Weltmeister triumphieren

Emanuel/Alison besiegen im Finalspiel des Grand-Slam-Turniers von Gstaad Rogers/Dalhausser mit 22:20 und 21:19. Laciga/Weingart belegen als beste Schweizer den neunten Rang.

Andreas Eisenring/Gstaad
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Gemeinsam stark: Die Brasilianer Emanuel (links) und Alison gewinnen das Turnier in Gstaad. (Bild: ky/Peter Schneider)

Gemeinsam stark: Die Brasilianer Emanuel (links) und Alison gewinnen das Turnier in Gstaad. (Bild: ky/Peter Schneider)

Beachvolleyball. Emanuel Rego/Alison Cerutti heisst das Siegerduo am Grand-Slam-Turnier von Gstaad. Kein Zufall, denn das Weltmeisterteam aus Brasilien ist momentan auf der World Tour fast unantastbar. Der Final der Männer war geprägt vom Vergleich zwischen den beiden Grossgewachsenen, Alison Cerutti und seinem Gegenüber aus den USA, Phil Dalhausser. Der aus der Schweiz stammende Dalhausser – von seiner Fussverletzung noch nicht ganz genesen – verpasste es dabei mit seinem Partner Todd Rogers, eine vorübergehende Abnahmeschwäche von Emanuel im zweiten Satz auszunützen. Die beiden US-Amerikaner hatten den ersten Satz bereits mit 20:22 verloren. So setzten sich Emanuel/Alison auch im zweiten Satz 21:19 durch und feierten ihren vierten Sieg in den letzten fünf Turnieren. Für Rekordhalter Emanuel war es der 73. Turniersieg auf der World Tour.

Mit den Rängen neun durch Laciga/Weingart und zweimal 17 durch Heuscher/Bellaguarda sowie Heyer/Chevallier klassierten sich die Schweizer Topteams nicht in den vordersten Rängen. Das klingt auf den ersten Blick ernüchternd, täuscht aber. Denn auch wenn die Schweizer Top-Duos frühzeitig ausschieden, stimmten die Leistungen der Einheimischen in Gstaad.

Langersehntes Erfolgserlebnis

Für Martin Laciga und seinen neuen Partner Jonas Weingart bedeutete der neunte Rang gar das so lang ersehnte Erfolgserlebnis, das den Knopf lösen könnte. «Es war schon etwas enttäuschend, dass wir nach der starken Vorbereitung nicht die entsprechenden Resultate erreichten», meinte ein erleichterter Laciga. Der immer viel fordernde Altmeister scheint den richtigen Umgang mit seinen «Juniorpartner» gefunden zu haben. Grundsätzlich sei er zwar nicht geduldiger geworden, aber er habe dies einfach lernen müssen, meinte der dreifachen Olympiateilnehmer.

Im internen Schweizer Olympia-Ranking – maximal zwei Plätze stehen der Schweiz für London 2012 zur Verfügung – haben Laciga/Weingart als Schweizer Top-Duo in Gstaad zwar 160 Punkte gutgemacht, liegen aber immer noch weit hinter ihren Konkurrenten Heuscher/Bellaguarda und Heyer/Chevallier. Diese beiden Teams klassierten sich auf dem 17. Rang, was aber durch die momentane Leistungsdichte an der Weltspitze relativiert wird.

Ricardo trennt sich von Marcio

Fast noch mehr zu reden als der hochstehende Final gab die Trennung des Jahres, die in Gstaad etwas zu früh bekannt wurde. Der Brasilianer Ricardo Santos lässt seinen Landsmann Marcio Araujo fallen und löst damit eine grosse Rochade aus, obwohl sein Team mit der Referenz der WM-Silbermedaille und dem Sieg beim Grand Slam von Stavanger nach Gstaad angereist war. Persönliche Differenzen und nicht sportliche Überlegungen haben den Ausschlag für die Trennung des brasilianischen Duos gegeben: «Ricardo hat mir gesagt, er sei nicht glücklich mit mir», meinte ein enttäuschter Marcio. Nach dieser überraschenden Entscheidung ist das Rennen um den zweiten brasilianischen Qualifikationsplatz für London 2012 hinter den Gstaad-Siegern Emanuel/Alison wieder völlig offen.

Martin Laciga Beachvolleyball-Spieler (Bild: Quelle)

Martin Laciga Beachvolleyball-Spieler (Bild: Quelle)