Porträt

Weltcupstart in Sölden: Der Wiler Skirennfahrer Cédric Noger in den Spuren von Pirmin Zurbriggen

Am Sonntag startet der Riesenslalomspezialist in Sölden zu seinem ersten Weltcup der Saison. Erstmals ist Cédric Noger in einem Rennen mit Kästle unterwegs. Das ist jene Skimarke, die Pirmin Zurbriggen zu unzähligen Erfolgen verhalf.

Daniel Good
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Cédric Noger im Weltcup-Riesenslalom von Adelboden.

Cédric Noger im Weltcup-Riesenslalom von Adelboden.

Bild: Anthony Anex / KEYSTONE (11. Januar 2020)

Der Durchbruch liess lange auf sich warten. Der mittlerweile 28-jährige Cédric Noger musste über 600 FIS-Rennen bestreiten, um im Weltcup Fuss zu fassen. In der Saison 2018/19 gelang ihm auf höchster Stufe aber doch noch der Durchbruch mit einem vierten Platz im Weltcup-Riesenslalom von Kranjska Gora. Anschliessend gewann er auch noch die Schweizer Meisterschaft.

Sein erstes Weltcuprennen bestritt Noger am 16. Dezember 2018 in Alta Bada. Seither folgten zwölf weitere Einsätze auf höchstem Niveau.

Unter die ersten 15 und an die WM

Cédric Noger

Cédric Noger

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Der vergangene Winter verlief durchschnittlich. Nun steht Noger der Sinn wieder nach besseren Resultaten. Er will in seiner Spezialdisziplin im Weltcup regelmässig unter die ersten 15 fahren und sich für die WM in Cortina d'Ampezzo qualifizieren. Die letzten Trainings der Schweizer fanden in Zermatt und auf der Diavolezza oberhalb von Pontresina statt. Der erste Härtetest in diesem Weltcupwinter steht Noger am Sonntag auf dem Rettenbachgletscher oberhalb von Sölden bevor.

Nach der vergangenen Saison entschied er sich zu einem Skiwechsel: Weg von Nordica, hin zu Kästle.

Der Kultski aus Hohenems

Das ist die Kultmarke aus Vorarlberg, die in den 1980er-Jahren den Schweizer Olympiasieger, Weltmeister und vierfachen Weltcup-Gesamtsieger Pirmin Zurbriggen von Erfolg zu Erfolg trug. Kästle stieg 1999 als Marke aus dem Skisport aus. Nun erfolgt in diesem Winter das Comeback mit dem Ostschweizer Rennfahrer Noger, Mitglied des Skiklubs Speer Ebnat-Kappel.

Pirmin Zurbriggen mit dem Kästle an der Ski-WM in Crans-Montana 1987

Pirmin Zurbriggen mit dem Kästle an der Ski-WM in Crans-Montana 1987

Bild: Getty

Noger sagt vor dem ersten Saisonrennen: «Mit dem Wechsel der Skimarke ist natürlich auch eine Anspannung verbunden.» Und weiter:

«Die letzten Trainings lassen mich zuversichtlich stimmen, dass die Abstimmung optimiert ist und ich voll angreifen kann.»

Noger ist einer von acht Schweizern, die sich für den ersten Weltcup-Riesenslalom qualifizierten. Er ist zum zweiten Mal in Sölden und erreichte in der vergangenen Saison den 24. Platz. Der Wiler hat auch abseits der Piste eine äusserst intensive Saisonvorbereitung hinter sich.

Im Sommer arbeitete er daran, mit alternativen Trainingsmethoden den harten Alltag aufzulockern und dadurch mehr Lockerheit und mentale Stärke zu erlangen.

Die Geisterrennen

Dass in Sölden keine Zuschauer anwesend sein werden, sei auf der einen Seite gewöhnungsbedürftig, so Noger. «Auf der anderen Seite überwiegt aber die Erleichterung, dass die Rennen stattfinden können. Ich hoffe natürlich, dass dies auch für den weiteren Verlauf der Saison gilt.»

Angeführt wird das Schweizer Team von Marco Odermatt, Loïc Meillard und Gino Caviezel, die in der Weltcup-Startliste allesamt unter den ersten 15 figurieren. Noger rangiert in dieser Rangliste an 29. Position.

Odermatt hat mit Sölden noch eine Rechnung offen

Vor allem Odermatt hat mit der Piste auf dem Rettenbachgletscher noch eine Rechnung offen. Vor einem Jahr lag der 23-jährige Nidwaldner nach dem ersten Lauf als Dritter auf Podestkurs, eher auf den 13. Rang zurückfiel.

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