«Lieber Lucien, du hast weiter unser Vertrauen, aber...»

Die Quittung für das peinliche 3:3 zu Hause gegen Schlusslicht Paderborn bekam die Mannschaft von Borussia Dortmund am Sonntag auf der Mitgliederversammlung: Ein Pfeifkonzert. «Das war eine desaströse erste Halbzeit. So kann es nicht weitergehen», hatte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel erklärt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte an der BVB-Zusammenkunft: «Lieber Lucien, du hast weiter unser Vertrauen. Aber: Am Ende ist Fussball immer über Ergebnisse definiert. Wir wünschen uns alle, dass es dir   gelingt, eine Wende herbeizuführen.» Sportdirektor Michael Zorc sagte: «Wir gehen am Mittwoch mit Favre ins Spiel beim FC Barcelona.» Auch am Samstag bei Hertha soll der Schweizer auf der Bank sitzen.

Gelungener Einstand von Mourinho bei Tottenham

Viele Tottenham-Fans waren entsetzt, als ihr Klub José Mourinho als neuen Trainer verpflichtete. Der Portugiese gilt als Antithese zum entlassenen Offensivdenker Mauricio Pochettino. Zumindest der Einstand ist Mourinho 342 Tage nach seinem Rauswurf bei Manchester United aber mit einem 3:2-Sieg gegen West Ham gelungen. Letztmals hatten die Spurs vor zehn Monaten auswärts gewonnen. Nicht weniger als 380 Journalisten waren gekommen, um Mourinhos Comeback zu erleben. «Nervös war ich nicht», sagte dieser hinterher. «Aber sehr glücklich, wieder da zu sein, wo ich hingehöre. Auf die Trainerbank.»

Fünf Meilen entfernt kam Arsenal vier Stunden später im Emirates Stadion gegen Southampton nur zu einem 2:2. Granit Xhaka wurde von Trainer Unai Emery auch im fünften Pflichtspiel nach seinem unrühmlichen Abgang gegen Crystal Palace nicht berücksichtigt.

Dzemaili rettet Bologna in der 96. Minute einen Punkt

Zum grossen Helden im Derby dell’Emilia zwischen Bologna und Parma in der italienischen Serie A avancierte Blerim Dzemaili. Der 33-Jährige ist zwar Captain der Rossoblu, steht aber nur noch höchst selten während 90 Minuten auf dem Platz. Gestern erst zum zweiten Mal in dieser Saison. Doch es zahlte sich aus, ihn durchspielen zu lassen. Im Anschluss an den 14. Corner sorgte der Schweizer mit einem fantastischen Volley aus acht Metern für den 2:2-Ausgleich, verhinderte die vierte Niederlage in Folge und liess das Stadio Renato Dall’Ara erbeben. Es war Dzemailis erster Skorerpunkt in dieser Spielzeit.

Flamengo wie vor zwanzig Jahren Manchester United

Spektakulär wie 1999 Manchester United im Final der Champions League gegen Bayern München gewann Flamengo in Lima den Final der Copa Libertadores gegen River Plate mit 2:1. Nach 14 Minuten gegen den Titelverteidiger in Rückstand geraten, drehten die Brasilianer das Spiel durch Tore der Inter-Leihgabe Gabriel Barbosa in der 89. und 92. Minute. Genau 38 Jahre nach dem letzten Triumph gewann Flamengo zum zweiten Mal diesen Wettbewerb.