Weinfelden als «Spielverderber»

Aufsteiger Weinfelden geht mit viel Selbstvertrauen in die Frauen-Eishockey-Meisterschaft. Das Saisonziel heisst Ligaerhalt, die «Probleme» auf dem Transfermarkt nimmt man gelassen.

Daniel Monnin
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Die SCW Ladies (blau) wollen auch nächste Saison Vollgas geben. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Die SCW Ladies (blau) wollen auch nächste Saison Vollgas geben. (Archivbild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Knapp zwei Monate vor Meisterschaftsbeginn und Transferschluss – die oberste Frauen-Liga beginnt ihre Meisterschaft aufgrund der langen Olympia-Pause im Februar bereits am 15. September - haben die meisten Clubs der obersten Frauen-Eishockey-Liga ihre Transfers grossmehrheitlich getätigt und stehen in einer intensiven Vorbereitungsphase.

Das zweite gilt auch für das Frauenteam des SC Weinfelden. In Sachen Transfers stehen die Thurgauerinnen allerdings «eher am Schluss der Tabelle». Teamleiter Rolf Zahner meint dazu: «Wir waren uns bewusst, dass es ein Aufsteiger mit beschränktem Budget immer schwer haben wird. Dieser Umstand wird zusätzlich durch die Olympia-Saison verstärkt: Da suchen sich die Nationalspielerinnen die besten Clubs aus.»

Zwei «Rohdiamanten»

Mit der Uzwilerin Dominique Rüegg, einer Teamstütze des U18-Nationalteams, und Torhüterin Andrea Brändli (ebenfalls U18) hat Weinfelden zwei «Rohdiamanten» in den Thurgau gelockt. Beide Spielerinnen werden auch die Novizen-Top-Meisterschaft – Rüegg in Uzwil und Brändli in Winterthur – bestreiten und daher kaum für alle Meisterschaftsspiele zur Verfügung stehen.

Den einen oder anderen Transfer hätte Weinfelden zwar schon gerne noch getätigt – vor allem auf den bisher noch verwaisten Ausländerinnen-Positionen. «Wir waren und sind in Kontakt mit einer ganzen Reihe von Spielerinnen, die uns aus diversen Gründen abgesagt haben.» Die Suche geht allerdings weiter, zu mehr als einer oder höchstens zwei Ausländerinnen wird es jedoch aus Kostengründen kaum reichen. «Notfalls», sagt Rolf Zahner, «bestreiten wir die Meisterschaft halt nur mit Schweizer Spielerinnen.»

Neben dem Saisonziel Ligaerhalt hat Weinfelden mittel- und langfristig weitere wichtige Ziele. «Wir wollen uns als Ausbildungsclubs mit zwei Mannschaften etablieren», sagt Zahner. Und auch die Idee, die besten Spielerinnen aus der Ostschweiz in einer Mannschaft zu vereinen, quasi den SC Ostschweiz im Frauen-Eishockey zu bilden, findet er gut und verfolgenswert. Der erste Schritt dazu ist bereits getan.

Nadelstiche setzen

Ein Blick auf die Transferübersicht zeigt, dass Weinfelden zusammen mit Reinach und Bomo-Thun wohl am ehesten die Rolle des Spielverderbers zukommen wird. Meister ZSC Lions – trotz echtem Substanzverlust –, der ewige Herausforderer Lugano – mit verstärktem Kader – und der letztjährige Vierte, Université Neuchâtel – hat sich klar verstärkt –, dürften im Meisterrennen die Nase vorne haben. Dessen ist man sich in Weinfelden voll auf bewusst. Den einen oder andern Nadelstich setzen, dies sollte – vor allem auch mit dem Selbstvertrauen des souveränen Aufstiegs – auch ohne grosse Verstärkungen möglich sein.