Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wengen-Favorit Feuz: «Wer das Lauberhorn nicht liebt, ist selber schuld»

Einst fühlte sich Beat Feuz (31) in Wengen wie ein Exot. Doch mittlerweile ist der zweifache Lauberhorn-Sieger in der Abfahrt längst Topfavorit.
Martin Probst
Beat Feuz unterwegs auf der Lauberhorn-Abfahrt. (Bild: Gabriele Facciotti/AP Photo (Wengen, 17. Januar 2019))

Beat Feuz unterwegs auf der Lauberhorn-Abfahrt. (Bild: Gabriele Facciotti/AP Photo (Wengen, 17. Januar 2019))

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Im Gegenteil: Beat Feuz und das Lauberhorn fanden erst langsam zueinander. «Im ersten Rennen landete ich mit fünf Sekunden Rückstand weit hinten bei den Exoten», erinnert er sich. Das war 2010 und Feuz belegte in der Abfahrt Rang 42. Und weil im Rückblick vieles schöner ist als es war, irrt er bei der Zeit. Es waren sogar fast sechs Sekunden (5,96), die Feuz auf Sieger Carlo Janka verlor.

«Als ich zum ersten Mal in Wengen war, sagte ich meinen Trainern: Mit dieser Strecke werde ich mich nicht so schnell anfreunden», sagt Feuz. Es ging dann doch schneller: 2012 wurde aus dem Zweifler ein Sieger. In zwei Jahren entstand eine Liebe, die bis heute Bestand hat. 2015 belegte Feuz Rang zwei, 2018 gewann er als erster Schweizer zum zweiten Mal den Abfahrtsklassiker im Weltcup.

Eine gewinnbringende Stärke

Wie ist das möglich? Noch 2011, beim zweiten Start, verliessen ihn die Kräfte. Feuz stürzte im Ziel-S. Heute fährt er regelmässig im letzten Abschnitt eines Rennens Bestzeit. Und dies, obwohl sein Körper längst geschunden ist, sein Knie elfmal operiert wurde. Er selbst sieht aber nicht zuletzt darin den Grund für die Reserven. Feuz musste lernen, mit seinen Kräften haushälterisch umzugehen. Gerade auf der längsten Abfahrt im Weltcup eine gewinnbringende Stärke.

2011 warfen die Trainer Feuz vor, dass er konditionelle Schwächen habe. Nicht ganz unberechtigt, wie er heute selbst sagt. In dieser Zeit entstand auch sein Ruf als Trainingsfauler, der ihm lange anhaftete, aber längst nicht mehr der Wahrheit entspricht. Im Gegenteil. Durch seine Verletzungsgeschichte investiert Feuz viel Zeit in seinen Körper:

«Ich versuche, mein Knie zu spüren und zu verstehen, was es braucht. Meistens kann ich mit gezielter Therapie entgegenwirken.»

Und doch schmerzt es noch oft. Zuletzt vor den Abfahrten in Bormio und Gröden. Umso erstaunlicher ist es, dass er in den beiden Rennen in Italien zwei Lücken in seinem Palmarès schloss und seine ersten Podestplätze holte. «Längst weiss ich, wann ich etwas reduzieren muss und wann ich investieren kann.» Feuz verzichtete auf ein freies Training und konzentrierte sich stattdessen auf die offiziellen Fahrten. Es brachte Erfolg.

Und nun wieder Wengen. Doch etwas ist anders geworden in seiner Beziehung mit dem Berg. «Ich habe das Skifahren immer über alles gestellt, und das ist jetzt nicht mehr der Fall», sagt Feuz. Im Sommer ist er erstmals Vater geworden. Tochter Clea hat sein Leben verändert. Die Prioritäten sind anders. «Die Familie steht jetzt an erster Stelle.» Seine Freundin Katrin Triendl ist mit der Tochter in Wengen. «Ein wunderbares Gefühl. Das Skifahren ist nun einfach etwas Schönes, das ich beruflich tun darf.» Nicht minder ehrgeizig und erfolgreich, das hat Feuz mit zwei zweiten Plätzen, einem Sieg und der Führung im Abfahrtsweltcup mehr als deutlich bewiesen.

Die Erwartungen der Fans

Er sagt: «An der Risikobereitschaft hat sich nichts geändert. Wenn man sich den Risiken bewusst ist und voll fokussiert ist, dann funktioniert das auch. Es wird erst gefährlich, wenn man denkt, jetzt muss ich aufpassen, jetzt darf ich nicht mehr 100 Prozent riskieren.» Es gelingt ihm perfekt. Auch in Wengen, wo er im ersten Training der absolut Schnellste war.

Wengen, Kitzbühel und dann die WM – die Highlights des Winters stehen nun unmittelbar bevor. In Wengen und an der WM ist Feuz Titelverteidiger, in Kitzbühel belegte er vor einem Jahr Rang zwei. Was macht das mit ihm? «Ich stehe gerne etwas unter Druck, ich mag die Rennen, wo viele Leute da sind. Wo etwas erwartet wird. Genau für das fährt man ja Ski. Es freut mich, wenn die Leute erwarten, dass der Feuz schnell sein sollte», sagt er. Und in der Regel erfüllt der 31-jährige Berner die Erwartungen der Fans.

Die anfängliche Skepsis zu Wengen ist längst gewichen. Heute sagte er: «Wer das Lauberhorn nicht liebt, ist selber schuld.» Es braucht eben nicht immer Schmetterlinge zu Beginn, um Liebe zu werden. An der Lauberhorn-Abfahrt ist Beat Feuz Topfavorit.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.