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WELTCUPSIEG: Eine geglückte Hauptprobe

Dario Cologna gewinnt in Seefeld den letzten Wettkampf vor den Winterspielen. Er setzt sich beim Massenstartrennen über 15 km Skating durch.
Roman Eberle (sda)

Roman Eberle (SDA)

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Dario Cologna im kommenden Monat bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zu den absoluten Favoriten auf Gold zählt, dann lieferte der Münstertaler ihn gestern in Österreich auf eindrückliche Weise. Nach einem unwiderstehlichen Antritt beim letzten Anstieg verwies Cologna den Kanadier Alex Harvey, den Weltmeister über 50 km, und den Norweger Martin Johnsrud Sundby auf die weiteren Podestplätze. Der Schweizer Teamleader feierte innerhalb eines Monats somit den vierten Saisonsieg und den 25. Erfolg auf Weltcupstufe.

Beim Distanzrennen am nächstjährigen WM-Ort Seefeld präsentierte sich Cologna wie zuletzt an der Tour de Ski in bestechender Verfassung. Der dreimalige Olympiasieger kontrollierte das Rennen stets und lief einmal mehr taktisch überaus clever. Erwartungsgemäss fiel die Entscheidung schliesslich beim letzten Anstieg. Cologna ging dabei nach eigener Aussage «all in» und liess der arrivierten Konkurrenz keine Chance. Es war eine Machtdemonstration, wie der Schweizer das Tempo entscheidend zu erhöhen vermochte.

Erinnerungen an Sotschi beim letzten Anstieg

Unweigerlich kamen deshalb Erinnerungen an Colognas Auftritte vor vier Jahren an den Olympischen Spielen in Sotschi auf, als er im Skiathlon – ebenfalls beim letzten happigen Anstieg – die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeigeführt hatte. Der Münstertaler wertete seinen Auftritt in Seefeld im Hinblick auf das bevorstehende Saison-Highlight selbstredend als «gutes Zeichen». Er hat nun auch auf dem Papier die Gewissheit, dass er nach dem souveränen und zunächst nicht erwarteten Sieg bei der Tour de Ski die starke Form konservieren konnte. Während seiner dreiwöchigen Weltcuppause hatte der 31-Jährige zu Hause in Davos Trainingseinheiten absolviert. Er habe sich zu Beginn des Rennens etwas müde gefühlt, sagte Cologna später. «Ich bin es nicht gewohnt, bei einem Sprint so lange in der Entscheidung dabei zu sein.» Cologna sprach damit seine Halbfinalqualifikation vom Samstag an, als deutlich wurde, dass er in den vergangenen Wochen auch betreffend Endschnelligkeit grosse Fortschritte erzielt hatte.

In der Weltcupgesamtwertung reduzierte Cologna den Rückstand auf den Leader Johannes Hösflot Klaebo, der am Tag nach seinem Sprintsieg auf einen Start verzichtet hatte, bei noch acht ausstehenden Rennen um 120 Punkte auf 159 Zähler.

Der Bündner und der erst 21-jährige Norweger werden als die grossen Favoriten zu den Winterspielen nach Pyeongchang reisen. Neben Cologna, der in Pyeongchang abgesehen vom Klassisch-Sprint das komplette Programm zu absolvieren gedenkt, gewann mit Jonas Baumann (25.) ein weiterer Swiss-Ski-Starter Weltcuppunkte. Candide Pralong (34.) und Toni Livers (51.) gingen leer aus. Roman Furger verzichtete wegen Rückenproblemen auf einen Start in Seefeld.

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