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Der Ruderer Nico Stahlberg vor den letzten WM-Vorbereitungen: Wenn der Körper schmerzt

Der Thurgauer Nico Stahlberg wartet diese Saison noch auf ein Spitzenresultat. Nun hofft er auf die WM.
Raya Badraun
Ein neunter Rang beim Weltcup in Rotterdam ist diese Saison das Bestresultat von Nico Stahlberg. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (2. Juni 2019))

Ein neunter Rang beim Weltcup in Rotterdam ist diese Saison das Bestresultat von Nico Stahlberg. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (2. Juni 2019))

Am Samstag reiste Nico Stahlberg nach Libourne, nahe Bordeaux. Auf dem Lac des Dagueys finden die letzten Vorbereitungen auf die WM in Österreich statt. Die Basis haben die Schweizer Ruderer zuletzt in Sarnen gelegt, in einer «pickelharten Woche» mit drei Trainings pro Tag. Nun werden die Einheiten weniger, dafür intensiver. Es geht um den Feinschliff vor dem Höhepunkt in zwei Wochen. Auch die Erholung steht nun auf dem Programm. «Es ist die schönste Zeit im Jahr», sagt Stahlberg. «Man ist so fit wie sonst kaum.»

Selbstverständlich ist das in seinem Fall nicht. Denn seit über einem Jahr hat der 27-jährige Thurgauer mit Schmerzen zu kämpfen. Seine Muskeln in der Hüfte und im Rücken sind verkrampft und verhärtet, es pikst und sticht. «Das ist nicht schön», sagt Stahlberg. Im Winter vor einem Jahr tauchten die Probleme auf. Die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Ein Arzt stellte schliesslich fest, dass seine Hüftpfanne deformiert ist und der Hüftknochen deshalb anstösst. So kommt es zu Entzündungen. Stahlberg entschied sich damals gegen eine Operation. Zu viel Zeit hätte er verloren – gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Und es gab auch keine Garantie, dass es dadurch besser werden würde.

Trainings hinter sich bringen, ohne abzubrechen

Kurz nach der Diagnose klemmte sich Stahlberg einen Nerv ein und fiel zwei Wochen aus. Er hat damals viel versucht, wurde Stammgast beim Physiotherapeuten. Die Schmerzen wurden zwar weniger, verschwanden jedoch nie ganz. Auch in diesem Frühling kam Stahlberg nicht richtig in die Gänge. «Ich war vor allem damit beschäftigt, den Körper auf das Rudern vorzubereiten, statt mich auf das Boot einzulassen und in den Flow zu kommen», sagt er. Er konnte nicht locker im Skiff sitzen, der Ruderschlag war nicht optimal. Seine Trainingsziele erreichte er selten. Es ging vor allem darum, die Einheiten hinter sich zu bringen, ohne dass er sie abbrechen musste. «Ich ruderte so, dass ich möglichst wenig Schmerzen hatte. Schnell war das jedoch nicht», sagt er. So fuhr er bei den internen Tests seinen Kollegen hinterher. Der Abstand war deutlich.

Im Wettkampf hatte er zudem Pech. Vor dem Weltcup in Poznan Ende Juni hatte er eine Magen-Darm-Grippe. Zwar dachte Stahlberg, er hätte sich davon bereits erholt. «Ich war jedoch geschwächter als gedacht», sagt er. So belegte er am Ende nur den 14. Schlussrang. Beim Weltcup in Rotterdam sah er schliesslich eine Steigerung. Im hart umkämpften Wettkampf wurde er Neunter. Seit diesem Rennen Anfang Juli sieht er merkliche Verbesserungen. Die gesundheitlichen Probleme sind nicht ganz fort, aber er hat sie so weit in den Griff bekommen – rechtzeitig zur WM.

Ein Platz unter den besten neun als Ziel

Es habe Zeit gebraucht, sagt Stahlberg. Doch nun wisse er, wie er damit umgehen muss und kann rasch intervenieren, wenn sich etwas anbahnt. Anders als seine jüngeren Kollegen beginnt er das Training nun früher. Er wärmt sich auf, dehnt den Körper. Im Krafttraining macht er vermehrt Übungen, um die Muskeln an der Hüfte zu stärken. «Das wird wohl auch so bleiben», sagt er. «Wenn man jung ist, verzeiht einem der Körper noch vieles. Das ist heute anders.» Je intensiver die Einheiten werden, desto mehr spürt er seinen Körper. Das hat sich nicht verändert. Doch Stahlberg kann nun wieder so trainieren, wie er es von sich erwartet. Und in den Testrennen, da hat er zu seinen Kollegen aufgeschlossen. Er sei froh darüber und im Hinblick auf die WM sehr motiviert.

«Wenn ich das abrufen kann, was ich im Training zeige, dann werde ich im Rennen deutlich schneller sein als bisher», sagt Stahlberg. An der WM auf der Regattastrecke Linz-Ottensheim, die am 25. August beginnt, will er es unter die besten neun schaffen. Damit würde er einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr sichern. An diesem Ziel haben auch die vergangenen Monate nichts geändert – ganz im Gegenteil. «Ich trainiere nicht so viel, um an der WM nur mitzurudern», sagt Stahlberg.

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