Weltverbands- präsident legt Amt vorderhand nieder

Drucken
Teilen

Biathlon Der Norweger Anders Besseberg, Präsident des Internationalen Biathlon-Verbands (IBU), hat wegen der Dopingvorwürfe sein Amt vorläufig niedergelegt. Die norwegische Zeitung «Verdens Gang» hatte berichtet, dass er in seiner Funktion seit dem Jahr 2011 65 Dopingfälle von russischen Athleten verschwiegen haben soll und gegen ihn und seine deutsche Generalsekretärin Nicole Resch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Es bleibe bei der Amtsniederlegung, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Der 72-Jährige wird, wie schon früher angekündigt, im September nach 26 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl antreten. «Ich hoffe, die Sache ist bis dahin aus der Welt», sagte Besseberg, der alle Vorwürfe ­zurückweist.

Besseberg: «Wir haben uns an die Regeln gehalten»

Am Mittwoch hatte die französische Tageszeitung «Le Monde» berichtet, Russland könnte sich das Schweigen der IBU erkauft haben, um Dopingfälle zu ver­tuschen. «Ich denke, wir haben uns an die Regeln gehalten», sagte Besseberg. «Aber ich kann mich nicht dazu äussern, wie die Ermittler diese Angelegenheit ­sehen.» Er habe nichts zu ver­bergen. In einem 16-seitigen ­vertraulichen Report der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada wurde berichtet, dass die IBU «alles getan habe, um Ermittlungen gegen Russland zu verhindern». Das Hauptziel der Korruption sei es gewesen, gedopte russische Athleten zu beschützen.

«Whistleblower» Grigori Rodtschenkow, ehemaliger Direktor des Moskauer Anti-Doping-Zentrums, hat nach eigenen Angaben bei den Ermittlungen gegen die IBU geholfen. Rodtschenkow, der aus Angst vor ­Racheakten in den USA untergetaucht ist, sprach in einem teilweise online veröffentlichten Interview von «Korruption, systematischer Sabotage und Manipulation» von biologischen Blutproben russischer Sportler. (sda)