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WELTCUP: Mit schweren Beinen aufs Podest

Wendy Holdener belegt im Slalom von Lenzerheide den guten dritten Platz. Derweil zeigt sich die Dominatorin Mikaela Shiffrin an diesem Wochenende in der Schweiz verwundbar. Im Slalom scheidet sie gar ohne Not aus.
Claudio Zanini
Trotz grossem Anhang, viel Unterstützung und dem Ausfall von Mikaela Shiffrin: Wendy Holdener reichte es in der Lenzerheide nicht zum ersten Weltcupsieg. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Trotz grossem Anhang, viel Unterstützung und dem Ausfall von Mikaela Shiffrin: Wendy Holdener reichte es in der Lenzerheide nicht zum ersten Weltcupsieg. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Claudio Zanini

An diesem Wochenende erhärtete sich in Lenzerheide der Verdacht, dass Mikaela Shiffrin doch kein Roboter ist. Am Freitag bei der Kombination trat der US-amerikanische Skistar nicht an, um sich zu schonen. Beim Riesenslalom am Samstag wurden die Zuschauer Zeugen einer Rarität im Weltcup, denn Shiffrin wurde ihrer Favoritenrolle für einmal nicht gerecht. Es reichte nur für einen siebten Platz, ihr schwächstes Ergebnis im Riesenslalom seit März 2016.

Das enttäuschende Abschneiden nagte an der Ausnahmekönnerin, die im Rennen um den Gesamtweltcup der Konkurrenz längst entrückt ist. Auf direktem Weg verliess sie sodann den Zielraum. Und man fragte sich aus Schweizer Sicht vor dem Slalom am Sonntag: Gibt es einen günstigeren Zeitpunkt für Wendy Holdener, um den ersten Sieg zu landen und für einmal besser zu sein als Shiffrin? Hier eine der Lieblingspisten der Schweizerin gepaart mit einem lautstarken Heimpublikum, da das angekratzte Selbstvertrauen der US-Athletin; wenn nicht unter diesen Umständen, ja, wann dann?

Angefangen hatte der Sonntag dann allerdings plangemäss für Shiffrin, sie schien sich rehabilitieren zu können. Nach dem ersten Lauf führte sie vor der Holdener. Es war weniger eine Demonstration als in vergangenen Rennen, die Differenz von 65 Hundertstel nicht so gross wie auch schon. Doch dann wurde es entgegen den Erwartungen einer dieser Tage, die ganz selten geworden sind für Shiffrin. Die 22-Jährige schied im zweiten Lauf aus. Ohne Not, mit mehr als einer Sekunde Vorsprung blieb sie wenige Tore vor der Ziellinie hängen. Im vergangenen Winter ist ihr das einmal passiert, im jetzigen noch nie. Sechs Wettbewerbe gab es bisher in dieser Sparte in der laufenden Saison, bis auf das erste Rennen in Levi gewann sie alle.

Fraglich, ob Shiffrin alle Rennen bestreitet

Knapp zwei Wochen vor Olympia zeigte sich Shiffrin also verwundbar. In Pyeongchang hatte sie eigentlich vor, in allen Disziplinen – bis auf den Teamwettbewerb – anzutreten. Doch im Zielraum in Lenzerheide, da war sich die Amerikanerin nach dem Rennen nicht mehr so sicher, ob sie am Vorhaben festhalten sollte. «Um ehrlich zu sein, ich weiss es nicht, ob ich fünf Disziplinen bestreiten werde.» Vor allem überzeuge sie die eigene Performance im Super-G noch nicht. «Mein Fokus liegt auf Slalom und Riesenslalom. Und damit habe ich alle Hände voll zu tun.»

Tatsächlich war gestern der Zeitpunkt gekommen, um Shiffrin zu besiegen. Doch nicht Holdener konnte die Baisse der Amerikanerin ausnutzen, sondern Petra Vlhova. Die Slowakin war auch schon zur Stelle, als Shiffrin in Levi eine andere Siegerin zuliess. Indes war Holdener am dritten Tag des anstrengenden Wochenendes zu keinem Effort fähig. «Der Druck und die Nervosität vor dem zweiten Lauf waren ein bisschen zu viel. Ich hatte zu viel Zeit, um nachzudenken. Ich spürte plötzlich, dass die Beine schwer waren.» Die drei Rennen brachten aber auch eine emotionale Ermüdung mit sich, was unschwer abzulesen war in Holdeners Gesicht, die immer wieder mit den Tränen kämpfte. «Nur dass es keine Missverständnisse gibt, ich freue mich», erklärte sie. Der dritte Rang bedeutet ihr fünftes Slalompodest der Saison.

Holdener hält dem Druck stand

Was blieb, war die Gewissheit bei Holdener, dem besonderen Druck der Heimrennen standgehalten zu haben. «Ich hoffe, dieses Podest gibt mir ein wenig Ruhe für die nächsten Tage», sagte sie. Und das war am Ende vielleicht viel wichtiger als der direkte Vergleich mit der Dominatorin der vergangenen Jahre.

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