Weltklasse in Frauenfeld

LEICHTATHLETIK. Dem Frauenfelder Leichtathletik-Nachwuchs steht dieses Jahr ein ganz besonderes Highlight bevor: Läuft alles nach Plan, kommen Anfang September Spitzenathleten in die Kantonshauptstadt, um mit Jugendlichen zu trainieren.

Lieselotte Schiesser
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Frauenfeld hat Erfahrung mit Grossereignissen wie hier die Schweizer Staffelmeisterschaft im Sommer letzten Jahres. (Bild: Cédric de Silvestro)

Frauenfeld hat Erfahrung mit Grossereignissen wie hier die Schweizer Staffelmeisterschaft im Sommer letzten Jahres. (Bild: Cédric de Silvestro)

LEICHTATHLETIK. Beziehungen mögen im Leben nicht alles sein – aber sie sind oft hilfreich. So auch beim LC Frauenfeld, der sich seit Jahren einen guten Namen als Organisator von Leichtathletikveranstaltungen gemacht hat. Die Verbindungen zu «Weltklasse Zürich» – dem Top-Event im Letzigrund – haben dem LC Frauenfeld eine Anfrage ins Haus gebracht, die Matthias Gredigs Augen leuchten lassen: «Weltklasse Zürich will die Trainings der Top-Athleten mit Kindern und Jugendlichen zwei

Tage vor dem Letzigrund-Meeting nicht mehr zentral in Zürich durchführen, sondern in verschiedenen Orten der Schweiz. Und man hat auch uns angefragt, ob wir einen solchen Anlass durchführen wollen.»

Abklärungen bezüglich Datum

Gredig, OK-Präsident bei Veranstaltungen des LC Frauenfeld, lässt keinen Zweifel daran, dass der LCF will: «Wir werden schon zusagen, wir müssen nur noch klären, es beim 6. September bleiben muss, den Weltklasse Zürich angegeben hat.

» Denn der Traum des LC Frauenfeld wäre es, diese Veranstaltung mit Leichtathletik-Weltstars zu verbinden mit den Schweizer Meisterschaften der U18 und U16 in den Einzeldisziplinen, die am Wochenende des 3./4. September stattfinden werden. «Das würde natürlich mehr Publikum bringen», so Gredig. Aber auch wenn es beim 6. September bleibt, freut man sich natürlich auf eine Veranstaltung, die zweifellos die Aufmerksamkeit nicht nur «angefressener» Leichtathletikfans erregen wird.

Zusätzliche Attraktionen

Denn Gredig ist sicher, dass Wettkämpfe heute anders durchgeführt werden müssen als früher. Die Leichtathletik müsse heute beim Werben um Mitglieder und Zuschauer gegen viel mehr Sportarten antreten. «Wettkämpfe müssen heute Event-Charakter haben und sie dürfen nicht unendlich lang dauern», meint er. «Ein Fussballmatch geht – mit Halbzeitpause – zwei Stunden, dann gehen die Leute wieder. Auch Leichtathletikveranstaltungen sollten nur wenige Stunden gehen», erklärt Gredig.

2010 war das in Frauenfeld beispielsweise die Schweizer Staffelmeisterschaft: Damit sie zügig ablaufen konnte, wurden die Siegerehrungen ins Festzelt verlegt. Und weil die Veranstaltungen teilweise am Abend stattfanden, schloss man die Meisterschaft mit einem Feuerwerk ab. Solche Veranstaltungen bringen dem LC Frauenfeld beim Leichtathletikverband und anderen Vereinen Aufmerksamkeit ein und erhöhen die Chance auf weitere Anlässe.

100 Plätze zu vergeben

Eine zeitlich begrenzte Veranstaltung steht dem LC Frauenfeld im Mai ins Haus, wenn der «UBS Kids Cup» über die Bühne geht. Hier können sich dann auch jene qualifizieren, die im September mit einem Weltstar trainieren wollen. Allerdings werden die 100 Trainingsplätze nicht nur an Cup-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, sondern auch an LCF-Nachwuchssportler vergeben.

Auch Grossanlässe in der Halle

Als weiteres Grossereignis stand am 23. Januar der «Rivella Kids Cup» in der Halle auf dem Programm. Dabei traten Fünfer- und Sechserteams in vier Disziplinen gegeneinander an. Am Wochenende des 19. Juni werden dann in Frauenfeld die Thurgauisch-Schaffhausischen Meisterschaften in den Einzeldisziplinen (Einkampf) ausgetragen, und am 1. Juli finden die Schweizerischen Vereinsmeisterschaften der Schüler und Jugend statt.

Bewerbung für 2014

Für 2014 wird sich der LC Frauenfeld um die Austragung der Leichtathletik-Schweizer-Meisterschaften bewerben. Gredig ist zuversichtlich, dass der LCF den Zuschlag bekommt. Gewöhnlich würden sich höchstens drei Vereine darum bewerben, solche Grossveranstaltungen durchführen zu dürfen. Und da die Schweizer Meisterschaften 2003 in Frauenfeld heute noch allen gut im Gedächtnis seien, stünden die Chancen für 2014 gut.