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Weltmeisterin ohne Reich

Die Toggenburger Mountainbikefahrerin Ramona Forchini ist U23-Weltmeisterin. Mit dem Weltmeistertrikot hat sie dieses Jahr aber erst zwei Rennen bestritten. Am Ende der nächsten Woche tritt Forchini zur Titelverteidigung an.
Daniel Good

MOUNTAINBIKE. Seit dem vergangenen Jahr ist Ramona Forchini im Besitz des begehrten Regenbogentrikots, das den Weltmeister oder die Weltmeisterin auszeichnet. In einem turbulenten Rennen hatte die 22jährige Toggenburgerin Anfang September in Andorra die U23-WM im Cross Country mit rund 40 Sekunden Vorsprung für sich entschieden. Viel Spielraum, das Weltmeistertrikot zu präsentierten, hat Forchini in dieser Saison aber nicht. Bloss in zwei Weltcuprennen durfte das berühmte Leibchen ausfahren. In den übrigen Prüfungen, die sie als Weltmeisterin bestritt, waren keine U23-Rennen ausgeschrieben.

Auch in ihrem wichtigsten Wettkampf in dieser Saison wird Forchini ohne das Regenbogentrikot unterwegs sein. Am 3. Juli tritt sie in den Schweizer Nationalfarben in Nove Mesto zur Titelverteidigung an. Sie wird zum viertenmal in der tschechischen Skistation – gut acht Autostunden von der Ostschweiz entfernt – zu einem Rennen antreten. Die diesjährige WM-Strecke sagt Forchini zu. «Sie ist technisch anspruchsvoll und hat eine lange Zielgerade, die geteert ist», sagt die Titelverteidigerin.

Der Punch, die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten alles aus sich herauszuholen, ist eine der Stärken Forchinis. Deshalb ist sie auch für die Eliminator-WM selektioniert. Das sind mehrere kurze Rennen, in denen sich nur die besten Fahrerinnen für die nächste Runde qualifizieren. An der Eliminator-WM am 29. Juni trifft sie auf die Elitefahrerinnen. In dieser Disziplin gibt es keine U23-Kategorie.

Schlafen auf dem Säntis

Der WM-Vergleich mit der Elite kommt wie gerufen. Forchini kann so rechtzeitig Mass nehmen an den Konkurrentinnen, auf die sie im kommenden Jahr trifft. Denn sie bestreitet ihre letzte Saison als U23-Fahrerin. «Ich denke, ich habe gute Chancen an der Cross-Country-WM. Die Konkurrenz ist stark. Doch das war sie auch im vergangenen Jahr. Angst habe ich auf jeden Fall keine. Meine Resultate in diesem Jahr sind vielleicht nicht überragend. Aber ich starte immer langsam in die Saison», sagt die St. Gallerin.

Zur Vorbereitung auf die WM schläft Forchini während fast des ganzen Junis auf dem Säntis. Der Aufenthalt in der Höhe fördert die Bildung der roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff im Körper transportieren. Um 17.30 Uhr fährt die letzte Gondel auf den Gipfel. Forchini muss sich jeweils beeilen, um nach oben zu kommen. Denn neben den vielen Stunden Training pro Woche arbeitet sie im Sekretariat der Berufsschule an ihrem Wohnort Wattwil. Weil sie einem zivilen Beruf nachgeht, wurde Forchini im April zu St. Gallens Amateursportlerin des Jahres gewählt. «Diese Auszeichnung hat mich sehr gefreut. Sie ist eine Anerkennung, für das, was ich bis jetzt erreicht habe. Und der Preis motiviert mich, weiter in den Sport zu investieren.»

Reich wird Forchini derzeit nicht mit dem Sport – vielmehr ist sie auch auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Aber Profi will sie schon werden. Der Wechsel soll jedoch keineswegs überstürzt erfolgen. «Es eilt mir nicht. Ich habe mich in dieser Saison überhaupt noch nicht darum gekümmert. Bis Ende 2016 bin ich beim sehr gut funktionierenden Schweizer Strüby-BiXS-Team unter Vertrag.»

Bekenntnis zur Schweiz

Nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro werden einige arrivierte Fahrerinnen zurücktreten. Dann gibt es Platz für die aufstrebenden Talente. Im Prinzip hätte auch Forchini in Rio teilnehmen können – für Italien. Ihre aus der Nähe von Bergamo stammende Familie ist in der dritten Generation im Toggenburg ansässig. In der Schweiz sind die beiden Olympiaplätze durch Jolanda Neff und Linda Indergand besetzt. Forchini hatte sich kurz überlegt, sich dem italienischen Olympiateam anzuschliessen. Aber nur für einen Moment. «Ich will für die Schweiz starten», sagt sie.

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