WELTCUP-FINALE: Versöhnlicher Abschluss

Carlo Janka schaffte es erstmals in diesem Winter in einer Abfahrt aufs Podium. Der Bündner wurde 18 Hundertstel hinter Sieger Dominik Paris Dritter.

David Bernold (sda), Aspen
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«Der Plan ist einigermassen aufgegangen», sagt Carlo Janka. (Bild: Justin Lane/EPA)

«Der Plan ist einigermassen aufgegangen», sagt Carlo Janka. (Bild: Justin Lane/EPA)

David Bernold (SDA), Aspen

Carlo Janka behielt sich das Beste des Winters für den Schluss auf. Hinter Dominik Paris und Peter Fill wurde er beim Weltcup-Finale Dritter. Zuvor waren die fünften Ränge in Kitzbühel und im zweiten Rennen in Kvitfjell die Höhepunkte einer nicht ganz nach seinen Wünschen verlaufenen Abfahrtssaison gewesen.

Im ersten, flacheren Streckenteil nicht zu viel Zeit einbüssen, hatte sich der Bündner nach den Trainings vorgenommen. Gut sechs Zehntel hatte er nach den oberen Passagen zurückgelegen, im Ziel hatte er das Manko auf Paris auf 18 Hundertstel reduziert. «Der Plan ist einigermassen aufgegangen», sagte Janka nach dem Rennen. «Doch wenn ich ganz vorne sein will, muss das noch besser werden.» Die flachen Gleitzonen sind nach wie vor sein Hauptproblem. «Da gilt es weiter den Hebel anzusetzen.»

Mental müder Weltmeister

Nicht so versöhnlich wie für Janka gestaltete sich der Saisonabschluss für die restlichen drei Schweizer Skirennfahrer. Weltmeister Beat Feuz und sein Vorgänger Patrick Küng mussten sich mit den Plätzen 13 beziehungsweise 15 bescheiden – trotz überschaubaren Rückständen von sieben Zehnteln und einer knappen Sekunde. Mauro Caviezel schied aus. Feuz sieht sich nicht mehr in der Verfassung der beiden Vormonate. Der Emmentaler spricht von der langsam zu Ende gehenden Energie. «Ich bin vor allem mental müde. Der Februar mit den Weltmeisterschaften hat mir zugesetzt. Ich bin nicht mehr in der Lage, mit letzter Konsequenz zu fahren.» Küngs Klassierung ist hingegen ein Abbild einer schwierigen Saison. Nach dem gelungenen Start mit Rang sieben in Val d’Isère erreichte der Glarner sein gewohntes Niveau nur noch bei der WM, bei der er die Bronzemedaille um lediglich zwei Hundertstel verpasste.

Der schönste zweite Platz

In einer ganz anderen Gefühlswelt bewegte sich Peter Fill. «Das ist sicherlich der schönste zweite Platz, den ich im Weltcup errungen habe», sagte der überglückliche Südtiroler, dem die Klassierung reichte, um den in der Disziplinen-Wertung in Führung gelegenen Kjetil Jansrud noch abzufangen. Die 33 Punkte Rückstand wandelte Fill in einen Vorsprung von 23 Punkten um. Der Norweger, der schon in den Trainings an den beiden Vortagen Mühe bekundet hatte, kam nicht über Rang elf hinaus.

Fill wiederholte den Disziplinen-Sieg aus dem Vorjahr, obwohl er in dieser Saison keine Abfahrt zu gewinnen vermochte. Sein Glück war die extreme Ausgeglichenheit. Die ersten Plätze in den acht Weltcup-Abfahrten teilten sich nicht weniger als sechs Fahrer unter sich auf. Zweimal ganz oben standen lediglich Jansrud und Paris. In Aspen war der Italiener acht Hundertstel schneller als Fill.